BVB in Champions League: Ein Teenager soll's in der Abwehr richten

Vier Innenverteidiger fallen aus, ein 18-Jähriger soll in der Champions League ran. Das ist kein Pech, sondern ein hausgemachtes Problem.

BVB in Champions League: Ein Teenager soll's in der Abwehr richten
IMAGO/Kirchner-Media

Vier Innenverteidiger fallen aus, ein 18-Jähriger soll es richten. Was Borussia Dortmund da vor dem Champions-League-Playoff gegen Atalanta Bergamo präsentiert, ist kein Pech mehr. Es ist das Ergebnis einer Kaderplanung, die auf Kante genäht wurde.

Die Mannschaft spielt eine ordentliche Hinrunde, die Hoffnungen wachsen, dann kommen die entscheidenden Wochen im Frühjahr – und plötzlich fehlt das Personal. Nico Schlotterbeck mit muskulären Problemen, Niklas Süle mit einer Oberschenkelverletzung, dazu Emre Can und Filippo Mane sind ebenfalls nicht einsatzfähig.

Luca Reggiani heißt der junge Mann, der nun vermutlich in einem K.o.-Spiel der Königsklasse neben Waldemar Anton ran muss. 18 Jahre alt, über die B-Liste nachgemeldet, am Freitag erstmals vor der Südtribüne aufgelaufen. Gegen Mainz durfte er in der zweiten Halbzeit beim 4:0 reinschnuppern.

Jetzt wartet Atalanta Bergamo, eine der formstärksten Mannschaften Europas. Der Unterschied könnte kaum größer sein.

Meine These ist klar: Wer europäische Ambitionen formuliert, muss auf der Innenverteidiger-Position mehr als zwei echte Optionen haben. Der BVB hat das versäumt. Die Verantwortlichen um die sportliche Führung haben im Sommer nicht ausreichend in die Breite investiert. Jetzt rächt sich das in der entscheidenden Phase der Saison.

Die Ausrede, dass Verletzungen zum Fußball gehören, verfängt nicht. Natürlich tun sie das. Aber genau deshalb plant ein Klub mit Champions-League-Anspruch vorausschauend. Bayern München hat fünf Innenverteidiger im Kader, Real Madrid ebenso. Dortmund steht da und muss einen Teenager ins kalte Wasser werfen. Reggiani mag ein Talent sein. Vielleicht überrascht er alle. Doch darauf zu hoffen, ist kein Plan. Es ist Glücksspiel mit der Saison.