Wegen Wirtz-Tor: Fulham ruft Schiri-Vereinigung an

Abseits oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Cottagers noch immer.

Wegen Wirtz-Tor: Fulham ruft Schiri-Vereinigung an
Foto: © AFP/SID/Adrian Dennis

Der englische Fußball-Erstligist FC Fulham ruft wegen des strittigen Gegentreffers durch Nationalspieler Florian Wirtz vom FC Liverpool die britische Schiedsrichter-Organisation an. Marco Silva, Teammanager der Cottagers, sprach von "klarem Abseits" und bekräftigte den Wunsch des Klubs nach Klärung. Noch warte Fulham auf eine Antwort der Schiedsrichter-Vereinigung, die vom ehemaligen Weltklasse-Referee Howard Webb geleitet wird.

Er habe sich nach der Begegnung am vergangenen Sonntag (2:2) zahlreiche verschiedene Einstellungen der Szene angesehen und könne "nicht glauben", dass Wirtz' Treffer Anerkennung gefunden habe, sagte Silva. Jeder im Stadion habe das Abseits klar erkannt. "Egal, wen Sie fragen würden: Alle, die den Fußball lieben, hätten dieselbe Meinung wie ich."

Das gilt sogar für Wirtz. "Ich war sicher, dass es Abseits war. Deshalb habe ich nicht mal gejubelt", sagte er über seinen zweiten Treffer im Trikot der Reds zum zwischenzeitlichen 1:1.

Tatsächlich legten die TV-Bilder eine Abseitsstellung nahe - und in der Bundesliga hätte das Tor von Wirtz so auch nicht gezählt. Dass es in der Premier League nach VAR-Prüfung Anerkennung fand, lag an einer etwas anderen Handhabung des halbautomatischen Systems.

In der Premier League gibt es anders als etwa in Deutschland, Spanien und Italien eine gewisse Toleranz. Diese wird im Zweifel zugunsten des Angreifers ausgelegt. Grund dafür sind Restzweifel daran, ob die Technologie fehlerfrei ist.

Silva will das nicht gelten lassen. "Ich habe keine Möglichkeit, nachzumessen, aber meiner Meinung nach waren es viel mehr als fünf Zentimeter", sagte er und verwies auf einen vergleichbaren Fall in einem anderen Fulham-Spiel. Damals hätten die Unparteiischen seiner Mannschaft einen Treffer geklaut. "Wo war da die Geschichte mit den fünf Zentimetern Toleranz?"