Bayern zerlegt Wolfsburg 8:1 und macht die Meisterschaft zur Formsache

Der FC Bayern zieht mit einem Kantersieg gegen Wolfsburg an der Tabellenspitze davon.

Bayern zerlegt Wolfsburg 8:1 und macht die Meisterschaft zur Formsache
IMAGO/Philippe Ruiz

Der FC Bayern hat zum Jahresauftakt ein Zeichen gesetzt, das weit über die Grenzen der Bundesliga hinaus wahrgenommen werden dürfte. Ein 8:1 gegen den VfL Wolfsburg ist mehr als ein Kantersieg – es ist eine Machtdemonstration, die zeigt, wo diese Mannschaft steht und wohin sie will.

Elf Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger noch vor Ende der Hinrunde. Das ist keine komfortable Führung mehr, das ist eine Kluft. Während Borussia Dortmund in Frankfurt erneut Punkte liegen ließ, nutzten die Münchner die Steilvorlage mit einer Konsequenz, die an die besten Zeiten des deutschen Rekordmeisters erinnert. Die Konkurrenz stolpert, Bayern marschiert. So einfach ist die Arithmetik dieser Saison.

Was diesen Sieg besonders macht, ist nicht allein die Höhe des Ergebnisses. Es ist die Art und Weise, wie er zustande kam. Michael Olise war der überragende Mann auf dem Platz, sammelte drei Torbeteiligungen und orchestrierte das Offensivspiel mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt. Harry Kane setzte mit einem Traumtor seinen Stempel auf die Partie. Selbst Leon Goretzka, dessen Zukunft in München immer wieder diskutiert wird, trug sich in die Torschützenliste ein.

Bayern-Spiele gegen Wolfsburg folgen Naturgesetz

Die Statistik gegen Wolfsburg liest sich mittlerweile wie ein Naturgesetz: In 29 Bundesliga-Heimspielen gegen die Wölfe haben die Bayern noch nie verloren. 27 Siege, zwei Unentschieden. Das ist keine Serie mehr, das ist eine Gesetzmäßigkeit. Der VfL reist nach München wie ein Boxer, der weiß, dass er in der zwölften Runde k.o. gehen wird – die Frage ist nur, wie früh der Ringrichter eingreift.

Bemerkenswert ist auch, was dieser Sieg über die Kadertiefe aussagt. Ohne Jamal Musiala, ohne Joshua Kimmich, ohne Alphonso Davies – und trotzdem acht Tore. Vincent Kompany hat eine Mannschaft geformt, die nicht von einzelnen Spielern abhängig ist. Tom Bischof ersetzte Kimmich, Manuel Neuer kehrte nach seinem Muskelfaserriss zurück, Konrad Laimer nach Gelbsperre. Der Kader funktioniert wie ein gut geöltes Getriebe.

Für Wolfsburg war es die höchste Bundesliganiederlage der Vereinsgeschichte. Zwei Eigentore von Fischer und Jenz symbolisierten die Hilflosigkeit, mit der die Mannschaft von Daniel Bauer dem Münchner Pressing begegnete. Dass Dzenan Pejcinovic zwischenzeitlich ausgleichen konnte, war nur eine Fußnote in einem Spiel, das längst entschieden war, bevor es richtig begonnen hatte.

Die Bayern könnten am Mittwoch in Köln die beste Bundesliga-Hinrunde ihrer Geschichte perfekt machen. Nach diesem Auftritt spricht wenig dagegen. Die Frage lautet nicht mehr, ob München Meister wird. Die Frage lautet, mit welchem Vorsprung.