Frauenfußball in Deutschland: Zwischen Nationalstolz und strukturellen Baustellen
Vielleicht inspiriert das deutsche Nationalteam viele Mädchen sogar für die Defensivarbeit. Aber es gibt noch mehr zu tun
Was für Einschaltquoten, welcher Nervenkitzel? Nach den Sommerferien werden wohl viele Mädchen im Trikot von Aitana Bonmatí auf Deutschlands Fußballplätzen stehen. Sollte England im Finale gegen Spanien triumphieren, könnten auch Shirts von Chloe Kelly oder der erst 19-jährigen Michelle Agyemang zum Trend werden.
Bei den Torhüterinnen werden wir den Namen Berger sehen – trotz des vermeintlichen Fehlers gegen Spanien, der in meinen Augen eher die Folge eines Geniestreichs der Weltfußballerin Bonmatí war: Es gibt nur eine Handvoll Spielerinnen, die nach 120 gespielten Minuten noch den Kopf hochnehmen, die kleine Lücke erkennen sowie die nötige Präzision und Schärfe hinkriegen.
Vielleicht inspiriert das deutsche Nationalteam viele Mädchen sogar für die Defensivarbeit: Wenn selbst eine technisch starke Spielerin wie Jule Brand kompromisslos verteidigt, grätscht und bis zur Erschöpfung läuft, kann sie darüber genau wie mit Toren oder Vorlagen zum Vorbild werden. Ich würde dem DFB empfehlen, schon mal die Flockmaschinen mit ihrem Namen anzuwerfen.
DFB-Frauen kämpften sich in die Herzen der Fans
Die deutsche Elf hat sich so leidenschaftlich in die Herzen gespielt, dass einige Experten nun auch bei den Frauen die deutschen Tugenden postulieren und gar an Jens Jeremies, Jürgen Kohler und Berti Vogts erinnern. Die eigentlichen Herausforderungen für den Mädchen- und Frauenfußball liegen ohnehin nicht in der