Schlotterbecks Kampfansage Richtung Bayern ist mutig – jetzt muss der BVB liefern

Dortmund verkürzt Rückstand auf Bayern und plant, Meister zu werden.

Schlotterbecks Kampfansage Richtung Bayern ist mutig – jetzt muss der BVB liefern
IMAGO/Kirchner-Media

Sechs Punkte Rückstand, drei Spieltage nach der Winterpause. Nico Schlotterbeck steht vor den Kameras und sagt Sätze, die man beim BVB lange nicht mehr gehört hat. Der Verteidiger will angreifen, will Meister werden, will den Bayern zeigen, dass da noch jemand ist. Es sind Worte, die Dortmund gut zu Gesicht stehen.

Der Zeitpunkt ist günstig gewählt. Die Bayern stolpern, erst die Niederlage gegen Augsburg, dann das Remis in Hamburg. Der Rekordmeister zeigt Risse, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schienen. Dortmund wittert seine Chance, auch wenn der eigene Sieg gegen Heidenheim alles andere als souverän war. Ein 3:2-Arbeitssieg, bei dem Schlotterbeck selbst von Glück spricht. Aber Glück gehört dazu, wenn man Meister werden will.

Was Schlotterbecks Aussagen so bemerkenswert macht, ist nicht der Inhalt, sondern der Kontext. Der BVB hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf erarbeitet, der zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifel pendelt. Große Töne im Herbst, leise Resignation im Frühjahr. Die Mannschaft hat oft genug bewiesen, dass sie gegen die Kleinen strauchelt, wenn es darauf ankommt. Dass sie in entscheidenden Momenten die Nerven verliert.

Borussia Dortmund klingt irgendwie anders

Doch diesmal klingt es anders. Schlotterbeck fordert nicht nur sich selbst, er fordert den gesamten Verein heraus. Er verlangt einen Anspruch, der über das übliche Dortmunder Mantra hinausgeht. Nicht nur dabei sein, nicht nur um die Champions League spielen, sondern tatsächlich den Titel wollen. Das ist mutig für einen Spieler, dessen Mannschaft gerade mit Mühe gegen einen Aufsteiger gewonnen hat.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese Worte Substanz haben. Wolfsburg am Wochenende, dann das direkte Duell gegen Bayern Ende Februar in Dortmund. Spätestens dort wird sich entscheiden, ob Schlotterbecks Kampfansage mehr ist als eine emotionale Reaktion nach einem glücklichen Sieg.

Die Bayern werden sich von solchen Ansagen nicht beeindrucken lassen. Sie kennen das Spiel, sie haben es oft genug erlebt. Dortmund redet, München handelt. So lautete das Narrativ der vergangenen Jahre. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Vielleicht braucht der BVB einen Spieler, der ausspricht, was alle denken. Der den Druck nicht scheut, sondern sucht.

Schlotterbeck hat den Fehdehandschuh hingeworfen. Jetzt muss er ihn auch aufheben.