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In einem Punkt irrt Uli Hoeneß aber gewaltig

Inhaltsverzeichnis

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Der Münchner Sportjournalist Max-Jacob Ost hat seine Biografie über Uli Hoeneß in Podcast-Form gebracht und erzählt zwischen den Kapiteln, die sich mit dem Aufstieg des mächtigen Bayern-Machers befassen, von seinem verzweifelten Wunsch auf ein Interview mit ihm. Ich habe die bisher zehn Podcastfolgen sehr gerne gehört, weil sie mich auf eine Zeitreise mitnahmen. Viele Anekdoten kannte ich vom Hörensagen, einige waren komplett neu für mich, und manche erinnerten mich an persönliche Begegnungen mit Uli Hoeneß. Am Ende von Folge 10 fiel ich fast vom Sofa. Plötzlich tauchte ich selbst auf. Oder besser: mein Name. Ich hatte  Max-Jacob Ost einen Gefallen in Bezug zu Uli Hoeneß getan und will jetzt nicht spoilern. Hört die Folge 10 doch selbst. Nur so viel: Ich kann Folge 11 kaum erwarten.

Einen hörenswerten Dienstag wünscht

Euer Pit Gottschalk

In einem Punkt irrt Uli Hoeneß aber gewaltig

Seine Bewertung von Transferverhandlungen ist überholt

Dem langjährigen Bayern-Macher sind Spielerberater ein Dorn im Auge. Sport1-Kolumnist Tobias Holtkamp kann nur begrenzt nachvollziehen.

Von Tobias Holtkamp

Vorweg: Dass Uli Hoeneß eine lebende Fußball-Legende ist, als Spieler, aber noch mehr als Manager und Mr. FC Bayern, der den Münchener Fußballverein über drei Jahrzehnte mit viel Mut, besonderem Geschick und teils unermüdlichem Kampf zum Weltklub geformt hat, steht außer Frage.

Hoeneß war ein Wegbereiter des ganz großen Fußball-Geschäfts, von dem heute so viele leben. Zum Beispiel auch die Managementagenturen, die sich um Wohl und passende Arbeitsverträge der Spieler kümmern - gern auch "Berater" genannt. Auf die hatte es Hoeneß nun mal wieder abgesehen und äußerte ein paar mittlerweile ziemlich antiquierte Sichtweisen!

Im Buch "Für die Helden von morgen" von Felix Neureuther äußerte Hoeneß seinen Unmut darüber, dass bei den Vertragsverhandlungen ständig Berater mit am Tisch sitzen.

"Heute gibt es kaum mehr einen Spieler, der selbst verhandelt, der bei diesen Gesprächen überhaupt dabei ist", sagte Hoeneß, der zum Vergleich wenig überraschend die guten, alten Zeiten heranzog: "Als Paul Breitner und ich damals unsere Verträge verhandelt haben, da sind wir selbst am Tisch gesessen, da war kein anderer für uns dabei. Da haben wir uns gefetzt, aber wir haben uns das alles selbst ausgemacht.“

Hoeneß' stärkster Vorwurf in Richtung der Spieler-Managements zielte aber in Richtung einer persönlichen Vorteilsnahme. Hoeneß wenig missverständlich: "Ich sehe das Problem bei den heutigen Spielern vor allem darin, dass sie durch ihre Berater ein bisschen und immer mehr fremdgesteuert werden. Die Berater haben leider nicht immer den Vorteil der Spieler im Auge, sondern viel mehr den eigenen."

11 Leben - Die Welt von Uli Hoeneß

Zum Auftakt des neuen Podcast Formats „11 Leben“ wird niemand Geringeres als eine der spannendsten Figuren des deutschen Fußballs porträtiert: Uli Hoeneß. Zu Beginn nicht mehr als eine fixe Idee, wurde die Umsetzung für den Podcaster und Sportjournalisten Max-Jacob Ost größer als gedacht. Über zwei Jahre nun recherchiert, liest, telefoniert und interviewt er in akribischer Kleinarbeit, taucht in die Vergangenheit ein, schaut sich private wie auch berufliche Erfolge und Niederlagen ganz genau an. Und er versucht sich an der größten Herausforderung: Uli Hoeneß höchstpersönlich für „11 Leben“ vor das Mikro zu bekommen.

Worte, die sich Hoeneß im Vorfeld vielleicht hätte einmal mehr überlegen sollen. Sie rücken wieder eine Branche in schlechtes Licht, die zum ganz großen Teil längst hochseriös arbeitet.

Schwarze Schafe gibt es wohl (und leider) immer - aber wie doch in jedem Geschäftsbereich. Zum Beispiel auf der anderen Seite: Vereinsmanager, die sich mal an Transfers persönlich bereichert haben, sollen auch heute noch in Amt und Würden sein. Aber, sie sind eben die absolute Ausnahme.

Und so ist es auch bei den Spielerberateragenturen. Die Provisionen, die ihre Manager bei Vertragsabschlüssen erhalten, kennen die Spieler heute sehr genau - sie geben sie mit ihrer Unterschrift überhaupt erst frei. An ihnen vorbeigewirtschaftet, wonach es in den Hoeneß-Aussagen klingt, wird nicht.

Ganz entscheidend: Bei den Vertrags-Verhandlungen im Profibereich hat sich seit den Hoeneß-Breitner-Zeiten eine Menge getan. Die Vertragswerke, mit all ihren Optionen und Klauseln, sind derart aufwendig und nicht nur für Laien kompliziert geworden, dass es fast fahrlässig wäre, als junger Fußballer ohne Branchen-Profi in die Gespräche zu gehen - bzw. diese eben nicht von Experten führen zu lassen.

Die dann halt auch wissen, wie Abmachungen und Kontrakte im bezahlten Fußball aktuell aussehen - und nicht zuletzt welche Gehälter gezahlt werden und marktkonform sind.

Die Chance, dass Spieler am Ende ihre Unterschrift unter einen Vertrag setzen, der ihnen in entscheidenden Details später zum großen Nachteil werden könnte, wäre ohne fachliche Beratung ziemlich groß. Auch die Vereine haben Juristen, die für sie arbeiten und an den Verträgen feilen.

So sehr Hoeneß' Gefühlswelt in dem Bereich vielleicht noch zu verstehen ist - so wenig zeitgemäß ist seine Bewertung der Spielermanagements. Zeiten ändern sich.

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20.45 Uhr, ARD: Borussia Dortmund - SC Paderborn

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