Darf man Wolfsburg gut finden?


Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Nach elf Wochen Pause setzt heute die 2. Liga den Spielbetrieb fort. Für alle, die's vergessen haben: Tabellenführer ist Darmstadt 98. Der ewige Aufstiegsfavorit Hamburger SV liegt vier Punkte dahinter auf Platz 2 und hat den FC Heidenheim im Nacken. Aber keine Sorge, liebe HSV-Fans: Die Mehrheit der Fußballfans ist überzeugt, dass die Bundesliga-Rückkehr im fünften Jahr endlich gelingt, wie das Bundesligabarometer in einer repräsentativen Umfrage ermittelt hat (n = 5.124).
Demnach sieht die Zweitliga-Tabellenspitze am Ende der Rückrunde so aus wie am Anfang der Rückrunde: vorne Darmstadt und Hamburg, Heidenheim in der Relegation. 71,2 Prozent meinen, dass HSV-Torjäger Robert Glatzel auch Torschützenkönig wird. Laut Umfrage werden den Trainer wechseln: SV Sandhausen (29,6 %), Arminia Bielefeld (24,1 %) und 1. FC Magdeburg (22,2 %). Man rechnet damit, dass aus der 3. Liga der SV Elversberg dazu stößt.
Die Ermittler vom Bundesligabarometer haben die Rechnung ohne Alex Steudel gemacht. Unser Kolumnist, ein bekennender HSV-Beobachter, träumt von der allerbesten Mega-Super-Spitzen-Zweiten-Liga aller Ewigkeiten. Oder wie wir untereinander sagen: von der Champions League des kleinen Mannes. HSV-Fans müssen tapfer sein: Der Steudel ahnt, wo Hamburg landet. Darum das Fever Pit'ch Motto heute: erst Podcast hören, dann Steudel lesen.
Ein erstligareifes Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk
Unser Podcast

Bisher hatten es Pit Gottschalk und Malte Asmus wie die Deutsche Bahn gehalten: Wolfsburg nur ansteuern, wenn es gar nicht anders geht. Aber jetzt ist das anders. Der VfL Wolfsburg ist das Team der Stunde. Sechs Siege in Serie und eine Torbilanz von 22:1 erfordern Aufarbeitung. Und deshalb haben sie - frei nach Pit Gottschalks Lieblingssendung - endlich auf die flehentlichen Rufe aus Wolfsburg reagiert: "Wir sind auch Stars, lasst uns hier rein!" Zu Gast ist die Stimme des VfL Wolfsburg: Lars Vollmering vom Wölferadio. Er liefert sich in diesem Podcast einen heißen Schlagabtausch mit Pit Gottschalk im Stile zweier TV-Legenden. Es geht um die Frage: Warum liebt keiner den VfL Wolfsburg?

Heute im Fernsehen
20.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, RB Leipzig - VfB Stuttgart

Samstag
15.30 Uhr, Sky: Bundesliga, SC Freiburg - FC Augsburg, Mainz 05 - VfL Bochum, TSG Hoffenheim - Mönchengladbach, Hertha BSC - Union Berlin, Werder Bremen - VfL Wolfsburg
18.30 Uhr, Sky: Bundesliga, Bayern München - Eintracht Frankfurt
20.30 Uhr, SPORT1: 2. Liga, Hannover 96 - Kaiserslautern

Sonntag
11 Uhr, SPORT1: Doppelpass (mit Markus Krösche)
15.30 Uhr, DAZN: Bundesliga, Schalke 04 - 1. FC Köln
17.30 Uhr, DAZN: Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund

Die Champions League des kleines Mannes
Von Alex Steudel
Das Gejammer im Raum Gelsenkirchen ist groß, aber nicht überall ist die Krise des FC Schalke 04 ein Problem. Wo Schatten ist, ist schließlich auch Flutlicht. Wie Bolle freut sich zum Beispiel die ganze zweite Liga, das Rückgrat des deutschen Fußballs, auf die Rückkehr von Königsblau im Sommer. Es ist halt alles eine Frage der Perspektive.
Besonders hier in Hamburg ist die Vorfreude riesig. Ich meine sogar, dass ich nach dem 1:6 der Schalker gegen RB Leipzig draußen einen Autokorso gehört habe. Das Schicksal meint es eben gut mit der schönsten Stadt Deutschlands; eine noch bessere (und damit lukrativere) beste zweite Liga aller Zeiten steht ihr unmittelbar bevor.

Und zwar mit dem aktuell Vorletzten der ersten Liga, der Hertha Investment BSC Organization, mit Schalke 04, dem abgeschlagenen Liga-(Platz 18) und Schulden-(Platz plus minus null 180 Millionen)-Schlusslicht. Mit Lautern, Nürnberg, Düsseldorf, und wer weiß, vielleicht ja sogar mit Bruno Labbadias VfB Stuttgart. Womöglich auch mit 1860 München.
Und logischerweise mit dem Zweitliga-Urgestein HSV, der auf Rang zwei überwintert hat und am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig re-startet. Der ganze Norden ist gespannt. Die Frage ist aber nicht, ob der HSV den Aufstieg verspielt, sondern auf welche Weise es diesmal nicht klappt. Man kennt das schon: Abstürze in der Rückrunde sind in Hamburg so wahrscheinlich wie: Wind.
Viele ehemalige Topklubs werden also im Sommer eine Champions League des kleinen Mannes bilden. Wie ehemalig diese Klubs sind, erkennt man übrigens besonders gut an den Titeln, die sie mal gewonnen haben. Denn die gibt es längst nicht mehr: den Uefa-Cup (Schalke 04) zum Beispiel, den Europapokal der Pokalsieger (Magdeburg), den Intertoto-Cup (Kaiserslautern), den Westdeutschen Pokal (Düsseldorf) oder den Deutschen Ligapokal (Hertha BSC).
Und der Hamburger SV – seine Fans singen es im Schlaf – hat 1983 den sogenannten Europapokal der Landesmeister geholt. Derselbe Klub ist aber auch, das ist das etwas größere Kunststück, in seiner Geschichte noch nie aufgestiegen. Und Aufstieg haben ja sogar die Bayern mal geschafft.

Machen wir uns nichts vor: Das Größte am HSV 2023 ist Sportchef Jonas Boldt (zwei Meter).
Sei's drum, ich freue mich jetzt auf 17 Vorbereitungsspieltage zu einer tollen neuen besten zweiten Liga mit lauter namhaften Teilnehmern. Sollen sich doch die Bayern und die Dortmunder künftig mit Darmstadt und Heidenheim herumschlagen.
Das neue Steudel-Buch ist da! Titel: "Die nächste Kolumne ist immer die wichtigste". 276 Seiten für 14,95 Euro. Wer das Buch sofort will: Hier bestellen! Wer ein signiertes Exemplar bevorzugt: Mail an post@alexsteudel.de.
Was sonst so los ist
In der #Bundesliga fallen im Schnitt die meisten Tore! Letzte Saison waren es noch 3,11 Tore pro Spiel, in dieser Saison sind es bisher sogar noch mehr. Die anderen Top-Ligen hinken hinterher.
— 90PLUS (@neunzig_plus) January 26, 2023
Was sagt ihr: Sind viele Tore ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für die Liga? pic.twitter.com/rfIX8ghs5Z









Alle mal herschauen!
Bisschen Werbung darf sein
Mein Reporterbuch
In diesem Buch (144 Seiten) erzähle ich Geschichten aus meinem Reporterleben. Über Maradona und Beckenbauer, Matthäus und Möller, Erdogan und Hitzfeld - und viele weitere Persönlichkeiten. Wer ein Exemplar mit einer persönlichen Widmung haben möchte, schreibt mir eine kurze Mail an info@pitgottschalk.de. Das Buch kostet 14,95 Euro inklusive Versand und Widmung. Vielen Dank!
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