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Same procedure as every year in the Bundesliga

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Ich habe keine Lust, an dieser Stelle über das anstrengende Jahr zu jammern oder zu schimpfen. Jeder einzelne weiß selbst, was er von 2020 zu halten hat - es war Mist. Irgendwie hat sich die Bundesliga in die Weihnachtspause gerettet, und so handhaben Alex Steudel und ich es auch: Wir machen ein paar Tage frei. Dienstagabend schaue ich mir im Stadion das DFB-Pokalspiel von Borussia Dortmund in Braunschweig an, weil wir's bei Sport1 live übertragen, und necke die drei Jungs von Fußball MML, die anschließend die Analyse machen, und danach glotze ich tagelang Darts. Ich will ja nix zu viel versprechen. Aber 2021 wird alles besser. Alles.

Ich wünsche euch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch.

Ein blitzgescheites Jahresende wünscht

Euer Pit Gottschalk

FC Bayern hat das letzte Wort

Der FC Bayern bestätigt nach wackligen Wochen zum Jahresabschluss in Leverkusen seinen Superhelden-Nimbus.

Same procedure as every year in the Bundesliga

Von Ralph Durry

Der TV-Klassiker "Dinner for One" läuft zwar erst an Silvester. Aber in der Fußball-Bundesliga heißt es auch wie im Zwei-Personen-Stück mit Freddie Frinton alias Butler James: "Same procedure as every year!"

In den letzten Spielen wirkte Triple-Gewinner Bayern München keineswegs mehr so souverän, war angeschlagen, ließ Punkte liegen. Die Konkurrenz witterte Morgenluft, und am 12. Spieltag war es so weit: Bayer Leverkusen übernahm die Tabellenführung.

Im Bundesliga-Gipfel am Samstag schafften es die Bayern aber wieder, die Verhältnisse umzukehren, siegten 2:1 und kürten sich zum "Weihnachtschampion". Irgendwie ist es schon sonderbar, dass die Konkurrenz im Duell mit dem schier übermächtigen FC Bayern Fracksausen kriegt, wenn es ernst wird.

Einziger Hoffnungsschimmer: Die Belastung für die Bayern wird nicht geringer - allerdings auch nicht für die derzeitigen Hauptkonkurrenten Bayer und RB Leipzig. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Bäume für die Münchner angesichts der großen Belastung mit zahllosen Englischen Wochen nicht in den Himmel wachsen.

"BVB kann nicht dagegenhalten"

In seiner Kolumne spricht Marcel Reif Borussia Dortmund den nötigen Kampfgeist ab und erklärt den Unterschied zu Bayern München.

Das Starensemble von Trainer Hansi Flick ist aber so gut besetzt, dass es physische und psychische Belastung, aber auch verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren kann. Steht also am Saisonende die neunte Meisterschaft für den FC Bayern in Folge?

Nicht zwingend, der Rekordmeister ist verwundbar, wirkt in der Abwehr nicht immer sattelfest. Vieles konnte Welttorhüter Manuel Neuer ausbügeln. Allerdings müssen die Verfolger auch ihre Chance nutzen, wenn sie da ist. Bayer Leverkusen hat völlig unnötig einen, wenn nicht sogar drei Zähler am Samstag verspielt.

Geht es so weiter, heißt es am Saisonende wirklich wieder: "Same procedure as every year!"

Ralph Durry ist Fußballchef beim Sport-Informationsdienst (SID)

Noch am Sonntag

1:0! VfL Wolfsburg flippt sich gegen Stuttgart am BVB vorbei

Der VfL Wolfsburg bleibt oben dran, überholt Borussia Dortmund in der Bundesliga-Tabelle. Gegen den VfB Stuttgart hilft ein Glückstor von Josip Brekalo.

1:4! Hertha BSC zeigt, wie es nicht geht

Hertha BSC verliert das letzte Spiel des Jahres 1:4 in Freiburg. Trainer Bruno Labbadia reagiert fassungslos auf die Darbietung.

"Unterirdisch"

13 Punkte aus 13 Spielen - das Traumziel Europa ist für Hertha BSC ganz weit weg. Labbadia knöpfte sich einen Spieler vor.

Heute im Fernsehen

20.30 Uhr, Sky: 2. Liga, KSC - HSV

KSC gegen HSV: Wie giftig wird es diesmal?

Mit dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC beendet der HSV am Montag das Fußballjahr 2020. Das Ziel ist klar: Mit einem Sieg wollen sich die Hamburger in die  Mini-Winterpause verabschieden. Auf dem Papier geht der HSV als Favorit ins Spiel. Ganz normal lief es bei dieser Paarung in der Vergangenheit allerdings schon oft …

And the Gewinner is Bundesliga

Von Alex Steudel

Die letzte Kolumne des Jahres ist die einfachste, habe ich gedacht. Ich muss nur zurückschauen und eine ganz simple Frage beantworten: die nach dem Gewinner 2020. Und zack, ist die Kolumne fertig. Kann ja nicht so schwer sein.

Falsch gedacht. Das Thema hat mich den halben Sonntag beschäftigt. Sind die Bayern Gewinner des Jahres, weil sie jeden dritten Tag einen Titel gewannen?, fragte ich mich. Oder ist es Robert Lewandowski, weil er spielte wie ein Weltfußballer und es dann auch wurde? Müsste nicht Manuel Neuer Gewinner des Jahres sein, der beste Torwart aller Zeiten, der immer besser wird? Ist es vielleicht Jürgen Klopp, weil er zwei Wunder hintereinander vollbrachte: Meister mit Liverpool werden und bei der Welttrainer-Wahl Hansi Flick hinter sich lassen?

Oder sollte diese Ehre doch dem Hamburger SV zuteil werden, weil er uns 2020 häufiger zum Lachen brachte als der FC Bayern, Lewandowski, Flick und Klopp zusammen?

Ich kam auf kein Ergebnis. Jedes wirkte ungerecht. Was wären zum Beispiel die Bayern ohne Flick, Neuer und Lewandowski? Was wären die drei ohne die Bayern? Wenn der HSV so viele Fußballfans zum Lachen bringt, wieso weinen dann so viele? Und wäre mit einer Mannschaft, die über eine Milliarde Euro wert ist, in England vielleicht sogar Huub Stevens... Ihr versteht schon.

Dann fiel mir auf, dass ich einen Denkfehler machte: Es ging 2020 gar nicht um Personen oder Vereine, es ging um alles. Und dieser Gedanke machte es einfach. Ich hatte die Lösung. Feierlich schrieb ich sie auf einen Zettel, steckte ihn in einen Briefumschlag, öffnete den gleich wieder und las vor:

"And the Gewinner is Bundesliga."

"Spiele in Deutschland sind die besten in der ganzen Welt"

Karl-Heinz-Rummenigge, der Vorstandschef des FC Bayern München, hat am Sonntag im Sport 1-Doppelpass die Qualität der Bundesliga in höchsten Tönen gelobt und als "Benchmark in Europa" bezeichnet.

Ja, genau, die Bundesliga. 2020 war ein schlimmes Jahr für uns alle. Aber es hat gezeigt, wie wichtig sie ist. Wenn es eines Beweises bedurfte, dass die Bundesliga Kulturgut und der Deutschen liebstes Kind ist, wurde er erbracht. Für mich hat die Bundesliga in der Corona-Krise ziemlich viel richtig gemacht. Vor allem eines: Sie war da.

Der fast perfekte Umgang (wenn es denn einen gibt) mit Corona: Die Bundesliga war Erster und Vorbild für alle anderen. Der Gehaltsverzicht vieler Spieler: Dämpfte das Raffzahn-Vorurteil. Die Geisterspiele: Endlich war Fußball pur. Wir bekamen tatsächlich mit, was auf dem Platz gerufen, geschrien, geflucht wurde. Wir hörten alles! Also alles bis auf Lucien Favre.

Und dann die Erfolge: dass ein Bundesligist die Champions League gewann, dass sechs deutsche Klubs in der K.o.-Runde von Champions und Europa League stehen. Dass wir den Weltfußballer und den Welttorhüter beherbergen.

Marcus Thuram in Gladbach: Ziemlich feuchte Aussprache

Marcus Thuram droht nach der Spuckattacke eine lange Sperre – auch wenn sein Verein versucht, die Aktion als "unabsichtlich" darzustellen. Das Image ist kaputt.

Die Bundesliga sei jetzt "Benchmark", hat Kalle Rummenigge, Boss der Bayern, gestern im Doppelpass gesagt. "Die Spiele in Deutschland sind die besten in der ganzen Fußball-Welt. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken." So sieht's aus. Die Bundesliga war 2020 eben nicht nur sehr erfolgreich, sie bot außerdem Trost, also zumindest mir.

Egal, was draußen passiert, dachte ich so oft, selbst wenn die Straßen bald leergefegt sein sollten vor lauter Lockdown – solange in der Bundesliga der Ball noch rollt, besteht Hoffnung.

Alles wird gut. Ich wünsche Euch Frohe Weihnachten und ein sensationelles 2021.

Die gesammelten Steudel-Kolumnen gibt's jetzt übrigens als Taschenbuch und eBook. Titel: "Das Fußball-Jahr 2020 unter besonderer Berücksichtigung des HSV", 254 Seiten. Ansehen und bestellen und verschenken: Hier klicken.

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Alle mal herhören!

Er ist wieder Tah!

Fast könnte man denken, sie hätten sich einfach zufällig in Hamburg getroffen. An einem Montag nach der Bundesliga, in einem viel zu engen Raum, in dem irgendjemand sechs Dosen Red Bull und drei Mikros vergessen hatte. Das wäre die perfekte Legende, sie ließe sich gut erzählen. Am Abend nach dem dritten Glas Chianti. Und vielleicht stimmt sie sogar. Denn Fussball MML, das war eine Idee, aus dem Moment und aus einer Sehnsucht heraus. Ein Vorschlag, es mal zu versuchen, über Fußball reden und schauen, was dann passiert. Das eigentlich simple Rezept, die eigentlich simple Versuchsanordnung. Eine in die Jahre gekommene Boyband, die als Dreierkette Weltmeister werden wollte. So standen wir da, am Anfang. Drei Männer, die sich, mal beiläufig, mal absichtlich, über den Weg gelaufen waren. In den Stadien und den Studios dieses Landes. Heute sind sie hier im Podcast FußballMML zu hören und Dienstagabend auf Sport1 zu sehen - nach dem BVB-Pokalspiel in Braunschweig.