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Die sechs Brennpunkte in der Bundesliga-Rückrunde

Inhaltsverzeichnis

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Am Telefon klang Stefan Kuntz müde, aber entspannt. Er hatte unter der Woche Bundesliga-Mannschaften im Winter-Trainingslager besucht und dafür den Neujahrstermin der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Offenbach sausen lassen. Der Junioren-Bundestrainer stand unter Zeitdruck: Bis gestern musste er eine Liste mit 50 deutschen Spielern aushändigen, für die eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio infrage kommt.

Auf der Liste stehen praktisch alle Namen der neuen Spielergeneration, die jetzt ins Profigeschäft drängt, und dazu ein paar, auf die ganz Deutschland wartet. Max Kruse und Sandro Wagner zum Beispiel. Aber auch Maxi Arnold und Maxi Eggestein sowie Davie Selke. Stefan Kuntz hat die vergangenen Tage damit verbracht, mit diplomatischen Geschick die Optionen für ein Sommermärchen in Fernost auszuloten, der Kader muss im Juni feststehen.

Die Vereine geben ihre Spieler nicht gerne in der Vorbereitungszeit zur neuen Saison ab, ihre Begründung ist naheliegend - sie bezahlen die Spieler und wollen sie im eigenen Trikot sehen. Man kann Kuntz deshalb nur dankbar sein, dass er sich von der traditionellen Zurückhaltung nicht entmutigen lässt. Ihm bedeutet das Olympische Fußballturnier etwas. Darum weiß man: Er wird eine gute Mannschaft aufs Feld schicken; egal, wer das sein wird.

Einen japanischen Donnerstag wünscht

Euer Pit Gottschalk

Todibo-Transfer perfekt: Barcelona-Gefühl auf Schalke

Schalke 04 holt Jean-Clair Todibo vom FC Barcelona

Jean-Clair Todibo verstärkt die Abwehr des FC Schalke. Ein Top-Deal, der auf Jochen Schneider zurückzuführen ist. Der Sportchef liefert.

Von Patrick Berger

Nicht wenige ziehen bei diesem Transfer anerkennend die Augenbrauen: Schalke 04 verpflichtet Jean-Claire Todibo. Einen 20 Jahre alten Innenverteidiger, den etliche europäische Top-Klubs – wohl unter anderem der AC und Inter Mailand sowie AS Monaco – auf dem Zettel hatten. Dass sich ein hoffnungsvolles Talent wie Todibo, das immerhin vom großen FC Barcelona kommt, ausgerechnet für Schalke entscheidet, spricht auch für die Überzeugungsarbeit von Sportvorstand Jochen Schneider. Schließlich erklärt Todibo, dass ihn das Projekt Schalke, "mit jungen Spielern den Erfolg zu suchen", letztlich überzeugt hat.

Schalke-Neuzugang Jean-Clair Todibo im Porträt

Schalke 04 hat Jean-Clair Todibo bis Saisonende ausgeliehen. Damit reagieren die Königsblauen auf die angespannte Personalsituation in der Innenverteidigung.

Rückblende: Im März 2019, mitten im Abstiegskampf, folgte Schneider auf den zurückgetretenen Christian Heidel. Schneider, zuvor als Leiter Sport bei RB Leipzig unter Ralf Rangnick tätig, war sofort darum bemüht, Ruhe in den Verein zu bekommen. Nach dem geglückten Klassenerhalt ließ sich Schneider dann Zeit für die wichtigste Personalie seiner bisherigen Schalke-Zeit: Er holte David Wagner als Cheftrainer. Einen jungen, dynamischen Trainer, der die Schalke-DNA in sich trägt, der auf schnelles Umschaltspiel setzt und Spieler - siehe Sorgenkind Amine Harit - besser machen kann.

Neben Trainer Wagner tätigte Schneider im Sommer zusammen mit dem Technischen Direktor Michael Reschke weitere kluge Transfers. Ozan Kabak wurde vom VfB Stuttgart geholt, Benito Raman von Fortuna Düsseldorf, Markus Schubert von Dynamo Dresden, zudem wurden Jonjoe Kenny und Juan Miranda vom FC Everton respektive Barca ausgeliehen.

Mit satter Kaufoption

Jean-Clair Todibo (20) läuft bis Sommer für Schalke 04 auf. Am Mittwoch machte Königsblau das Leihgeschäft mit dem FC Barcelona offiziell.

Der 19-jährige Kabak machte zwölf Ligaspiele, erzielte dabei drei Treffer. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten glänzte zuletzt auch Raman mit vier Treffern und drei Assists. Schubert, der ablösefrei geholt wurde, hütete zuletzt für den rotgesperrten Nübel den Kasten und gilt als dessen legitimer Nachfolger. Kenny war in der Hinrunde als Rechtsverteidiger gesetzt und überzeugte in seinen 17 Einsätzen (ein Tor, zwei Assists).

Schneider stimmt die königsblauen Fans nun auch im Winter mit seinem Handeln auf dem Transfermarkt zufrieden. Auf die Verletztenmisere in der Abwehr reagierte der Stuttgarter jetzt mit dem genialen Todibo-Transfer.

Hut ab, dass Schneider in den Verhandlungen mit den Barca-Bossen hartnäckig blieb und sich letztlich eine Kaufoption in Höhe von 25 Millionen Euro gesichert hat.

Nübel-Berater über Begleiterscheinungen im Transfergeschäft

Alexander Nübels Berater Stefan Backs gibt Einblicke, wie der Transfer von Schalke zum FC Bayern abgelaufen ist.

Das Sturmproblem will Schneider mit dem von Augsburg geliehenen Angreifer Michael Gregoritsch lösen. Ebenfalls ein guter Transfer, an dem Schalke noch Freude haben kann. Zudem wurden Mark Uth (Leihe nach Köln), Steven Skrzybski (Leihe nach Düsseldorf) und Fabian Reese (Wechsel nach Kiel) abgegeben.

Auch deshalb sagte Trainer David Wagner kürzlich im Kicker anerkennend: "Ich muss Jochen Schneider und Michael Reschke ein großes Kompliment aussprechen, weil bereits all das umgesetzt worden ist, was wir uns nach dem letzten Spieltag vorgenommen hatten. Das ist grandios."

Dem ist nichts hinzuzufügen. Schneider liefert!

Die sechs Brennpunkte in der Bundesliga-Rückrunde

RB Leipzig: Welche Liga Timo Werner am meisten reizt

Mit 18 Toren in 17 Spielen belegt Timo Werner Platz zwei in der Torschützenliste hinter Robert Lewandowski (19 Tore). Im Interview verrät Werner, welche Liga ihn am meisten reizt und was er über seinen Trainer Julian Nagelsmann denkt.

Videobeweis

Neues Jahr, altes Leid: Die Diskussionen um den Videobeweis werden die Fußball-Bundesliga wohl oder übel auch weiterhin beherrschen. Es spricht Bände, dass zweieinhalb Jahre nach der Einführung noch immer knapp zwei Drittel der Profis laut einer Umfrage unzufrieden mit der Umsetzung des vermeintlichen Hilfsmittels sind. Zu allem Überfluss hatte zuletzt auch noch Geschäftsführer Lukas Brud vom IFAB, dem für die Regeln zuständigen Gremium, mit widersprüchlichen Aussagen für Konfusion gesorgt.

Titelkampf

Hält RB Leipzig die Verfolger auf Distanz? Jubelt am Ende wieder Rekordchampion Bayern München? Oder wird es doch einen Überraschungsmeister geben? Der packende Titelkampf garantiert Spannung bis zum Schluss. Fünf Teams nach der ersten Saisonhälfte getrennt durch nur sieben Punkte - das hatte es seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben. "Es kommen einige Teams für den Titel infrage", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Die Rückrunde beginnt mit unglaublich großer Spannung. Verschiedene Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe."

Abstiegskampf

Bleibt Außenseiter SC Paderborn weiter dran? Wie präsentiert sich Werder Bremen nach dem Absturz? Kann Union Berlin seine starke Hinrunde direkt bestätigen? Schon vom Start in die zweite Saisonhälfte wird viel für die Kellerkinder abhängen. Klubs wie Hertha BSC oder Eintracht Frankfurt, die sich eigentlich in anderen Sphären sehen, müssen zusehen, dass sie den Abstand vergrößern. Es kündigt sich ein zäher Kampf um die Plätze über dem Strich an, am Ende könnte es auch einen oder mehrere Klubs mit großen Namen erwischen.

Personalien beim FC Bayern

Hansi Flick schlug Alarm. "Wenn man von 'pack mas' und 'voll angreifen' und allen möglichen Titeln spricht, braucht man auch einen Kader, der in der Tiefe genügend Substanz und Qualität besitzt", sagte der Bayern-Trainer am Rande des Trainingslagers in Katar. "Mindestens zwei" Neuzugänge brauche es, betonte er. Das ist eine Woche her. Transfers seither? Keiner. Sportdirektor Hasan Salihamidzic verweist auf die grundsätzliche Problematik bei Winterkäufen - und auf die jungen Talente im Klub. Doch sollten die Bayern nicht sofort voll punkten, dürfte der Ruf nach neuen Stars noch lauter werden.

Torhüter auf Schalke

Markus Schubert steht im Tor, Alexander Nübel sitzt auf der Tribüne - zunächst für zwei Spiele, bis Nübels Rotsperre abgelaufen ist. Und dann? Bleibt U21-Nationaltorwart Schubert die Nummer eins, weil er es in der nächsten Saison sowieso werden soll und die Fans es schon jetzt wollen? Oder kehrt der künftige Münchner Nübel zwischen die Pfosten zurück und verhilft den Königsblauen zum Abschied zur Rückkehr in den Europacup? Trainer David Wagner muss Ende Januar eine schwierige Entscheidung fällen - die den Ausgang der Saison maßgeblich beeinflussen kann.

Götze-Zukunft in Dortmund

Nicht erst seit der Verpflichtung von Erling Haaland sprießen die Gerüchte. Verlässt Mario Götze zum zweiten Mal dem BVB? Verlängert er doch nochmal seinen auslaufenden Vertrag? Und wenn ja, zu welchen Konditionen? Denn angeblich will der zuletzt wenig eingesetzte "Held von Rio" keine Gehaltseinbußen hinnehmen. Ein Winterwechsel scheint jedoch erst einmal vom Tisch, auch wenn der BVB nur noch jetzt eine Ablösesumme bekommen würde. Dennoch: Eine klare Lösung sollte so schnell wie möglich gefunden werden, sonst drohen die Diskussionen auch die Rückrunde zu überlagern. Nicht wirklich glücklich ist nach Haalands Verpflichtung dem Vernehmen nach auch Super-Joker Paco Alcacer. Zwei unzufriedene Spieler? Das sollte der BVB verhindern.

Hängepartie bei Raffael

Raffael will bei Borussia Mönchengladbach bleiben. Sollte das aber nicht klappen, wird er weitermachen – es muss aber ein Klub in Deutschland sein.

Heute im Fernsehen

21.15 Uhr, DAZN: Coppa Italia, Parma - AS Rom

Was sonst noch so los ist

DFB meldet Spieler: Thomas Müller darf von Olympia träumen

Stefan Kuntz geht entspannt mit den vielen Spekulationen um sein Olympia-Team um. Der Erfolgscoach der U21 lässt sich viele Optionen offen. Das „letzte Puzzleteil“ sorgt für besondere Spannung.

Für Klinsmann ein Wiedersehen mit Beigeschmack

Für den Hertha-Trainer kommt es am Sonntag zum ersten Duell mit Ex-Klub Bayern. Gute Erinnerungen weckt das nicht.

Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare

Jürgen Klinsmann hat Ärger wegen einer fehlenden Lizenz - dabei hat er früher beste Erfahrungen mit Zettelwirtschaft gemacht.

Brause tritt Bremse

Inzwischen verneigt sich selbst Bundestrainer Joachim Löw vor der titeltauglichen Entwicklung von RB Leipzig.

Schlägt der BVB bei Transfers noch mal zu?

Der BVB könnte im Winter noch mal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Genauso sind aber auch Abgänge möglich.

Diese deutschen Top-Trainer arbeiten im Ausland

Bei deutschen Trainern, die es ins Ausland zieht, verliert sich oftmals die Spur - wie etwa bei Marco Kurz. Er wurde entlassen.

Das Tor zur Welt

Nicolai Müller in Sydney: Einer von fünf Millionen

Beim Torjubel für den Hamburger SV zog sich Nicolai Müller einst einen Kreuzbandriss zu. Nun spielt er in Sydney unter Trainer Markus Babbel - und wundert sich über manche Dinge in der neuen Liga.

Pierre-Michel Lasogga spricht über Katar, HSV und Rückkehr

Vor sieben Monaten ist Pierre-Michel Lasogga (28) vom Hamburger SV zu Al-Arabi nach Katar gewechselt. Im Interview mit Sport Bild zieht er ein erstes Fazit. Seinen Wechsel in die Wüste sieht der Stürmer nicht als Abstieg.

Alle mal herhören!

Klasnic kritisiert: Organspende-Debatte kommt zu spät

Am Donnerstag wird über ein neues Gesetz zur Organspende diskutiert. Der frühere Werder-Star Ivan Klasnic benötigte selbst fremde Organe, um zu überleben – und hat nun eine klare Meinung.

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