Luis Díaz' Gala-Abend zeigt: Dieser Bayern-Kader ist zu gut zum Schwächeln

Bayern besiegt Hoffenheim mit Díaz in Topform und bleibt Tabellenführer.

Luis Díaz' Gala-Abend zeigt: Dieser Bayern-Kader ist zu gut zum Schwächeln
IMAGO/Kirchner-Media

Der FC Bayern hat ein Zeichen gesetzt. Nicht weil ein 5:1 gegen Hoffenheim per se eine Sensation wäre, sondern weil die Art und Weise des Sieges nach zwei irritierenden Ausrutschern eine Botschaft an die Konkurrenz sendet: Dieser Kader ist zu gut, um länger zu schwächeln.

Luis Díaz war der Mann des Abends. Der Kolumbianer war an allen fünf Treffern beteiligt – drei davon erzielte er selbst, zwei weitere bereitete er vor, indem er die Fouls provozierte, die zu Harry Kanes Elfmetern führten. Es gibt Spieler, die ein Spiel prägen. Und es gibt Spieler, die ein Spiel dominieren. Díaz gehörte an diesem Abend zur zweiten Kategorie.

Was diese Partie aber wirklich interessant macht, ist der Kontext. Bayern hatte gegen Augsburg verloren, gegen Hamburg nur remis gespielt. Die Kritiker wurden lauter, die Fragen an Vincent Kompany drängender. Und dann kommt Hoffenheim, die Mannschaft der Stunde mit fünf Siegen in Folge, und wird deklassiert. Das ist die Antwort, die Kompany brauchte.

FC Bayern hält den Vorsprung

Sechs Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund – das klingt komfortabel, ist es in dieser Saison aber nicht zwingend. Der BVB lauert, und jeder Ausrutscher kann teuer werden. Dass Bayern diesen Vorsprung gegen einen formstarken Gegner verteidigte, wiegt schwerer als mancher Pflichtsieg gegen einen Abstiegskandidaten.

Hoffenheim wiederum erlebte den ersten Dämpfer des Jahres. Die TSG hatte sich in eine bemerkenswerte Serie gespielt, trotz des Chaos in der Führungsetage. Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker sprach vor dem Anpfiff von einem Kasperltheater – eine bemerkenswert offene Wortwahl, die zeigt, wie zerrüttet die Verhältnisse abseits des Rasens sind. Dass die Mannschaft unter diesen Umständen überhaupt fünf Siege aneinanderreihte, verdient Respekt. Dass sie in München verlor, ist keine Schande.

Die Rote Karte gegen Kevin Akpoguma nach zwanzig Minuten veränderte das Spiel natürlich. In Unterzahl gegen diese Bayern-Offensive zu bestehen, ist nahezu unmöglich. Dennoch versteckte sich Hoffenheim nicht, hatte Chancen durch Kabak, Asllani und Kramaric. Manuel Neuer half mit einem kapitalen Fehlpass sogar beim Ausgleich mit. Doch am Ende war die individuelle Klasse der Münchner zu groß.

Für Bayern ist dieser Sieg mehr als drei Punkte. Es ist die Bestätigung, dass die Mannschaft nach Rückschlägen reagieren kann. Kompany hat einen Kader, der Fehler korrigiert. Und er hat mit Díaz einen Spieler, der an seinem besten Tag unspielbar ist. Das macht diesen FC Bayern so gefährlich – und so schwer zu stoppen.