Supercopa in Saudi-Arabien: Spaniens Fußball hat jetzt einen Preis - 50 Millionen

Der spanische Supercup bleibt trotz Kritik im Ausland.

Supercopa in Saudi-Arabien: Spaniens Fußball hat jetzt einen Preis - 50 Millionen
IMAGO/ZUMA Press Wire

Der spanische Fußballverband hat seine Entscheidung getroffen. Und sie fällt erwartbar aus: Geld schlägt Tradition, Einnahmen schlagen Identität. Die Supercopa Española wird bis mindestens 2030 in Saudi-Arabien ausgetragen. Was als vorübergehendes Experiment begann, wird zur Dauerlösung.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Als der Supercup 2018 erstmals außerhalb Spaniens stattfand, in Marokko, generierte er etwa eine Million Euro. Heute, durch die Vergabe an Saudi-Arabien, sind es laut RFEF-Präsident Rafael Louzan über 50 Millionen Euro. Eine Verfünfzigfachung der Einnahmen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das ein Argument, das jeden Widerspruch erstickt.

Doch Fußball ist keine reine Bilanzveranstaltung. Inaki Williams von Athletic Bilbao hat vor dem Halbfinale gegen den FC Barcelona ausgesprochen, was viele denken: Es sei beschissen, in Saudi-Arabien zu spielen. Die Mannschaften fühlten sich dort wie Gäste. Das ist keine Larmoyanz eines verwöhnten Profis, sondern die nüchterne Feststellung eines Spielers, der den Unterschied zwischen einem Heimspiel vor den eigenen Fans und einer Veranstaltung in der Wüste kennt.

Verband ignoriert Kritik der Spieler und Fans

Die Kritik von Spielern und Anhängern prallt am Verband ab. Die RFEF hat sich für das Geld entschieden und gegen die Atmosphäre, die den spanischen Fußball ausmacht. Das Estadio Santiago Bernabéu, das Camp Nou, San Mamés – diese Stadien werden den Supercup auf absehbare Zeit nicht mehr sehen.

Besonders bezeichnend ist die geplante Ausnahme für 2027. Wenn Saudi-Arabien wegen der zeitgleich stattfindenden Asien-Meisterschaft als Gastgeber ausfällt, kehrt der Wettbewerb nicht etwa nach Spanien zurück. Stattdessen weicht er nach Doha in Katar aus. Die Botschaft ist eindeutig: Der spanische Supercup gehört nicht mehr nach Spanien. Er gehört dorthin, wo das Geld fließt.

Man kann dem Verband nicht vorwerfen, dass er seine Prioritäten verschleiert. Die Entscheidung ist transparent in ihrer Konsequenz. Fünf Finals in Folge im Wüstenstaat, eine Vertragsverlängerung bis zum Ende des Jahrzehnts – das ist keine Notlösung mehr, das ist eine strategische Ausrichtung.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht mehr, ob diese Entwicklung richtig oder falsch ist. Diese Debatte hat der spanische Fußball längst hinter sich gelassen. Die Frage ist vielmehr, was als Nächstes kommt. Wenn ein Traditionsformat wie die Supercopa dauerhaft exportiert werden kann, welche Grenzen gibt es dann noch?

Der spanische Fußball hat seine Antwort gegeben. Sie lautet: 50 Millionen Euro.