Leverkusen in der Krise: Hjulmand muss in der Woche der Wahrheit Ergebnisse liefern
Drei schwache Ergebnisse in Serie, Personalsorgen und schwindende Dominanz. Hat der Vizemeister noch die Substanz für die Wende?
Ein 1:1 gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05, eine Woche nach der Niederlage bei Union Berlin. Ich schaue auf diese Ergebnisse und frage mich: Wo ist das Team geblieben, das in der vergangenen Saison als Vizemeister und im Jahr davor als Meister die Liga aufmischte?
Kasper Hjulmand hat recht, wenn er sagt, es gebe keine Entschuldigung. Der Trainer spricht aus, was jeder sieht, der Bayer Leverkusen in diesen Wochen beobachtet. Die Werkself präsentiert sich müde, mutlos, mittelmäßig. Gegen Mainz fehlte Tempo, fehlte Überzeugung, fehlten Ideen. Erst in der 63. Minute kam Patrik Schick zum ersten gefährlichen Abschluss. Über eine Stunde lang passierte offensiv schlicht nichts Nennenswertes.
Das Problem liegt tiefer als in einzelnen Spielen. Leverkusen hat nach der Pleite in Berlin und dem torlosen Remis gegen Olympiakos Piräus nun das dritte unbefriedigende Ergebnis in Serie eingefahren. Ein Muster zeichnet sich ab: Die Mannschaft findet keinen Rhythmus, keine Dominanz, keine Lösungen gegen defensiv kompakte Gegner. Die Mainzer unter Urs Fischer standen tief, riskierten wenig – und Bayer fand kein Mittel dagegen. Sheraldo Becker traf mit der ersten echten Offensivaktion der Gäste nach der Pause zur Führung. Dass Jarell Quansah in der 88. Minute wenigstens den Ausgleich rettete, verhinderte die nächste Niederlage, kaschiert aber nichts.
Die Tabellensituation verschärft den Druck. Am Sonntag könnten RB Leipzig und der VfB Stuttgart ihren Vorsprung auf Leverkusen vorerst ausbauen. Die Champions-League-Plätze, die für einen Klub mit diesem Anspruch Pflicht sein müssen, rücken in Gefahr. Und die kommenden Aufgaben werden nicht leichter: Am Mittwoch wartet der Hamburger SV, am Samstag der SC Freiburg. Hjulmand selbst nennt es eine sehr wichtige Woche.
Dazu kommen Personalsorgen. Arthur musste vor der Pause mit einer mutmaßlich schweren Knieverletzung vom Platz. Wie lange er ausfällt, ist unklar. Sicher ist nur, dass Leverkusen ohnehin schon an der Belastungsgrenze operiert und sich weitere Ausfälle nicht leisten kann.
Die härteste Prüfung steht noch bevor: das Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal. In der aktuellen Verfassung dürfte Bayer gegen die Londoner nicht den Hauch einer Chance haben. Das ist keine Schwarzmalerei, das ist eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was diese Mannschaft derzeit zeigt.