Upamecano-Verlängerung zeigt: FC Bayern hat hoch gepokert und gewonnen

Die Vertragsverlängerung mit dem Innenverteidiger ist ein wichtiges Signal für den FC Bayern.

Upamecano-Verlängerung zeigt: FC Bayern hat hoch gepokert und gewonnen
IMAGO/STEINSIEK.CH

Der FC Bayern hat einen seiner wichtigsten Spieler langfristig gebunden. Dayot Upamecano unterschreibt bis 2030, und das ist mehr als nur eine Vertragsverlängerung. Es ist ein Signal.

Monatelang zog sich der Poker hin. Paris Saint-Germain und Real Madrid sollen Interesse gezeigt haben, der Spieler ließ sich Zeit, sein Berater wurde von Uli Hoeneß öffentlich attackiert. Am Ende steht ein Ergebnis, das beide Seiten als Erfolg verkaufen können. Upamecano bekommt offenbar ein üppiges Handgeld und eine Ausstiegsklausel, die 2027 aktiviert werden kann. Bayern behält seinen Abwehrchef und gewinnt Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Die Ausstiegsklausel ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer veränderten Verhandlungsrealität im europäischen Spitzenfußball. Spieler mit internationalem Format lassen sich nicht mehr bedingungslos binden. Sie wollen Optionen. Der FC Bayern hat das akzeptiert und trotzdem bekommen, was er wollte: einen Verteidiger, der in München bleiben will und sich zum Leistungsträger entwickelt hat.

Max Eberl hat recht, wenn er sagt, dass ein Kader Ankerpunkte braucht. Upamecano ist einer davon. Der Franzose kam 2021 von RB Leipzig mit dem Ruf, anfällig zu sein. Zu viele individuelle Fehler, zu wenig Konstanz auf höchstem Niveau. Diese Kritik ist verstummt. Upamecano hat sich beim FC Bayern zum internationalen Spitzenspieler entwickelt. Er ist schnell, zweikampfstark und hat seine Konzentrationsschwächen weitgehend abgestellt.

Was die Upamecano-Verlängerung zeigt

Die Verlängerung zeigt auch, dass Bayern aus vergangenen Fehlern gelernt hat. David Alaba, Niklas Süle, Robert Lewandowski – die Liste der Spieler, die den Verein ablösefrei oder damit unter Wert verließen, war zuletzt zu lang. Bei Upamecano drohte das gleiche Szenario. Sein Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen. Dass man ihn halten konnte, ist ein Verdienst der sportlichen Führung, auch wenn der Weg dorthin holprig war.

Hoeneß' öffentliche Attacke auf Upamecanos Berater war dabei wenig hilfreich. Sie zeigte Nervosität, wo Souveränität gefragt gewesen wäre. Dass der Deal trotzdem zustande kam, spricht für die Professionalität aller Beteiligten. Am Ende zählt das Ergebnis.

Für Upamecano selbst ist die Entscheidung nachvollziehbar. Er ist 26 Jahre alt, spielt bei einem der größten Vereine Europas und hat mit Vincent Kompany einen Trainer, der ihm vertraut. Die Ausstiegsklausel gibt ihm die Sicherheit, in zwei Jahren neu bewerten zu können. Bis dahin kann er in München Titel gewinnen und seinen Marktwert weiter steigern.

Der FC Bayern hat mit dieser Verlängerung ein Zeichen gesetzt. Nicht laut, nicht spektakulär, aber wirksam. Manchmal ist es wichtiger, die richtigen Spieler zu halten, als neue zu verpflichten.