Heidenheim macht vorm HSV-Spiel klar: Zeit der Ausreden ist vorbei
Heidenheims Trainer Schmidt warnt vor dem Abstiegskampf gegen den HSV.
Frank Schmidt redet nicht drumherum. Der Trainer des 1. FC Heidenheim weiß, dass sein Team am Abgrund steht, und er kommuniziert das mit einer Klarheit, die im Profifußball selten geworden ist. Keine Ausflüchte, keine Relativierungen. Stattdessen: "Wir müssen liefern."
Das Kellerduell gegen den Hamburger SV ist für Heidenheim mehr als ein gewöhnliches Bundesligaspiel. Es ist eine Standortbestimmung, die über den weiteren Saisonverlauf entscheiden könnte. Als Tabellenletzter mit nur drei Siegen und 13 Punkten nach 22 Spieltagen hat der Klub von der Ostalb bereits fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Auf den HSV sind es sogar sechs Punkte. Die Mathematik ist gnadenlos, die Spieltage werden weniger.
Schmidt fordert drei Punkte. Nicht als Wunsch, sondern als Notwendigkeit. Diese Kompromisslosigkeit in der Zielsetzung unterscheidet den erfahrenen Coach von vielen Kollegen, die in vergleichbaren Situationen lieber von Prozessen und Entwicklungen sprechen. Schmidt weiß: Wer jetzt nicht gewinnt, der fährt im Sommer womöglich tatsächlich nicht mehr mit dem Bundesliga-Express.
Was auffällt: Der 52-Jährige verliert sich nicht in Larmoyanz. Er analysiert nüchtern, was sein Team braucht – hohe Intensität, leidenschaftliches Verteidigen, die Fähigkeit, beim Gegner Leiden zu schaffen. Die Referenz auf das 2:3 in Dortmund ist dabei bezeichnend. Trotz der 13. Saisonniederlage sah Schmidt dort Ansätze, an die sein Team anknüpfen kann. Die vergebenen Großchancen beim BVB zeigen, dass Heidenheim durchaus in der Lage ist, gegen jeden Gegner mitzuhalten. Was fehlt, ist die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.
Besonders interessant ist Schmidts Betonung der positiven Energie. In einer Situation, in der Druck und Nervosität naturgemäß zunehmen, verlangt er von seinen Spielern mentale Stabilität. Keine Grübeleien über vergangene Fehler, kein Hadern mit der Tabellensituation. Stattdessen: volle Konzentration auf das Hier und Jetzt.
Ob diese Herangehensweise ausreicht, um die Wende zu schaffen, wird sich zeigen. Der HSV kommt als Aufsteiger nach Heidenheim, der selbst noch um seine Bundesliga-Zugehörigkeit kämpft. Es ist ein Duell zweier Teams, die beide dringend Punkte brauchen.
Für Schmidt und sein Team gilt: Die Zeit der Analyse ist vorbei. Jetzt zählen nur noch Ergebnisse. Der Trainer hat das verstanden und kommuniziert es unmissverständlich. Diese Ehrlichkeit verdient Respekt – auch wenn sie am Ende möglicherweise nicht reichen wird, um den Klassenerhalt zu sichern.