Kehl raus: Echte Liebe, wie Borussia Dortmund sie spürt

Den BVB Sportdirektor jetzt freizustellen, birgt ein großes Risiko - ist aber folgerichtig.

Kehl raus: Echte Liebe, wie Borussia Dortmund sie spürt
Foto: Imago / DeFodi

"Echte Liebe", das Motto von Borussia Dortmund, versprühte diese Konstellation nie. Dass die Zusammenarbeit von Lars Ricken als Sport-Geschäftsführer und Sebastian Kehl als Sportdirektor nicht dauerhaft funktionieren würde, war absehbar. Dennoch kommt die Verkündung der Trennung von Kehl zu diesem Zeitpunkt überraschend.

Dortmund steckt inmitten der heißen Planungsphase für die kommende Saison. Ob es die Gespräche über die elementar wichtige Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck oder Entscheidungen über etwaige Transfers sind - Kehl war überall involviert. Er ist nach außen hin deutlich präsenter als Ricken.

Den Sportdirektor jetzt freizustellen, birgt ein großes Risiko, ist aber folgerichtig. Kehl hat die Mannschaft zusammengestellt, die zwar eine tolle Bundesligasaison spielt, aber erneut ohne Titel bleiben wird. Vor allem das frühe Aus in der Champions League hat Spuren hinterlassen.

Ricken, den der mächtige Hans-Joachim Watzke im Mai 2024 zu seinem Nachfolger machte und damit bereits den Ton für die Zukunft setzte, scheut vor harten Konsequenzen nicht zurück. Dass er Kehl den neuerlichen Umbruch im Kader nicht überlassen wollte, ist nachvollziehbar. Jetzt rückt allerdings Ricken unweigerlich in den Vordergrund: Seine nun folgenden Entscheidungen werden auch seine Zukunft beim BVB prägen.