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Klub-WM in China: Hauptsache, die Kasse klingelt

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Gestern beklagte sich ein Leser über die kritischen Worte zu Lucien Favre. Er schrieb von einer Jagd auf den BVB-Trainer. Tatsächlich muss man vorsichtig sein, dass man die Grenze zum Persönlichen nicht überschreitet. Bei aller Kritik sollte es immer um das Ergebnis seiner Arbeit gehen. Leider kann man bei einem Trainer nicht immer zwischen Spiel- und Stilfragen unterscheiden; mit seiner Persönlichkeit prägt ein Trainer seine Mannschaft. In unserem Podcast haben wir aber aufgepasst, dass die Diskussion fair bleibt, und haben  Christoph Albers eingeladen. Er ist Autor bei neunzigplus.de und  moderiert zusammen mit Julius Eid den Dortmund-Podcast BVBeben. So ist genügend Ausgewogenheit in der Causa Favre gewährleistet. Denn: Fair geht vor.

Einen ausbalancierten Freitag wünscht

Euer Pit Gottschalk

Klub-WM in China: Hauptsache, die Kasse klingelt

Neue Klub-WM nach China vergeben

China wird im Jahr 2021 die neue Klub-WM ausrichten. Das hat der Weltverband Fifa in Shanghai entschieden. Das bisherige Turnier mit sieben Klubs wird durch ein neues Format mit 24 Mannschaften ersetzt. Es wird alle vier Jahre ausgetragen.

Von Pit Gottschalk

Manchmal weiß man beim Weltverband Fifa nicht, was wütender machen soll: das einstimmige Votum, dass die Klub-WM 2021 in der Parteidiktatur China stattfinden soll, oder die Unverfrorenheit des Fifa-Präsidenten selbst. Gianni Infantino nahm bei der Verkündung des Gastgeberlandes für sich in Anspruch, das Meinungsbild über die “historische Entscheidung” genauestens zu kennen: “Es wird ein Wettbewerb, auf den sich jeder Mensch, jedes Kind und jeder, der den Fußball liebt, freut.”

Wenn er sich da mal nicht irrt. Jeder, der den Fußball liebt, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, dass die besten Spieler in einem Land antreten müssen, das die Bürgerrechte in Hong Kong niederknüppelt. Infantino sollte nicht schwindeln, sondern bei der Wahrheit bleiben: Bei der Turniervergabe nach China geht es allein um eine Entwicklungshilfe, von der sich die Fifa ein Milliardengeschäft verspricht. Die Klub-WM ist nur die Vorstufe: ein Stimmungstest, ob China als WM-Gastgeber Punkte sammeln kann.

Die nächste Gelegenheit böte die WM 2030. Die kommenden Weltmeisterschaften sind bereits vergeben und finden in Katar und in den nordamerikanischen Staaten USA, Kanada und Mexiko statt. Für das WM-Turnier in elf Jahren haben bislang die vier südamerikanischen Länder Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay sowie die vier europäischen Länder Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Serbien ihr Interesse bekundet. Besonders lukrativ wären diese Bewerber nicht.

Großes Geld wird in Staaten, die heute ums Überleben kämpfen, auch in einem Jahrzehnt nicht zu verdienen sein. Die Fifa denkt: dann lieber China. Um fair zu bleiben: China liebt Fußball und tut mit staatlich verordneten Millionen-Investitionen einiges, nicht nur eine glamouröse Liga aufzubauen, sondern Nachwuchsarbeit an der Basis zu fördern. Fußball ist Pflichtfach in den Schulen. “Die Welt” bezeichnete Staatspräsident Xi Jinping als obersten Ultra-Fan: Den Weltmeister-Titel bis 2050 erklärte er zur Staatsaufgabe.

"Kein europäischer Top-Klub wird teilnehmen"

Im Frühjahr gab es vor allem unter den europäischen Fußball-Klubs eine Menge Ärger um die Reform der Klub-WM. Nun gibt die Fifa den Austragungsort des neuen Großturniers bekannt. Schon regt sich der Widerstand.

Der Größenwahnsinn erinnert sehr an die USA, bevor dort 1994 die erste WM stattfand und mit dem Ziel verbunden war, eine fünfte Top-Liga neben American Football und Baseball, Eishockey und Basketball zu etablieren. Aus dem versprochenen WM-Titel wurde nie etwas, aber die MLS, wo einstige Stars wie David Beckham, Zlatan Ibrahimovic und zuletzt Bastian Schweinsteiger ihren Vorruhestand verbrachten, hat es zu einer stattlichen Akzeptanz gebracht. Der Unterschied zu den USA: die Menschenrechte.

Man erinnere sich nur an die DFB-Kooperation in der Regionalliga, als ein chinesisches Junioren-Team Tibet-Fahnen auf den Tribünen entdeckte. Der  Protest im Publikum führte zum diplomatischen Zoff und zum Abbruch der Kooperation. Die Chinesen wissen, wie sie ihren durch Geld gewachsenen Einfluss zur Geltung bringen. Kürzlich wagte ein amerikanischer Basketball-Manager ein falsches Wort. Prompt wurde die PR-Tournee unterbrochen, die Live-Übertragung von NBA-Spielen ausgesetzt. Kritik ist nicht erwünscht.

Infantino stören die Vorkommnisse in seiner Geltungssucht nicht. “Jeder kann sagen, was er will”, behauptete er bei der WM-Vergabe in Shanghai, er gaukelte besseren Wissens. Es klingt wie Hohn, wenn er sagt: “Wir versuchen, Fußball als Katalysator für Positives und niemals für Negatives einzusetzen.” Fußball bringe “ein Lächeln ins Gesicht der Menschen”. Es wäre ehrlicher, wenn er einfach sagte: China hat Tonnen von Geld - und an dieses Geld wollen wir mit dem Weltverband dringend ran.

Die WM-Vergabe 2030 oder 2034 an China wäre demnach nur die logische Konsequenz aus der altrömischen Überlieferung, dass Geld nicht stinkt. Wer ein Turnier nach Russland und Katar vergibt, lächelt über jeden vorgetragenen Zweifel an China. Das IOC ist da längst schon weiter als die Fifa und hat mit den Winterspielen 2022 zum zweiten Mal nach den Sommerspielen 2008 Olympia an die Chinesen vergeben. Ein paar Wochen lang wegschauen, das können beide Dachverbände sehr, sehr gut.

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Heute im Fernsehen

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1. FC Köln Trainer Achim Beierlorzer will in Mainz "Serie starten"

Nach dem souveränen Heimsieg gegen Paderborn will der 1. FC Köln am Freitag in Mainz nachlegen. Trainer Achim Beierlorzer kündigte eine Erfolgsserie an: „Zuletzt haben wir vier Punkte geholt. Darauf wollen wir aufbauen.“

Europa League aktuell

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Das Traumergebnis „zu null“ wurde es am Ende nicht. Aber Eintracht Frankfurt verschafft sich in der Europa League den erwünschten Vorteil im Duell mit Standard Lüttich um Gruppenplatz zwei.

Was sonst noch so los ist

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Zwei späte Tore drehten die Spiele in der Europa League in letzter Minute. Vor allem für Wolfsburg ist das bitter: Die Mannschaft hatte schon mit zwei Toren geführt.

Österreicher des Monats

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Beim Stadionneubau deutet vieles darauf hin, dass ein hohes Gericht zu rasch entschieden hat.

eSport: Warum Schalke 04 nach Berlin umzieht

Schalke eröffnet in Charlottenburg sein „Gaming House“ neu. Die Community hofft auf mehr gesellschaftliche Anerkennung.

Joachim Löw schließt Hummels-Rückkehr aus

Ist damit das leidige Thema vom Tisch? Der Bundestrainer sagte aber auch: "Keine Ahnung, was 2020 sein wird."

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Schweizer Käse

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Nach dem übervorsichtigen 0:2 bei Inter Mailand steigt in Dortmund die Skepsis gegenüber Trainer Lucien Favre.

Bei BVB-Fans regieren Frust und Sarkasmus

Der BVB-Trainer meint, sein Team habe in Mailand „ganz okay“ gespielt. Mit der Meinung steht er ziemlich alleine da.

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"Uli Hoeneß handelt nicht strategisch"

In der Kolumne "Auf den Punkt" bewerten die Sport1-Experten die Themen im Fußball. In dieser Woche erklärt Marcel Reif, was er von der Kovac-Diskussion hält.

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Nach den Ausschreitungen im U19-Spiel Piräus gegen Bayern hat sich Griechenlands Verband beim DFB entschuldigt.

E...E...M 2024 b...b...bei T.T.T...ele...kom

Von Alex Steudel

Die Meldung, wonach das EM-Fußballturnier 2024 tatsächlich komplett von der Telekom übertragen wird, hat mich gestern bis ins Mark erschüttert. Mir fehlt jede Phantasie, wie das hinhauen soll. Ich bin mir sicher, dass die Telekom die EM 2024 frühestens Mitte 2025 übertragen wird, weil der Techniker nicht gekommen ist.

Ich erwarte deshalb ein totales Hotline-Chaos. Millionen von Menschen werden im Juni/Juli 2024 bei der Telekom anrufen und fragen: Hat jemand mein Spiel gesehen? Nein, ich korrigiere, sie werden es fragen WOLLEN, es kommt ja niemand durch.

Ich überlege, ob ich mir Hotline-Slots sichern soll, indem ich mich vorsorglich beschwere. Ich könnte zum Beispiel heute den Telekom-Support anrufen und morgen, wenn ich durchgekommen bin, dem Berater in Sachsen-Anhalt sagen, dass das EM-Halbfinale ruckelt. Vielleicht bekomme ich ja dann im Juli 2024 den zeitlich passenden Rückruf aus Niederbayern.

(Womöglich haben wir bis dahin aber auch ganz andere Probleme, und die Hotline-Stimme sagt: "Da ruckelt nichts, das ist das Deutschland-Spiel.")

Telekom überträgt Fußball-EM 2024

Das Turnier wird 2024 erstmals nicht von ARD/ZDF übertragen. Die deutsche Spiele sollen aber frei empfangbar bleiben.

Ich will nicht auf der Telekom rumhacken, die anderen sind auch nicht besser. DAZN zeigte mir kürzlich tagelang ein Interview mit Frankfurts Trainer Adi Hütter auf dem Startbildschirm meines Fernsehers; die nicht vorhandene Künstliche DAZN-Intellligenz kapiert einfach nicht, dass ich das Ding schon 23-mal gesehen habe. Genau so wenig kennt die App meine Vorlieben, sie startet einfach immer mit irgendeinem Spiel.

Und dann wechselt DAZN (wie SkyGo auch) trotz meiner okay-schnellen Internetverbindung immer wieder zwischen scharfen und unscharfen Bildern hin und her, man fühlt sich wie in einer Richter-Ausstellung. (Für die weniger kunstinteressierten Leser: Gerhard Richter ist ein weltberühmter deutscher Künstler, der die Ästhetik der Unschärfe entwickelt hat.)

Apropos Sky. Hat schon mal jemand auf dem iPad ein Fußballspiel in der SkyGo-App geguckt und dabei auf eine wichtige Mail gewartet? Jedesmal, wenn du vom Mailchecken zurück in die SkyGo-App kommst, läuft nicht das Spiel weiter, nein, die Werbemaschinerie setzt sich jedesmal neu in Bewegung. Auch wenn ich nur fünf Sekunden Mailchecken oder nach dem Wetter gucken war, begrüßt mich Sky herzlich mit einer Minute Werbung.

Fußball auf SkyGo gucken ist, als hätte dich die Werbeindustrie als Geisel genommen. Ich habe kürzlich in einer einzigen Halbzeit 14 Minuten Sky-TV-Spots gesehen, weil ich gleichzeitig im Internet recherchieren musste, das ist Weltrekord, und natürlich kommt fast immer dieselbe Werbung, das macht einen wahnsinnig.

Ich kenne zum Beispiel Jürgen Klopps Meinung zum Thema Finanzielle Vorsorge dank Sky in- und auswendig. Immer wenn ich in die App komme, wartet der Finanzberater mit den weißen Zähnen bereits in seiner Küche auf mich. Es ist schon so schlimm, dass ich mich am Sonntag aus Versehen wunderte, weil Klopp nach dem 1:1 in Manchester einfach nur das Spiel analysierte und mir keine Anlagetipps geben wollte.

Alle mal herhören!

"Bundesliga braucht eine neue DNA"

Der Profifußball schielt auf immer neue Geldquellen. Stattdessen sollten DFL, DFB und die Vereine die Bundesliga zur nachhaltigsten, sozialsten und bodenständigsten Liga der Welt machen. Das würde ihnen auch im internationalen Wettbewerb helfen. Das schreibt der frühere Manager Andreas Rettig im Magazin "Capital".

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