Cans Bekenntnis zum BVB ist mehr wert als jede Transfer-Offensive
Die Zukunft des Kapitäns bei Borussia Dortmund kann Wirkung zeigen.
Emre Can will bleiben. Das ist die Botschaft aus dem Trainingslager in Marbella, und sie kommt zur richtigen Zeit. Der Kapitän von Borussia Dortmund spricht von Vertrauen, von Glück, von einer Zukunft in Schwarz-Gelb. Stand heute, sagt er, werde er auch nächste Saison beim BVB sein. Die Einschränkung gehört dazu, denn im Fußball soll man niemals etwas festlegen. Can weiß das besser als die meisten.
Was diese Aussage bemerkenswert macht, ist nicht der Inhalt, sondern der Zeitpunkt. Cans Vertrag läuft im Sommer aus. Medienberichten zufolge existiert eine Option, die eine automatische Verlängerung ermöglichen könnte. Die Gespräche mit den Verantwortlichen laufen, Can zeigt sich zuversichtlich. Das klingt nach Routine, ist es aber nicht.
Denn der 31-Jährige hat schwierige Monate hinter sich. Monatelang fehlte er wegen Adduktorenbeschwerden, erst im Verlauf der Hinrunde meldete er sich zurück. In solchen Phasen wackelt bei manchem Spieler das Selbstverständnis, bei manchem Verein das Vertrauen. Beim BVB offenbar nicht. Can betont, dass der Klub immer hinter ihm stand. Das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Geschäft, das Leistung in Echtzeit bewertet.
Die Frage ist, was Cans Bekenntnis für den BVB bedeutet
Der Verein steht vor einem Umbruch, der sich nicht mehr aufschieben lässt. Spieler wie Nico Schlotterbeck, Karim Adeyemi und Julian Brandt werden mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. Can wünscht sich öffentlich, dass alle drei bleiben. Erstens Topjungs, zweitens Topspieler, sagt er. Der BVB brauche solche Spieler.
Das stimmt. Aber der BVB braucht auch Klarheit. Und genau hier liegt der Wert von Cans Aussagen. Ein Kapitän, der sich bekennt, der Stabilität signalisiert, der nicht nach Auswegen sucht, sondern nach Lösungen – das ist mehr wert als jede Transferoffensive. Can ist seit 2020 in Dortmund, er kennt die Höhen und Tiefen dieses Klubs. Er weiß, dass Kontinuität im modernen Fußball ein Luxusgut geworden ist.
Ob Can tatsächlich bleibt, wird sich zeigen. Die Gespräche laufen, eine Entscheidung steht aus. Aber die Richtung ist klar. Der Kapitän will nicht weg. Er will Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems. Das ist eine Haltung, die dem BVB in den kommenden Monaten helfen kann. Nicht auf dem Platz, sondern in der Kabine. Dort, wo Mannschaften zusammengehalten werden. Oder auseinanderfallen.