Ebnoutalibs Bundesliga-Debüt zeigt: Frankfurts Transferstrategie zahlt sich aus
Ebnoutalib erzielt bei seinem Bundesliga-Debüt ein wichtiges Tor für Frankfurt.
Es gibt Geschichten im Fußball, die sich kein Drehbuchautor besser ausdenken könnte. Younes Ebnoutalib hat eine solche Geschichte geschrieben. Der 22-Jährige, geboren in Frankfurt, aufgewachsen mit dem Traum von der Bundesliga, stand am Freitag erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse auf dem Platz. Nicht irgendwo, sondern im Deutsche Bank Park, vor der eigenen Kurve, gegen Borussia Dortmund. Und dann das: Ebnoutalib trifft zum zwischenzeitlichen 2:2 (am Ende 3:3).
Was Dino Toppmöller als "sensationell" bezeichnete, war mehr als ein Tor. Es war der Beweis, dass Talent und Timing manchmal perfekt zusammenfinden. Ebnoutalib, kurz vor dem Jahreswechsel vom Zweitligisten SV Elversberg nach Frankfurt gewechselt, nutzte seine erste Chance von Beginn an. Er veredelte einen Konter nach einem feinen Zuspiel von Arnaud Kalimuendo mit einer technisch anspruchsvollen Ballannahme und dem nötigen Killerinstinkt vor dem Tor.
Der Weg von der Zweiten Liga in die Bundesliga-Startelf ist kein Selbstläufer. Elversberg mag für viele ein Sprungbrett sein, aber die wenigsten schaffen den Sprung so schnell und so eindrucksvoll. Toppmöller hatte Ebnoutalib erst am Donnerstag im Abschlusstraining mitgeteilt, dass er spielen würde. Die Botschaft des Trainers war simpel: Spaß haben. Was folgte, war ein Auftritt, der genau das ausstrahlte – Unbekümmertheit gepaart mit Qualität.
Ebnoutalib hilft Unbekümmertheit
Was diese Geschichte aber wirklich besonders macht, ist das, was nach dem Schlusspfiff passierte. Ebnoutalib zog sein Trikot aus und schenkte es seinem Bruder Ilias, der auf der Tribüne mitgefiebert hatte. Ilias spielt selbst Fußball, für die zweite Mannschaft von Hannover 96 in der Regionalliga Nord. Ein Moment, der zeigt, dass hinter dem Profifußball Menschen stehen, die Träume teilen und füreinander da sind.
Eintracht Frankfurt hat mit diesem Transfer vieles richtig gemacht. Die Einkaufspolitik der Hessen, junge Spieler mit Entwicklungspotenzial zu holen und ihnen Vertrauen zu schenken, zahlt sich immer wieder aus. Ebnoutalib passt in dieses Muster. Er ist kein fertiger Spieler, aber einer mit den Anlagen, die Toppmöller schätzt: Gespür für Räume, Tiefgang, Zweikampfstärke.
Das 3:3 gegen Dortmund war ein wildes Spiel, in dem die Eintracht erneut Moral bewies. Doch der eigentliche Gewinner des Abends trug die Nummer auf dem Rücken, die bald jeder in Frankfurt kennen wird. Younes Ebnoutalib hat sein erstes Kapitel geschrieben. Die Geschichte geht weiter.