Demichelis unter Druck: Leipzigs Größenwahn ist zurück

Nach zwei Spieltagen fehlen dem neuen Trainer dieselben Lösungen wie seinem Vorgänger. Der Klub hat sich die Ungeduld selbst geschaffen.

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Demichelis unter Druck: Leipzigs Größenwahn ist zurück
Foto: Imago / DeFodi

Platz drei, Rückkehr in die Champions League? Für die Ansprüche von RB Leipzig war das nicht genug. Trainer Ole Werner musste gehen, Martin Demichelis soll Leipzig auf die nächste Stufe führen. Doch schon nach zwei Spieltagen kämpft der neue Trainer mit altbekannten Problemen - und steht bereits unter Druck.

Typisch RB Leipzig. „Der Verein muss sich da auch hinterfragen“, sagt BILD-Chefreporterin Yvonne Gabriel im Fever Pit’ch Podcast. „Anspruch, Wirklichkeit – die letzten Jahre waren dahingehend nicht gut.“ RB Leipzig träumt von den Top Ten Europas, will wieder „oben angreifen“. Aber Gabriel erinnert an die Realität: „Man ist nicht Bayern, man ist nicht Dortmund.“

Das Problem bei RB Leipzig sind nicht die hohen Ziele, sondern die geringe Geduld auf dem Weg dorthin - auch mit dem neuen Trainer. Gabriel spricht bereits von “spürbarem Druck” auf Demichelis. Denn der muss ja nicht nur gewinnen, sondern gleichzeitig beweisen, dass der Trainerwechsel richtig war. Bei der 1:3-Niederlage gegen Bremen hatte er dafür zu wenige Argumente. Gegen einen aggressiven, kompakten Gegner fehlten Lösungen – genau wie zuvor unter seinem Vorgänger. Und vom ausgegebenen Motto „Intensity is our Identity“ blieb wenig übrig. Für Gabriel waren das in Bremen „pure Worthülsen“. Pressing, Wille und Intensität fehlten.

Angesichts von sechs Wochen Vorbereitung fand Gabriel das „schon schockierend“. Ein finales Urteil über Demichelis ist das noch lange nicht. In Bremen fehlten sechs wichtige Spieler, der Kader wurde im Sommer kräftig umgebaut. Natürlich braucht das Zeit. Nur hat RB selbst dafür gesorgt, dass Demichelis davon kaum etwas bekommt. Der Trainerwechsel hat Erwartungen geschaffen, an denen der Neue nun vom ersten Tag an gemessen wird.

Demichelis muss die alten Probleme im laufenden Betrieb lösen. Gegen Como wartet zum Champions-League-Auftakt am Donnerstag die nächste Bewährungsprobe. Danach werden die Spiele mehr, die Trainingszeit weniger – und jeder Rückschlag wird die Zweifel am Trainerwechsel neu befeuern. Demichelis wurde geholt, um den nächsten Schritt zu machen. Den nach Platz drei gehen zu wollen, ist verständlich. Leipzigs Problem ist nur, dass es selten bei einem bleibt.

Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.

Takeaways

  • Martin Demichelis steht bei RB Leipzig schon nach zwei Spieltagen unter spürbarem Druck.
  • RB Leipzig trennte sich trotz Platz drei und Champions-League-Rückkehr von Trainer Ole Werner.
  • Yvonne Gabriel kritisiert die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: „Man ist nicht Bayern, man ist nicht Dortmund.“
  • Bei der 1:3-Niederlage in Bremen fehlten Pressing, Wille und Intensität, das Motto „Intensity is our Identity“ blieb nach Gabriels Urteil eine Worthülse.
  • Demichelis kämpft gegen aggressive, kompakte Gegner mit denselben Problemen wie zuvor Ole Werner.
  • In Bremen fehlten sechs wichtige Spieler, der Kader wurde im Sommer kräftig umgebaut.
  • Zum Champions-League-Auftakt am Donnerstag trifft Leipzig auf Como.

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