Krösches Fehler, Hütters Problem, Eintracht zahlt
Der Pokalsieg beim HSV verdeckt die eigentliche Baustelle: Dem Kader fehlt die Balance, und im Winter muss der Verein nachlegen.
Drei Tore, eine Runde weiter im DFB-Pokal. Eintracht Frankfurt kann also doch noch deutlich gewinnen. Und auch die Balance zwischen Offensive und Defensive scheint langsam zurückzukehren. Doch der 3:1-Erfolg beim HSV ändert nichts an einem grundsätzlichen Problem: Frankfurt hat zwar Qualität, aber keinen ausgewogenen Kader.
„Da darf man jetzt auch Markus Krösche nicht zu sehr in Schutz nehmen. Da hat er nicht so tolle Arbeit auf der Zugangsseite geliefert“, kritisiert Daniel Schmitt vom Hessischen Rundfunk im Fever Pit'ch Podcast. Frankfurts mäßiger Saisonstart mit mageren acht Punkten aus sieben Bundesligaspielen lässt sich eben nicht allein mit fehlender Eingespieltheit oder taktischen Problemen erklären.
Auf den Außenverteidigerpositionen fehlen belastbare Alternativen, in der Innenverteidigung ist die Auswahl ebenfalls begrenzt, und auch im Mittelfeld erfüllen nicht alle Verpflichtungen die Erwartungen. Schmitt bezeichnet den Kader deshalb als „das ursächliche Problem“, mit dem Hütter zu kämpfen hat. Der Trainer stellt seinen bevorzugten Offensivfußball vorerst zurück und setzt stattdessen auf Kompaktheit, Disziplin und defensive Absicherung. Er muss auf dem Platz erst einmal korrigieren, was auf dem Transfermarkt versäumt wurde.
Gegen Köln und Dortmund war die neue Stabilität bereits erkennbar, beim HSV kamen jetzt auch die Tore hinzu. Hütter hat die Eintracht widerstandsfähiger gemacht, aber das kann nur der erste Schritt sein. Denn auch der 3:1-Erfolg offenbarte, wie anfällig Frankfurt weiterhin ist: Hamburg ließ gute Chancen liegen und hatte bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen nicht das Glück auf seiner Seite.
Für den Anschluss an die internationalen Plätze muss Frankfurt jetzt allerdings auch in der Bundesliga wieder gewinnen. Schon am Sonntag gegen den HSV ist ein Sieg deshalb Pflicht. Dass Hütter dafür die richtigen Ansätze gefunden hat, steht für Schmitt außer Frage. „Ohne Adi Hütter wäre diese Situation bei der Eintracht sehr, sehr viel schwieriger“, sagt der HR-Reporter. Doch auch ein guter Trainer kann die Versäumnisse bei der Kaderplanung nur begrenzt ausgleichen.
Deshalb ist jetzt der Verein gefordert. Im Winter muss vor allem die Defensive personell verstärkt werden. Nach Krösches Abgang geht es aber um mehr als einzelne Transfers: Die neue sportliche Führung muss einen Kader zusammenstellen, der nicht nur wirtschaftlich attraktiv ist, sondern auch sportlich zusammenpasst. Das bisherige Modell, Talente zu entwickeln und gewinnbringend weiterzuverkaufen, muss künftig stärker mit sportlicher Kontinuität und einer ausgewogenen Kaderplanung verbunden werden. Hütter kann die Fehler der Kaderplanung abfedern. Ausbügeln muss sie die Eintracht selbst.
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Foto: Imago
Takeaways
- Eintracht Frankfurt gewinnt im DFB-Pokal mit 3:1 beim HSV und steht eine Runde weiter.
- Daniel Schmitt kritisiert die Arbeit von Markus Krösche auf der Zugangsseite.
- Mit acht Punkten aus sieben Bundesligaspielen ist Frankfurt mäßig in die Saison gestartet.
- Schmitt bezeichnet den Kader als das ursächliche Problem, mit dem Hütter zu kämpfen hat.
- Hütter stellt seinen Offensivfußball zurück und setzt auf Kompaktheit und defensive Absicherung.
- Im Winter muss vor allem die Defensive personell verstärkt werden.
- Ohne Adi Hütter wäre die Situation bei der Eintracht laut Schmitt sehr viel schwieriger.
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