Funkels Schalke-Prognose ist keine Gefälligkeit, sondern nüchterne Mathematik

Vor dem Topspiel gegen Hertha BSC: Erfolgstrainer Friedhelm Funkel sieht Schalke 04 auf direktem Aufstiegskurs in 2. Liga

Funkels Schalke-Prognose ist keine Gefälligkeit, sondern nüchterne Mathematik
IMAGO/HMB-Media

Friedhelm Funkel hat in seiner Karriere so ziemlich alles erlebt, was der deutsche Profifußball zu bieten hat. Wenn dieser Mann eine Prognose abgibt, lohnt es sich zuzuhören. Seine Einschätzung zu Schalke 04 ist eindeutig: direkter Aufstieg. Und die Argumente, die er liefert, sind schwer zu widerlegen.

37 Punkte nach 17 Spielen, Herbstmeister, nur zehn Gegentore kassiert. Das sind keine Zufallswerte, das ist ein Muster. Funkel rechnet vor, dass Schalke mit 25 weiteren Punkten in der Rückrunde bei 62 Zählern landen würde. Das wären zwölf Punkte weniger als in der Hinrunde. Eine konservative Rechnung, die trotzdem für den Aufstieg reichen sollte. Der Mann weiß, wovon er spricht.

Die Zahlen der Defensive sind dabei das stärkste Argument. Zehn Gegentore in 17 Spielen bedeuten weniger als ein Gegentor pro Partie. In der Zweiten Liga, wo Spiele oft hektisch und fehleranfällig sind, ist das ein außergewöhnlicher Wert. Wer hinten so stabil steht, verliert selten. Und wer selten verliert, steigt auf. So einfach ist Fußball manchmal.

Was Schalke 04 auszeichnet

Was Funkel besonders hervorhebt, ist die Arbeit von Trainer Miron Muslic. In kurzer Zeit eine derart stabile Einheit zu formen, verdient Anerkennung. Schalke war in den vergangenen Jahren ein Verein im permanenten Krisenmodus. Trainerwechsel, Unruhe, Abstiegskampf. Dass ausgerechnet jetzt eine Mannschaft steht, die defensiv so kompakt agiert, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis konsequenter Arbeit.

Natürlich birgt die Rückrunde ihre eigenen Gefahren. Der Druck auf den Herbstmeister ist enorm, die Erwartungshaltung auf Schalke sowieso. Schon heute Abend beim Topspiel gegen Hertha BSC, Jeder Gegner wird gegen die Königsblauen besonders motiviert sein. Doch genau hier liegt der Unterschied zu früheren Jahren: Diese Mannschaft hat ein Fundament. Sie muss nicht jedes Spiel drei Tore schießen, um zu gewinnen. Sie kann Ergebnisse verwalten, weil sie hinten kaum etwas zulässt.

Funkel sagt, er könne sich nicht vorstellen, dass Schalke weniger als 25 Punkte in der Rückrunde holt. Das ist eine mutige Aussage, aber keine übermütige. Die Substanz ist da. Die Struktur stimmt. Wenn Schalke diese Linie hält, führt der Weg zurück in die Bundesliga. Nicht als Wunschdenken, sondern als logische Konsequenz dessen, was diese Mannschaft in der Hinrunde gezeigt hat.