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"Wäre eine Extrawurst für Bayern"

Inhaltsverzeichnis

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Wann muss ein Bundesliga-Spiel wegen zu vieler Corona-Fälle ausfallen? Die Regelung sagt: Solange 15 Spieler zur Verfügung stehen, darunter neun Lizenzspieler und ein Torwart, soll die Begegnung stattfinden.

Zu den einsatzfähigen Spielern zählen auch jene, die wegen eines Platzverweises gesperrt sind oder eine Verletzung auskurieren. Was abstrus klingt, hat einen pragmatischen Hintergrund.

Man wollte verhindern, dass Spieler Verletzungen vorgaukeln, damit der Kader schrumpft und ein Spiel verschoben werden kann. Nun ist die Regelung inzwischen uralt und muss dringend überholt werden.

Die Regelung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wurde nämlich verfasst, als noch niemand an Corona dachte. Inzwischen gab es aber so viele Grenzfälle, dass man sagen möchte: Macht euch an die Arbeit!

Denn Thomas Müller hat schon recht: Man kann bei der Entscheidung, ob ein Bundesliga-Spiel wegen zu vieler Corona-Fälle ausfallen soll, nicht die gesperrten und verletzten Spieler als einsatzfähig mitzählen.

Das Bayern-Spiel gegen Gladbach (1:2) wird nicht das letzte sein, das auf der Kippe steht. Omikron greift um sich. Man fragt sich eher: Warum haben die DFL und ihre Klubs das Thema nicht schon früher angepackt?

Man muss befürchten: weil die Bayern bisher nicht betroffen waren.

Einen meldepflichtigen Montag wünscht

Euer Pit Gottschalk

"Wäre eine Extrawurst für Bayern"

Gegenwind für Ministerpräsident Markus Söder

Gegenwind für Ministerpräsident Markus Söder

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder spricht im Doppelpass über die Folgen, die Corona für den Profi-Fußball hat.

Von Ralph Durry

Die Atmosphäre in den Stadien der Bundesliga zum Rückrundenauftakt war trist. Geisterspiele waren zum Teil vorgeschrieben, im weiten Rund anderer Arenen verloren sich nur ein paar Hundert oder Tausend Fans.

Corona hat das deutsche Fußball-Oberhaus wieder voll im Griff, die rasant steigenden Zahlen aufgrund der Omikron-Variante mahnen zur Vorsicht. Das ist sicherlich richtig, entsprechende Entscheidungen hat die Politik für den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Besonderen erlassen.

Keine Rolle hat gespielt, ob sich die Corona-Hygienekonzepte der diversen Klubs in der jüngeren Vergangenheit bewährt haben oder nicht. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sprach im Spiegel-Interview zu Recht davon, dass der Fußball für "Symbolpolitik" herhalten müsse.

FC Bayern kritisiert die DFL wegen Gladbach-Spiel

FC Bayern kritisiert die DFL wegen Gladbach-Spiel

Der FC Bayern kritisiert wegen der widrigen Umstände des Spiels gegen Mönchengladbach die DFL-Spielordnung.

Denn einen Beweis dafür, dass Sportveranstaltungen Pandemietreiber sind, gibt es bis zum heutigen Tag nicht. Und warum sollten 2G+-Vorschriften, die künftig für die Gastronomie gelten, nicht auch im Sport für das Zuschauen möglich sein. Besonders bei Freiluftveranstaltungen wie dem Fußball.

Über die genauen Zuschauerkapazitäten lässt sich natürlich diskutieren, und eine Maskenpflicht am Platz lässt sich sicherlich auch durchsetzen. Die derzeitige Ungleichbehandlung für den Sport ist indes schon fragwürdig und verschärft die existenziellen Sorgen der Profisportarten vor allem abseits des Fußballs.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat am Sonntag im Sport1-Doppelpass Hoffnung gemacht, dass die Regelungen abhängig von der weiteren Omikron-Entwicklung abgemildert werden könnten - sofern die Gefahr für die Krankenhäuser anders als bei der Delta-Variante geringer sein sollte. Ein Silberstreif am Horizont!

Ralph Durry ist Fußballchef beim Sport-Informationsdienst (SID)

Heute im Fernsehen

20.15 Uhr, SPORT1: Herrlich verrückte Bundesliga

Minusmann des Monats: Dirk Zingler

Nur-Bier-und-Bratwurst-Gezeter bei Union Berlin

Nur-Bier-und-Bratwurst-Gezeter bei Union Berlin

Der Präsident des Bundesliga-Klubs hat wieder mal gesprochen: Dirk Zingler erteilt veganen Würsten und Gendern eine Abfuhr.

Von Alex Steudel

Wir haben erst den 10. Januar und schon einen Minusmann des Monats: Dirk Zingler. Der Union-Boss hat wieder mal einen rausgelassen. Er verweigert sich jetzt veganer Wurst. Kann er meinetwegen, aber er will, dass das für alle Union-Fans gelten muss. Nicht-Wurst kommt ihm nicht ins Stadion, sagt er. Und das Gendern, das findet er auch total unnötig.

Mich interessiert, wie Zingler die Angelegenheit betrachten würde, wenn die Sprache ihn eingespart hätte.

Ich habe schon lange den Eindruck: Zingler ist ein Ewiggestriger. Er wirkt auf mich modern wie ein Zehnmarkschein. Und ihm ist immer das suspekt, was er nicht selbst erfunden hat.

In der Corona-Krise ist's ähnlich: Er findet alles doof, was die Regierung macht ("Vollchaos", "Katastrophe"), und spricht dabei auch mal vom "Clown aus München" (und meint wohl Markus Söder). Populismus at its best.

Zingler würde vermutlich am liebsten noch bei Inzidenz 1500 im ausverkauften Stadion spielen lassen, am besten unterm luftdicht verschlossenen Dach (wenn Union eins hätte) – und kurz vor Anpfiff 5000 Zuschauer on top reinlassen.

Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at

Und die Fans sollen natürlich dann rumprollen dürfen bis zum Umfallen. Rumprollen findet Zingler nämlich super, weil man das früher so gemacht hat. Naja.

Was kommt wohl als nächstes: Haben bei Union auf Zinglers Geheiß bald Frauen keinen Zutritt mehr zum Stadion? Werden am Eingang Zigaretten an Jugendliche verteilt? Baut er ein vereinseigenes Kohlekraftwerk unter die Gegentribüne?

Allerdings ist Union Berlin mit Zingler sportlich erfolgreich, das muss man ihm zugestehen. Ob seine Spieler nun Tofu essen oder Fleischbrühe schlürfen, sie nehmen Kurs auf Europa. Respekt.

Doch immer, wenn ihr Chef ein Interview gibt, verglüht mein Respekt, und meine Glücksgefühle gehen in den Keller. Ich habe Mühe, dem Mann zu folgen. Ist das, was er sagt, Comedy? Oder ernstgemeint? Aus jeder Zingler-Pore trieft: Früher war alles besser. War's aber gar nicht.

Wobei: Dirk Zingler war früher bestimmt besser.

Der Jahresrückblick 2021 als Buch ist da: "UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN – ein völlig verrücktes Fußball-Jahr unter besonderer Berücksichtigung des HSV" von Alex Steudel. Hier klicken!

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