Die 3. Liga wächst rasant – doch die Kosten fressen den Erfolg auf

Die 3. Liga verzeichnet Rekorde bei Zuschauern und Finanzen.

Die 3. Liga wächst rasant – doch die Kosten fressen den Erfolg auf
IMAGO/Eibner

Die 3. Liga hat ein Problem, das viele gerne hätten: Sie wächst schneller, als sie verdauen kann. Die Zahlen, die der DFB jetzt präsentiert, sind beeindruckend. Erstmals überschritten die Gesamterlöse der Klubs die 300-Millionen-Marke, landeten bei 334,8 Millionen Euro. Ein Plus von fast 15 Prozent. Gleichzeitig strömten durchschnittlich 11.548 Fans pro Spiel in die Stadien – ein Rekord, der die Vorjahresmarke von 9707 deutlich pulverisiert. Über 4,3 Millionen Zuschauer in einer Saison, erstmals seit Ligagründung 2008. Deutschland hat damit die bestbesuchte 3. Liga weltweit.

Das klingt nach Erfolgsgeschichte. Und ja, es ist eine. Aber sie hat einen Haken.

Denn während die Einnahmen explodierten, stiegen die Aufwendungen noch stärker: um 15,2 Prozent auf 348,7 Millionen Euro. Das durchschnittliche Saisonergebnis bleibt negativ, bei minus 0,82 Millionen Euro pro Klub. Zehn Vereine schrieben schwarze Zahlen, sieben rote. Erst zum zweiten Mal in der Ligageschichte standen mehr Klubs im Plus als im Minus – das zeigt, wie weit der Weg noch ist.

3. Liga hat nur einen schmalen Puffer

Die 3. Liga ist ein Paradoxon: Sie zieht Massen an, generiert Aufmerksamkeit, bricht TV-Rekorde bei MagentaSport mit 28,7 Millionen Zuschauern vor den Bildschirmen. Aber sie schafft es nicht, diese Popularität in nachhaltige wirtschaftliche Stabilität zu übersetzen. Das Eigenkapital liegt bei durchschnittlich 0,7 Millionen Euro pro Klub – ein schmaler Puffer für eine Liga, in der ein einziger Fehlgriff auf dem Transfermarkt oder eine verpatzte Saison existenzbedrohend sein kann.

Fünf Klubs wiesen negatives Eigenkapital auf, so wenige wie nie zuvor. Das ist Fortschritt, keine Frage. Aber es zeigt auch, wie fragil das Fundament vieler Vereine bleibt.

Was die Liga richtig macht: Sie setzt auf junge deutsche Spieler. Knapp 30 Prozent der Gesamteinsatzminuten entfielen auf deutsche Spieler unter 23 Jahren – ein Höchstwert. Die 3. Liga erfüllt damit ihre Funktion als Ausbildungsliga besser denn je. Das ist ihr eigentlicher Wert für den deutschen Fußball, wichtiger als jede Bilanzsumme.

Die nächste Medienrechte-Ausschreibung steht 2026 an. Der aktuelle TV-Vertrag läuft nach der Saison 2026/27 aus. Hier liegt die Chance, den nächsten Sprung zu machen. Aber nur, wenn die Klubs bis dahin lernen, ihre Kosten im Griff zu behalten.

Die 3. Liga hat sich von Corona erholt, sie ist stärker als zuvor. Aber Wachstum allein ist kein Geschäftsmodell. Die Zahlen glänzen, die Substanz muss nachziehen.