Capello kritisiert Schiedsrichter: "Wie eine Mafia"
Der Starcoach attackiert das Schiedsrichterwesen scharf. Später rudert er zurück, doch eine Debatte ist längst entbrannt.
Der frühere Starcoach Fabio Capello hat mit einer scharfen Schiedsrichter-Kritik und einem "Mafia"-Vergleich für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung Marca sprach der 79-jährige Italiener von einem Schiedsrichterwesen, das "wie eine Mafia" agiere und sich gegen externe Hilfe abschotte. In einer späteren Stellungnahme präzisierte Capello seine Aussagen und bedauerte, dass der Begriff "Mafia" aus dem Zusammenhang gerissen worden sei.
Capello bemängelte zunächst, dass beim Video-Assistenten keine ehemaligen Profispieler eingebunden werden. "Die Schiedsrichter wollen keine Ex-Spieler einbeziehen, die die Bewegungen und Abläufe im Fußball kennen", kritisierte der Ex-Trainer des englischen Nationalteams, der AC Mailand, von Juventus Turin oder Real Madrid. Deshalb würden häufig falsche Entscheidungen getroffen werden, da viele Unparteiische selbst nie gespielt hätten und bestimmte Spielsituationen nicht ausreichend verstehen würden. Das Thema mache ihn "extrem wütend".
Gemeinsam mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) habe man 20 Elfmeterentscheidungen analysiert, erklärte Capello, der aktuell vor allem als TV-Kommentator in Italien tätig ist. Das Ergebnis: Nur in sechs Fällen sei der Elfmeter berechtigt gewesen, in 14 nicht. Capello sprach zudem von einer abgeschotteten "Kaste" der Schiedsrichter, die kaum bereit sei, Kritik oder Unterstützung von außen anzunehmen.
Die Worte Capellos lösten in den Sozialen Netzwerken in Italien und Spanien hitzige Reaktionen aus. Danach ruderte Capello zurück. Mit dem Begriff "Mafia" habe er verdeutlichen wollen, dass das italienische Schiedsrichterwesen "wie eine extrem geschlossene Organisation" funktioniere und nur selten echten Austausch zulasse.