Qualität made in Solingen

Union Solingen war in den 80er-Jahren die Nummer 1 im Bergischen Land. Um diesen Titel zu behalten, mussten etliche Klingen gekreuzt werden.

Qualität made in Solingen
Der Kader der SG Union Solingen vor der Saison 1975/76, der ersten mit einem Trikotsponsor aus Solingen. Foto: Imago/Horstmüller

37 Jahre nach ihrem Abstieg aus der 2. Bundesliga steht die SG Union Solingen mit 536 Spielen in 14 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit immer noch auf dem 29. Platz in der ewigen Tabelle dieser Liga. Spieler wie Jörg Daniel, Dirk Hupe, Erwin Kostedde, Gerd Zimmermann, Hans Klinkhammer, Volker Diergardt, Demir Hotic, Daniel Jurgeleit oder Wolfgang Schäfer schnürten mal kurz, mal lang ihre Schuhe für die Klingenstädter.

Rückblick auf das Jahr 1969. Im entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die drittklassige Verbandsliga schlägt der damalige SC Union Ohligs im Stadtduell den BV Gräfrath vor 12.000 Zuschauern und noch auf Asche mit 3:1 im Stadion am Hermann-Löns-Weg. 1973 wird die SC Union Ohligs Niederrheinmeister und fusioniert ein Jahr später mit dem VfL Solingen-Wald zur SG Union Solingen. 1975 gelingt der Aufstieg in die Nordstaffel der damals noch geteilten 2. Bundesliga.

In den ersten Jahren der Ligazugehörigkeit schafft der Klub es jeweils, die Klasse zu halten – und sei es wie in der Saison 1976/77 als Vorletzter mit Hilfe eines Lizenzentzugs für den Bonner SC sowie des Verzichts von Göttingen 05 bzw. Wacker 04 Berlin. In der Saison 1975/76 wird die Solinger Schirmmanufaktur Kortenbach & Rauh der erste Trikotsponsor der SG Union. Das Unternehmen ist bekannt für seine Knirps-Klapp-Regenschirme.

Am Ende reichte es jedoch nur jeweils zum fünften Platz. Der Nichtaufstieg kam den Klubverantwortlichen vermutlich nicht ungelegen. Denn die fehlende Infrastruktur und eine ständig angespannte finanzielle Lage sorgten dafür, dass Jahr für Jahr die stärksten Spieler abgegeben werden mussten. Auch die räumliche Nähe von bis zu acht Bundesligisten im Umkreis von gerade mal 40 km machte die Suche nach Sponsoren nicht leichter.

In der Saison 1982/83 zierte das Logo der Baumarktkette OBI die Brust der Klingenstädter. 1983/84 folgte mit der Firma van den Hoogen erstmals ein Unternehmen der Solinger Besteckwarenindustrie als Trikotsponsor.

Von 1984 bis 1986 schlossen sich die Solinger Unternehmen aus dieser Branche zusammen und warben gemeinsam mit „Qualität made in Solingen“ auf den Trikots der zu dieser Zeit sehr erfolgreichen Solinger Fußballer. Bis heute wird dieses Qualitätssiegel für viele Schneidwaren der Klingenstadt Solingen verwendet.

Solingen war in den achtziger Jahren unangefochten die Nummer 1 im Bergischen Land. Um diesen Titel zu behalten, mussten etliche Klingen mit dem BV Lüttringhausen, später BVL bzw. FC Remscheid, gekreuzt werden. So gelang zum Beispiel in der Saison 1987/88 mit einem 1:0 beim Rivalen der entscheidende Sieg zum letztmaligen Klassenerhalt. 1988/89 stieg eine per Notfinanzierung zusammengeschusterte Mannschaft chancenlos als Tabellenletzter ab. Auch die Mission „Wiederaufstieg“ scheiterte kolossal. In der Oberliga wurde der Verein durchgereicht und musste erstmals Insolvenz anmelden.

Die SG Union Solingen 1897 e. V. war Geschichte. Nach einer weiteren Insolvenz des Nachfolgevereins 1. FC Union Solingen war dann 2010 endgültig Schluss. Die Blau-Gelben stellten den Spielbetrieb ein. Das Stadion am Hermann-Löns-Weg verwaiste und wurde letztendlich einem Bauvorhaben geopfert und abgerissen. Die beiden selbsternannten und tief zerstrittenen Nachfolgevereine BSC Union Solingen und 1. FC Solingen spielen heute auf Bezirkssportanlagen auf Kreisliga-Ebene.


Die komplette Trikotgeschichte mit den Fotos von allen im Text genannten Trikots findet ihr in der Stoffkunde vom 3. November 2025. Möchtet ihr in Zukunft keine meiner Trikotgeschichten verpassen, könnt ihr euch hier beim wöchentlichen Newsletter anmelden.