Goretzka ablösefrei nach Mailand: Für beide Seiten ein kalkulierbares Risiko

Wechsel des Bayern-Stars könnte den Kader von AC Milan erheblich bereichern

Goretzka ablösefrei nach Mailand: Für beide Seiten ein kalkulierbares Risiko
IMAGO/MIS

Leon Goretzka und der AC Mailand – das klingt zunächst nach einer dieser Transfergeschichten, die mehr Wunschdenken als Substanz enthalten. Doch bei genauerem Hinsehen ergibt die Konstellation durchaus Sinn, zumindest aus Sicht der Italiener.

Die Gazzetta dello Sport bringt den 30-jährigen Nationalspieler als möglichen Nachfolger von Luka Modric ins Spiel. Der kroatische Weltstar ist mittlerweile 40 Jahre alt, sein Verbleib über die Saison hinaus ungewiss. Milan besitzt zwar eine Vertragsoption, doch die Entscheidung liegt allein bei Modric selbst. Kluge Kaderplanung bedeutet, für beide Szenarien gewappnet zu sein.

Goretzka passt ins Profil. Sein Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer aus, die Münchner sollen bereit sein, ihn ziehen zu lassen. Ein ablösefreier Transfer eines deutschen Nationalspielers mit Champions-League-Erfahrung und mehreren Meistertiteln – das ist für einen Klub wie Milan ein attraktives Geschäft. Die Rossoneri haben offenbar bereits erste Kontakte zum Spieler aufgenommen.

Die italienische Presse träumt bereits von einer deutschen AC Mailand. Nach der Verpflichtung von Niklas Füllkrug im Dezember wäre Goretzka der zweite prominente Bundesliga-Export in kurzer Zeit. Ob das ein tragfähiges Konzept oder nur eine romantische Erzählung ist, wird sich zeigen.

Goretzka: Chance auf Neuanfang

Für Goretzka selbst wäre ein Wechsel nach Mailand eine Chance auf einen Neuanfang. In München ist er unter Vincent Kompany zum Ergänzungsspieler degradiert worden, seine Einsatzzeiten sind überschaubar. Ein Spieler seines Formats braucht Spielpraxis, um relevant zu bleiben – für den Verein, aber auch für die Nationalmannschaft.

Die Serie A könnte ihm diese Bühne bieten. Das italienische Spiel ist taktisch anspruchsvoll, aber weniger intensiv als die Bundesliga. Goretzkas Stärken – Zweikampfhärte, Spielintelligenz, Torgefahr aus dem Mittelfeld – würden dort zur Geltung kommen.

Allerdings muss man auch die Risiken benennen. Goretzka hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Seine beste Zeit bei Bayern liegt ein bisschen zurück. Ob er in Mailand tatsächlich in die Fußstapfen eines Modric treten kann, ist mehr als fraglich. Der Kroate ist ein Ausnahmespieler, dessen Niveau nur wenige erreichen.

Am Ende ist diese Geschichte vor allem eines: ein Indikator dafür, wie sich der Transfermarkt verändert hat. Ablösefreie Spieler mit großen Namen sind begehrt, auch wenn ihr Zenit möglicherweise überschritten ist. Für Goretzka wäre Mailand eine würdige Station. Für Milan ein kalkuliertes Risiko mit überschaubarem Einsatz.