Kircher: VAR-Ablauf vor Mainzer Elfmeter fehlerhaft
Der Schiedsrichter-Chef gibt zu, dass das Team rund um Referee Patrick Ittrich nicht optimal kommuniziert habe.
Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hat eingeräumt, dass die erste Elfmeterentscheidung in der Fußball-Bundesligapartie zwischen Mainz 05 und dem FC Augsburg (2:0) am Samstag fehlerhaft gewesen sei. Der letzte Schritt der Kommunikation zwischen dem Unparteiischen Patrick Ittrich und dem Videoassistenten habe "nicht funktioniert", sagte Kircher im Interview mit der Augsburger Allgemeinen.
Ittrich hatte den Mainzern in der 5. Minuten einen Strafstoß zugesprochen, nachdem Stefan Bell im Zweikampf mit dem Augsburger Elvis Rexhbecaj zu Boden gegangen war. Kircher zufolge hätte der VAR dem Schiedsrichter aufgrund des auf den Bildern kaum ersichtlichen Kontakts "bitten können, sich die Szene selbst noch mal anzuschauen". Dies geschah jedoch nicht. Der Elfmeter blieb bestehen und Nadiem Amiri verwandelte ihn.
"Die erste Aufgabe wäre es gewesen, den Schiedsrichter erst mal zu supporten oder mit klaren, offensichtlichen Bildern zu widerlegen. Beides war an der Stelle nicht möglich, weil eine Berührung kaum zu erkennen ist", erklärte Kircher: "Dann aber muss man eine Checkliste abarbeiten. Und am Schluss zur Frage kommen: Kann es sich überhaupt um ein Foulspiel handeln? Ich sage: Nein."
Auch Ittrich selbst hatte die Richtigkeit seiner Entscheidung nach Ansicht der Bilder bereits stark in Zweifel gezogen. "Es ist eher dünn, muss ich schon sagen. Wenn ich die Bilder sehe, muss man wahrscheinlich davon ausgehen, dass es eher keiner ist", sagte der Unparteiische bei Sky. Der Videoassistent habe den Kontakt "weder widerlegen noch belegen" können, sagte der Hamburger.