Kader taugt nix: Abstiegsangst in Gladbach
Sechs Niederlagen, null Punkte: Der Verein zahlt die finanzielle Entlastung mit sportlicher Substanz. Ein Trainerwechsel allein kann die Klasse nicht ersetzen.
Sechs Spiele, sechs Niederlagen, null Punkte. Borussia Mönchengladbach steht am Tabellenende. Der Trainer wurde gewechselt, die Hoffnung auf Besserung ist geblieben. Nur auf dem Platz spricht kaum etwas dafür. Die Krise in Gladbach ist nicht nur eine schlechte Serie, sondern das Ergebnis jahrelanger Fehlentscheidungen, die direkt in die Zweitklassigkeit führen könnten.
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„Man muss die Qualitätsfrage stellen, ob die Qualität, die der aktuelle Kader hat, dann tatsächlich reicht“, sagt Karsten Kellermann von der Rheinischen Post im Fever Pit'ch Podcast. Gladbach hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Qualität verloren. Leistungsträger und Führungsspieler gingen, ihre Nachfolger konnten die Lücken bislang nicht schließen. Was wirtschaftlich notwendig erschien, wird auf dem Platz zum sportlichen Offenbarungseid.
Mit Nico Elvedi, Rocco Reitz, Yannik Engelhardt und Haris Tabakovic verlor Gladbach im Sommer eine komplette Achse, die Qualität, Erfahrung und Stabilität verkörperte. Die Lücken konnten die Neuzugänge bislang nicht schließen. Einige von ihnen müssen erst noch beweisen, dass sie den Anforderungen der Bundesliga überhaupt gewachsen sind. Das rächt sich jetzt doppelt: Spielerisch fehlt die Klasse, in der Krise fehlen die Anführer. Eine Mannschaft, der schon die sportliche Qualität fehlt, kann sich im Abstiegskampf erst recht keine Führungslosigkeit leisten.
Die Verantwortung dafür trägt die sportliche Führung. Natürlich musste Sportchef Rouven Schröder Gehälter reduzieren und Transfererlöse erzielen. Trotzdem muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, keine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt zu haben. Gladbach bezahlte finanzielle Entlastung mit sportlicher Substanz. Die Frage ist deshalb längst nicht mehr nur, ob der neue Trainer Alexander Blessin diese Mannschaft stabilisieren kann. Sondern ob die Verantwortlichen ihm überhaupt die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben haben. Blessin kann Abläufe verbessern und Selbstvertrauen schaffen. Fehlende Bundesligaqualität kann er nicht herbeitrainieren.
Natürlich ist Gladbach noch nicht abgestiegen. Doch die Lage ist dramatisch. Bleibt die sportliche Wende aus, droht Gladbach der Absturz in die zweite Liga. Schon jetzt liegt die Abstiegswahrscheinlichkeit laut Kellermann bei 58 Prozent.
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
Foto: Imago
Takeaways
- Borussia Mönchengladbach steht nach sechs Spielen mit sechs Niederlagen und null Punkten am Tabellenende.
- Mit Nico Elvedi, Rocco Reitz, Yannik Engelhardt und Haris Tabakovic verlor Gladbach im Sommer eine komplette Achse aus Qualität, Erfahrung und Stabilität.
- Die Neuzugänge konnten die Lücken bislang nicht schließen, einige müssen ihre Bundesligatauglichkeit erst noch beweisen.
- Sportchef Rouven Schröder musste Gehälter reduzieren und Transfererlöse erzielen, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, keine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt zu haben.
- Der neue Trainer Alexander Blessin kann Abläufe verbessern und Selbstvertrauen schaffen, fehlende Bundesligaqualität aber nicht herbeitrainieren.
- Laut Karsten Kellermann liegt die Abstiegswahrscheinlichkeit bei 58 Prozent.
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