Xaver Schlagers Abgang zeigt: Titel allein reichen RB Leipzig nicht, um Spieler zu halten

Der österreichische Nationalspieler möchte neue Herausforderungen suchen.

Xaver Schlagers Abgang zeigt: Titel allein reichen RB Leipzig nicht, um Spieler zu halten
IMAGO/Jan Huebner

Xaver Schlager geht, und RB Leipzig muss das akzeptieren. Der österreichische Nationalspieler hat sich nach dreieinhalb Jahren in Sachsen entschieden, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Die Begründung klingt ehrlich: Er möchte noch einmal etwas anderes erleben. Das ist sein gutes Recht.

Die Frage, die sich stellt, ist eine andere: Was sagt dieser Abgang über RB Leipzig aus? Der Klub hat sich nach eigenen Angaben intensiv bemüht, Schlager zu halten. Sportchef Marcel Schäfer spricht von mehreren Gesprächsrunden über einen langen Zeitraum. Am Ende reichte es nicht. Das ist bemerkenswert, denn Leipzig gilt als Verein mit klarer Philosophie, attraktivem Fußball und europäischer Perspektive. Trotzdem entscheidet sich ein Spieler im besten Fußballeralter dagegen, Teil dieses Projekts zu bleiben.

Schlager kam 2022 vom VfL Wolfsburg und absolvierte seitdem 97 Pflichtspiele für die Leipziger. Er war Teil der Mannschaft, die 2023 den DFB-Pokal gewann und anschließend den Supercup holte. Das sind Erfolge, die nicht selbstverständlich sind. Schlager hat diese Zeit mitgeprägt, er hat auf dem Platz alles gegeben. Dass er nun trotzdem geht, zeigt, dass Titel allein nicht ausreichen, um Spieler langfristig zu binden.

Die vergangene Saison war für Schlager von Verletzungen geprägt. Das gehört zur Wahrheit dazu. Wer immer wieder ausfällt, verliert Rhythmus und Selbstverständlichkeit. Möglicherweise hat auch diese Erfahrung seinen Wunsch verstärkt, noch einmal einen Neuanfang zu wagen. Mit 27 Jahren hat er die Möglichkeit, sich anderswo zu beweisen, vielleicht in einer anderen Liga, vielleicht in einem anderen Umfeld.

Für Leipzig bedeutet der Abgang einen Verlust im zentralen Mittelfeld. Schlager brachte Intensität, Zweikampfstärke und Erfahrung mit. Diese Qualitäten zu ersetzen, wird nicht einfach. Der Klub wird auf dem Transfermarkt aktiv werden müssen, um die Lücke zu schließen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass auch ein Verein wie RB Leipzig nicht jeden Spieler halten kann. Die Zeiten, in denen Geld und sportliche Perspektive automatisch ausreichten, sind vorbei. Spieler treffen Entscheidungen aus persönlichen Gründen, die sich nicht immer mit Zahlen oder Titeln erklären lassen. Schlager wollte etwas Neues. Leipzig muss damit leben und nach vorne schauen. So funktioniert das Geschäft.