Der 1. FC Köln zeigt, was Fankult wirklich bedeutet: 41.000 kommen zur U19

Der 1. FC Köln stellt einen neuen Zuschauerrekord in der Youth League auf.

Der 1. FC Köln zeigt, was Fankult wirklich bedeutet: 41.000 kommen zur U19
IMAGO/Jan Huebner

41.000 Tickets für ein Jugendspiel. Man muss das erst einmal sacken lassen. Die U19 des 1. FC Köln empfängt Inter Mailand im Sechzehntelfinale der Youth League, und das RheinEnergieStadion wird voller sein als bei manchem Bundesligaspiel anderer Vereine. Das ist keine Randnotiz, das ist eine Ansage.

Der bisherige Zuschauerrekord in diesem Wettbewerb lag bei 40.368 Fans, aufgestellt bei der Partie zwischen Trabzonspor und Inter Mailand. Köln wird diese Marke am 4. Februar übertreffen. Ein deutscher Nachwuchsverein schreibt europäische Geschichte, bevor überhaupt ein Ball gerollt ist.

Was sagt das über diesen Klub? Zunächst einmal, dass die Verbindung zwischen Fans und Verein in Köln keine Marketingfloskel ist. Hier wird gelebt, was anderswo auf Hochglanzbroschüren steht. Die Anhänger unterscheiden nicht zwischen erster Mannschaft und Jugend, zwischen großer Bühne und vermeintlicher Nebensache. Wer das FC-Wappen trägt, bekommt Rückendeckung. Bedingungslos.

Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck hat sich diese Aufmerksamkeit verdient. Der Weg in das Sechzehntelfinale führte über Racing Union Luxemburg und den FC Midtjylland aus Dänemark. Zwei Hürden, zwei Erfolge. Die Qualifikation für die Youth League selbst war das Ergebnis harter Arbeit: der Gewinn der deutschen U19-Meisterschaft in der vergangenen Saison. Das ist kein Zufall, das ist Systematik.

1. FC Köln darf stolz auf Nachwuchsarbeit sein

Köln zeigt, wie Nachwuchsarbeit funktionieren kann, wenn ein ganzes Umfeld mitzieht. Die Talente spüren, dass sie nicht in einem luftleeren Raum trainieren. Sie erleben, was es bedeutet, für einen Verein zu spielen, dessen Fans jeden Erfolg feiern, als wäre es der eigene. Das prägt. Das formt Mentalität.

Natürlich wird Inter Mailand als Favorit anreisen. Die Italiener haben Tradition in diesem Wettbewerb, verfügen über eine herausragende Jugendakademie. Doch wer glaubt, dass 41.000 Menschen keinen Unterschied machen, hat den Fußball nicht verstanden. Atmosphäre ist ein Faktor, der sich nicht in Statistiken messen lässt, aber auf dem Platz spürbar wird.

FC-Vizepräsident Ulf Sobek sprach von positiv verrückten Fans. Das trifft es ziemlich genau. In einer Zeit, in der der Profifußball oft seelenlos wirkt, in der Kommerz und Kalkül dominieren, setzt Köln ein Zeichen. Hier geht es um mehr als Ergebnisse. Hier geht es um Identifikation, um Zusammenhalt, um die Essenz dessen, was diesen Sport einmal groß gemacht hat.

Am 4. Februar wird das RheinEnergieStadion beben. Für eine U19-Mannschaft. Das ist der eigentliche Rekord.