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Hilfe, ich habe keinen Lieblingspieler!

Inhaltsverzeichnis

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Mein Lieblingsspieler ist Diego Maradona. Von ihm habe ich ein klares Bild in meinen Erinnerungen. Was der kleine Argentinier mit dem Ball anstellen konnte, raubte mir den Atem. Die Fernsehbilder von damals zeigen ihn immer wieder in Zweikämpfen, den Ball eng am Fuß, zielstrebig und unaufhaltsam. Schaut euch diesen Maradona-Film an, zumindest den Trailer, damit Ihr versteht, was ich meine. (Ich bedaure Alex Steudel, dass er keinen Lieblingsspieler wie Maradona hat - siehe unten.) Hat Robert Lewandowski Maradonas Eleganz? Seine Größe? Ich weiß es nicht. Aber ich gratuliere ihm herzlich zur Wahl zu Europas Fußballer des Jahres. Und frage mich: Ist Lewandowski der Lieblingsspieler von sehr vielen Kindern?

Ein bewundernswertes Wochenende wünscht

Euer Pit Gottschalk

Robert Lewandowski ist Europas Fußballer des Jahres

Robert Lewandowski gewinnt die prestigeträchtige Wahl zu "UEFA Men's Player of the Year". Der Torjäger des FC Bayern toppt dabei seinen Kollegen Manuel Neuer.

Hilfe, ich habe keinen Lieblingspieler!

Von Alex Steudel

Am Montag schrieb ich ja, dass ich mir den Supercup* keinesfalls ansehen werde, sondern lieber zu einer Lesung gehe. Ich habe nicht gesagt, was für eine Lesung, und das hole ich jetzt nach: eine mit Arnd Zeigler. Der Bremer Stadionsprecher und Moderator ("Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs") hat ein neues Buch ("Traumfußball") rausgebracht und deshalb am Mittwoch in Hamburg mit dem lustigen und reichweitenstarken Tommi Schmitt (vom Podcast "Gemischtes Hack") über Fußball gesprochen. Der Abend war spannender und hat mir mehr zu denken gegeben als jedes Supercupspiel der Fußballgeschichte inklusive derer, die ich nicht gesehen habe.

Und zwar vor allem wegen einer Frage, die aufkam, und die mich voll auf dem falschen Fuß erwischt hat und seither beschäftigt.

"Wer ist eigentlich dein Lieblingsspieler?", fragte Zeigler Schmitt.

Als die Frage raus war, wurde mir klar, dass das meine Marktlückenfrage ist. Ich habe nämlich keinen Lieblingsspieler. Ich habe auch anderen diese Frage nie gestellt, dabei waren da sehr, sehr viele Fragen, die ich in meiner Reporterkarriere gestellt habe: "Herr Beckenbauer/Lienen/Zwanziger/Lizarazu/Ricken/Lorant, wer ist eigentlich Ihr Lieblingsspieler?"

Ich frage mich seit Mittwochabend: Warum hast du eigentlich keinen Lieblingsspieler? Also nicht mal so ganz heimlich. Was stimmt nicht mit dir? Liegt es vielleicht daran, dass Fußball Mannschaftsport ist? Eine Lieblingsmannschaft hat ja jeder. Ich zum Beispiel die Stuttgarter Kickers, was mir, als ich nach der Lesung beim zweiten Bier mit dieser heiklen Information rausrückte, den bewundernden Blick von Tommi Schmitt einbrachte, worüber ich mich freuen konnte, bis er sagte: Das Logo der Kickers gefalle ihm.

Robert Lewandowski war schon immer ein Knaller

Lange hat er darauf gewartet, nun ist Robert Lewandowski am Ziel. Er hat die Ehre verdient.

Ich habe mein Hirn zermartert und weiß trotzdem nicht, was einen Lieblingsspieler ausmacht. Ist es Erfolg? Spräche dann eher für jemanden wie Messi oder CR7 als für Aaron Hunt. Das Aussehen? Eher Roque Santa Cruz als Ribéry. Charme? Eher Gero Bisanz (sorry, das sagt Google) als Effe. Kontinuität? Eher Charly Körbel als Alex Nübel. Kampfwille? Eher Sammer als Özil. Technische Fertigkeit? Eher Zidane als Borowka. Sympathie? Schweini, nicht Maik Franz.  Cooler Name? Juan Sebastián Verón! Nicht Thomas Müller.

Als Kind fand ich den anderen Müller, Hansi, cool, später als Student Juan Cayasso (Fragt nicht! Kickers!). Heute tendiere ich vielleicht eher zu Jens Jeremies. Den mochte ich ganz gern, nachdem ich als Reporter im Löwen-Stüberl festgestellt hatte, dass er deutlich schlauer ist, als er rüberkommt, dass er obendrein sehr viel witziger ist, als er rüberkommt, und weil ich mit ihm die Basics des Fußballs verbinde: a) Rennen, bis der Arzt kommt, und dann noch 500 Meter weiter. b) Verletzen, was man nicht beherrschen kann. c) Wehendes Haar.

Viele (Ältere) würden vermutlich Günter Netzer als Lieblingsspieler nennen, der hatte aber nur das mit der Haaren.

Andrej Kramaric zu teuer für den FC Bayern?

Andrej Kramaric hat das Interesse des FC Bayern geweckt. Doch nun gibt es wohl ein entscheidendes Hindernis.

Werder-Fan Arnd Zeigler sagte übrigens, sein Lieblingsspieler sei Wynton Rufer, der Stürmer aus den Neunzigern. Weil er viele Tore schoss, 59 in 174 Bundesligaspielen, und weil er das angeblich mit einer seltsamen Laufhaltung schaffte, so händchenhochhalt-artig, an die ich mich gar nicht mehr erinnere, die es Zeigler aber angetan hatte (bei "seltsame Laufhaltung" muss ich eher an Miroslav Klose, den Schleicher, denken.)

Gladbach-Fan Tommi Schmitt legte sich auf Arie van Lent fest. Die Begründung habe ich entweder vor Schreck nicht mitbekommen, oder sie ging im Gelächter des Publikums unter.

Alles zum Abschluss der Transferperiode

Viele Gerüchte um Hertha BSC. Wen holt der FC Bayern München noch? Bleibt Davy Klaassen bei Werder Bremen?

Beim Schreiben dieser Kolumne habe ich dann "Lieblingsspieler" gegoogelt. Eintracht-Trainer Adi Hütter äußerte diesbezüglich in einem Interview den Namen "Makoto Hasebe" mit der Begründung, der verkörpere "mit 36 Jahren immer noch absolute Klasse", was meiner Meinung nach ein schwaches Argument für Lieblingsspielerschaft ist. Karl-Heinz Rummenigge, selbst früher Lieblingsspieler zahlreicher Männer wegen seiner vielen Tore und zahlreicher Frauen wegen seiner sexy Knie, erwähnte gegenüber "France Football" tatsächlich mal Ousmane Dembéle im Lieblingsspielerzusammenhang.

Lieblingsspieler gesucht?

11Freunde macht ein paar Vorschläge, welche Spieler man - warum auch immer - bewundern könnte.

Auf 11freunde.de gibt sogar eine ganze Kategorie "Lieblingsspieler". Als ich die gestern testweise aufrief, stand ganz oben ein Text über "Benjamin Stambouli", was ich für einen Softwarefehler halte. Danach kommt ein Text, der so beginnt: "Jeder kleine Fußballfan der Welt hat einen Lieblingsspieler."

Vielleicht bin ich einfach nicht mehr klein genug.

Am Ende tröstete mich eine Umfrage aus 2011 auf einem Statistik-Portal. Die Frage: "Welcher dieser Fußballspieler ist Ihr Lieblingsspieler?" Auf Platz eins landete Mario Götze. Kinder, wie die Zeit vergeht!

PS: Da mich die Frage nach dem Lieblingsspieler sehr bewegt, stelle ich jetzt Dir, dem Fever-Pit'ch-Leser, dieselbe: Wer ist Dein Lieblingsspieler? Antwort bitte via post@alexsteudel.de an mich, und zwar mit einer ganz kurzen Begründung (die ersten drei Mailer kriegen übrigens das neue Zeigler-Buch).

*Achtung, Spoiler für Supercuphasser: Bayern hat 3:2 gewonnen.

Unser Podcast

Titel, Trainer, Transferfenster

Nach dem Supercup-Sieg steht jetzt vor allem die Kaderplanung der Bayern im Fokus. Wer wird denn noch kommen, um den doch recht übersichtlichen Kader der Münchner noch aufzufüllen? Wo besteht denn noch Bedarf? Malte Asmus und Pit Gottschalk haben die Baustellen im Blick und sprechen natürlich auch über die Trainerdebüts vom Wochenende. Manuel Baum für Schalke und Jan-Moritz Lichte für Mainz 05 rücken da in den Fokus der Öffentlichkeit. Schalke-Experte Raphael Wiesweg von Ruhr24 schätzt die Situation von Manuel Baum bei den Königsblauen ein. Und der externe Experte sorgt - ohne dass er das wollte und wusste - für leichte Spannungen.

Champions League

Knaller-Auslosung für vier deutsche Klubs

Nur 40 Tage nach dem Bayern-Sieg in der Champions League gegen Paris Saint-Germain ist die Lust auf Europapokal jetzt schon direkt wieder da! Die Auslosung zur neuen Saison in der Königsklasse brachte am Donnerstag gleich sieben Knaller.

"Das klingt so richtig nach Champions League"

"Eine interessante Gruppe" - auf diese Beschreibung konnten sich dann wohl alle nach ihren Auslosungen einigen.

Spielpläne, Termine, Zuschauer, Gruppen

Der Sportbuzzer zeigt, was vor dem Start der neuen Königsklassen-Saison 2020/21 sonst noch relevant ist.

Heute im Fernsehen

20.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Union Berlin - Mainz 05

Was bedeutet der Union-Transfer von Loris Karius?

Loris Karius wechselt zum 1. FC Union Berlin, doch zieht damit wirklich Glamour ein? Und was bedeutet das für die Entwicklung der Torhüter-Position?

Samstag

15.30 Uhr, Sky: Bundesliga, 1. FC Köln - Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund - SC Freiburg, Werder Bremen - Arminia Bielefeld, VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen

18.30 Uhr, Sky: Bundesliga, RB Leipzig - Schalke 04

Sonntag

11 Uhr, Sport1: Check24 Doppelpass

15.30 Uhr, Sky: Bundesliga, VfL Wolfsburg - FC Augsburg

18 Uhr, Sky: Bundesliga, Bayern München - Hertha BSC

Was sonst noch so los ist

1:2 in Athen! VfL Wolfsburgs nicht in der Europa League

Wolfsburg hat den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase verpasst. Der VfL Wolfsburg verlor das Play-Off-Duell bei AEK Athen 1:2 (1:0).

"Wir wollen zurück nach Europa"

Trainer Adi Hütter sieht Eintracht Frankfurt gut aufgestellt, um in dieser Saison die europäischen Plätze anzugreifen.

Vorzeigefrau im Keller

Der Abgang von Bibiana Steinhaus macht ein großes Problem im Schiedsrichterwesen sichtbar.

"Beim BVB liegt es auch am Trainer"

Wird aus Dortmund noch ein Meisterschaftskandidat? Und wo liegen die Probleme des FC Bayern? Die Fragen der Woche.

1. FC Köln: Horst Heldt geht auf Fifa los!

Immer neue Sorgen um anstehende Länderspiel-Abstellungen. Köln-Boss Horst Heldt attackiert jetzt den Weltverband Fifa.

Davy Klaassen: Abschied gegen Arminia

Vor zwei Jahren war seine Verpflichtung eine kleine Sensation. Jetzt könnte Davy Klaassen Werder Bremen sehr helfen.

"Das ist einfach nur niederschmetternd"

Eigentlich sollte ein Zweitligaspiel im USFußball zum Protest gegen Rassismus genutzt werden. Doch soweit kam es gar nicht.

Alle mal herschauen!

Zwei Duelle voller Historie - und eine unangenehme Premiere

Real Madrid – die „Königlichen“, die „Galaktischen“, Champions-League-Rekordsieger – ist absolute Königsklasse, mehr geht nicht. Ein tolles Los für Borussen Mönchengladbach und zudem eines mit großer historischer Dimension. Jeder Gladbach-Fan kennt den niederländischen Schiedsrichter Leonardus van der Kroft, der 1976 zwei Gladbacher Tore aberkannte und damit für das Aus der Borussen im Landesmeister-Wettbwerb sorgte. Die Geschichte ist ein Teil des Mythos vom schönen Scheitern, in einer Reihe mit dem Büchsenwurf.

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