Köln zeigt: FC Bayern ist doch verwundbar
Bayern-Experte Mario Krischel vom Kicker erklärt, was Gegner tun müssen – und warum es am Ende trotzdem nicht reicht
15 Siege, kein einziges Spiel verloren, 66 Tore in 17 Spielen – die Hinrunde des FC Bayern München ist historisch. Und doch hat das 3:1 in Köln gezeigt, dass diese Dominanz nicht mit Unantastbarkeit gleichzusetzen ist. Trotz allem sind die Bayern angreifbar - zumindest phasenweise. „Kein Team ist perfekt“, erklärt Bayern-Experte Mario Krischel (kicker) im Fever Pit’ch Podcast. Köln kam dank Tempo, Mut und Intensität zu Umschaltmomenten, stellte die Bayern vor Probleme, die man in dieser Deutlichkeit selten sieht - und ging sogar in Führung.
Das zeigt: Die Bayern sind angreifbar, bevor sie ihre volle Kontrolle entfalten.
„Du kannst ihnen beikommen, wenn du diese Intensität matchst“, erklärt Krischel. Union Berlin gelang das beim 2:2 als einziger Bundesligamannschaft in dieser Saison über die vollen 90 Minuten. Köln zumindest über eine Halbzeit. Aber für einen Sieg reichte es für beide nicht. Dass Bayern solche Spiele trotzdem dreht, liegt zum einen an ihrer individuellen Klasse, ist aber auch ein Verdienst von Vincent Kompany. Unter ihm bleibt die Mannschaft auch nach Rückschlägen ruhig - und wenn sie einmal ins Rollen gekommen ist, hält sie niemand auf.
https://youtu.be/tvgM5_m44D4?si=HEhHMxEqQ0LU3Y2_
„Wo die Bayern früher vielleicht verwaltet hätten, legen sie heute noch eine Schippe drauf“, erklärt Krischel mit Blick auf Spiele wie das 8:1 gegen Wolfsburg. Gegner müssen von Anfang an Vollgas geben, die Intensität Bayern nicht nur matchen, sondern übertreffen. Dann könnte man sie verwunden. Beim Gastspiel in Leipzig wartet jetzt ein Gegner, der Tempo, Physis und Intensität vereinen kann – also genau jene Zutaten mitbringt, die Köln zumindest zeitweise geholfen haben. Leipzig hat zudem die individuelle Qualität, diese Momente zumindest auf dem Papier nicht nur zu erzeugen, sondern länger auszudehnen. Köln hat gezeigt, wo Bayern verwundbar ist.
Ob Leipzig die Blaupause nutzen kann, um Kapital draus zu schlagen, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und hängt vor allem davon ab, wie lange die Bayern sich überhaupt in diese verwundbaren Phasen zwingen lassen. Denn bislang gilt: Selbst wenn man ihnen wehtut, finden sie fast immer einen Weg zurück.
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
Foto: Imago / Beautiful Sports
Takeaways
– Köln kam durch Tempo, Mut und Intensität zu Umschaltmomenten und stellte Bayern vor ungewohnte Probleme.
– Die Bayern sind angreifbar, bevor sie ihre volle Kontrolle entfalten können.
– Gegner müssen die Intensität der Bayern nicht nur matchen, sondern übertreffen, um Chancen zu haben.
– Union Berlin gelang es als einziger Bundesligamannschaft in dieser Saison, die Intensität über die vollen 90 Minuten zu halten.
– Unter Vincent Kompany bleibt die Mannschaft auch nach Rückschlägen ruhig und legt nach, statt zu verwalten.
– Selbst wenn Gegner den Bayern wehtun, finden diese fast immer einen Weg zurück ins Spiel.
Abschnitte
00:00 Begrüßung & Einstieg
00:47 Rekord-Hinrunde: Zahlen, Dominanz, erste Einordnung
01:24 Macht Dominanz langweilig? Blick auf die Bundesliga
02:40 Kompanys Wirkung: Warum dieser Bayern-Plan aufgeht
03:40 Luis Díaz statt Sané: Der Transfer, der alles verändert
05:20 Bayerns Offensiv-Quartett im Europavergleich
07:38 Harry Kane neu gedacht: Stürmer, Spielmacher, Fixpunkt
09:29 Kane & Musiala: Ergänzung oder Konkurrenz?
11:27 Rekordzahlen & Laufleistung: Bayerns neue Härte
13:07 Kompanys Pressing-Logik erklärt
15:13 Wie kann man Bayern schlagen?
16:55 Goretzka, Pavlović & die Konsequenzen im Mittelfeld
18:30 Innenverteidigung: Braucht Bayern noch Schlotterbeck?
20:23 Min-jae Kim: Zu gut für die Rolle?
22:19 Torwartfrage: Neuer, Urbig und die Lehren aus Nübel
28:07 Rückrundenauftakt in Leipzig: Wieder ein echter Test
29:00 Prognose: Ist Bayern trotz allem verwundbar?
32:49 Schluss & Verabschiedung
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