RB Leipzig verliert nicht wegen Pech, sondern weil die Einstellung fehlt

RB Leipzig verliert überraschend gegen Mainz 05 und hadert mit der Leistung.

RB Leipzig verliert nicht wegen Pech, sondern weil die Einstellung fehlt
IMAGO/Eibner

RB Leipzig hat ein Problem. Und es ist nicht das Ergebnis gegen Mainz 05, so ärgerlich die 1:2-Niederlage auch sein mag. Das Problem liegt tiefer, und Vereinslegende Willi Orban hat es auf den Punkt gebracht: Das war mit Abstand das schlechteste Spiel der Saison. Wenn ein erfahrener Abwehrchef nach einer Partie so deutlich wird, dann ist das keine Floskel für die Mikrofone. Dann brennt es.

Was in Leipzig gerade passiert, lässt sich nicht mit Pech oder einem schlechten Tag erklären. Conrad Harder brachte die Mannschaft in Führung, ein Moment, der eigentlich Sicherheit geben sollte. Stattdessen ließ sich das Team den Vorsprung noch vor der Pause durch einen Foulelfmeter nehmen, den Nadiem Amiri verwandelte. Vier Minuten nach Wiederanpfiff drehte Silas mit einem Sololauf die Partie endgültig. Mainz war wacher, gieriger, präsenter. Leipzig war das Gegenteil von allem, was man von einer Mannschaft mit europäischen Ambitionen erwartet.

Fehleranalyse bei RB Leipzig

Trainer Ole Werner sprach von fehlendem Fokus. In den ersten 60 Minuten habe es an allem gefehlt, sagte der Trainer. Das ist eine bemerkenswerte Aussage, weil sie keine Ausreden sucht. Werner zeigt auf seine Mannschaft, und er hat recht damit. Wer in der Bundesliga bestehen will, kann sich solche Auftritte nicht leisten. Schon gar nicht zu Hause gegen einen Gegner, der zwar respektabel spielt, aber nicht zu den Topteams der Liga gehört.

Nationalspieler David Raum verursachte zum zweiten Mal in Folge einen Elfmeter. Der Kapitän sprach von Pech, von Scheiße am Schuh. Das mag stimmen, aber es lenkt vom eigentlichen Problem ab. Zwei Elfmeter in zwei Spielen sind kein Zufall, sie sind ein Symptom. Sie zeigen, dass die Konzentration fehlt, dass in entscheidenden Momenten die Spannung nachlässt. Das ist keine Frage des Könnens, sondern der Einstellung.

Orban will die Saisonziele nicht infrage stellen. Europa bleibt das Ziel, sagt er. Das ist verständlich, denn wer jetzt öffentlich zweifelt, macht die Situation nur schlimmer. Aber intern muss Leipzig ehrlich sein. Diese Mannschaft hat in dieser Saison schon mehrfach gezeigt, dass sie zu mehr fähig ist. Umso irritierender ist es, wenn sie dann einen Auftritt hinlegt, der so weit unter ihren Möglichkeiten liegt.

Die Analyse wird kommen, die Aufarbeitung auch. Entscheidend ist, was danach passiert. Leipzig braucht keine neuen Ziele, sondern eine Rückbesinnung auf das, was diese Mannschaft stark macht: Intensität, Pressing, Überzeugung. Gegen Mainz war davon nichts zu sehen. Das muss sich ändern, und zwar schnell.