Kontrollverlust: VfB-Krise fällt jetzt auf Hoeneß zurück

Fünf Pleiten in sieben Spielen, eine verspielte Führung gegen das Schlusslicht: Der Druck auf den Trainer wächst, das Saisonziel Europa wackelt.

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Kontrollverlust: VfB-Krise fällt jetzt auf Hoeneß zurück
Foto: IMAGO/Michael Weber

Fünf Niederlagen in sieben Bundesligaspielen. Pfiffe von den Rängen. Und eine Mannschaft, die selbst gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht Borussia Mönchengladbach eine frühe Führung verspielt. Der VfB Stuttgart steckt in seiner schwersten Krise seit Jahren – und Trainer Sebastian Hoeneß hat noch keine Lösung.

„So kritisch wie gerade war es lange nicht“, sagt David Scheu von der Stuttgarter Zeitung im Fever Pit'ch Podcast. Die aktuelle Situation erinnere ihn an die Zeit vor Hoeneß: Stuttgart habe mehr Spielanteile, verliere aber die entscheidenden Zweikämpfe und am Ende auch die Spiele. Scheu sieht vor allem ein Haltungsproblem. Beim 2:3 gegen Gladbach verlor der VfB nach starker Anfangsphase erneut den Zugriff, ließ in entscheidenden Momenten die nötige Konsequenz vermissen.

Dabei sind die Voraussetzungen für bessere Leistungen vorhanden. Der VfB hat seine Mannschaft im Sommer weitgehend zusammengehalten, kräftig investiert und verfügt laut Scheu über einen breiteren Kader als in den vergangenen Jahren. Doch die Qualität kommt zu selten auf den Platz. Fast zwölf Torschüsse benötigt Stuttgart derzeit für einen Treffer. Kapitän Deniz Undav wartet noch auf sein erstes Ligator, und auch die millionenschweren Neuzugänge Lazar Pejčinović und Leo Sauer haben bislang kaum Akzente gesetzt. Das starke 1:1 gegen Atlético Madrid zeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt –In der Bundesliga gelingt ihr das bislang viel zu selten.

Hoeneß versucht gegenzusteuern. Gegen Gladbach rotierte er auf sechs Positionen, stellte während des Spiels taktisch um. Inzwischen hat er auch den Ton verschärft, lässt intensiver trainieren und Fehler deutlicher ansprechen. Scheu beobachtet einen anderen Umgang als während früherer Krisen, in denen Hoeneß seine Spieler stärker in Schutz genommen hatte. Doch die Probleme wiederholen sich. Der Trainer fordert mehr Konsequenz, bekommt sie aber bislang nicht auf den Platz. Und wenn dieselben Schwächen trotz aller Gegenmaßnahmen bestehen bleiben, fällt das zunehmend auch auf ihn zurück.

Noch traut Scheu Hoeneß und seiner Mannschaft die Wende zu. „Es sind die gleichen Spieler, die das mit dem gleichen Trainer schon mal deutlich besser gemacht haben“, sagt er. Doch der Spielraum für weitere Rückschläge schrumpft. Nach dem Pokalspiel in Paderborn warten in der Bundesliga Leverkusen und Bremen. Bei bereits fünf Niederlagen nach sieben Spieltagen gerät das Saisonziel europäischer Wettbewerb zunehmend in Gefahr.
Hoeneß hat den VfB einst aus einer Krise geführt und anschließend zu großen Erfolgen. Jetzt muss er zeigen, dass er seine Mannschaft auch aus dieser Krise wieder herausführen kann.

Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.

Foto: Imago

Takeaways

  • Der VfB Stuttgart kassierte fünf Niederlagen in sieben Bundesligaspielen und steckt in seiner schwersten Krise seit Jahren.
  • Beim 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach verspielte der VfB nach starker Anfangsphase eine frühe Führung gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht.
  • David Scheu von der Stuttgarter Zeitung sieht beim VfB vor allem ein Haltungsproblem und verlorene Zweikämpfe in entscheidenden Momenten.
  • Stuttgart benötigt derzeit fast zwölf Torschüsse für einen Treffer, Kapitän Deniz Undav wartet noch auf sein erstes Ligator.
  • Die Neuzugänge Lazar Pejčinović und Leo Sauer haben bislang kaum Akzente gesetzt, obwohl der VfB kräftig investiert hat.
  • Sebastian Hoeneß verschärft den Ton, lässt intensiver trainieren und spricht Fehler deutlicher an, doch die Gegenmaßnahmen greifen bislang nicht.
  • Nach dem Pokalspiel in Paderborn warten Leverkusen und Bremen, das Saisonziel europäischer Wettbewerb gerät in Gefahr.

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