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BVB 1:3! RB 2:0! Und FC Bayern mit Corona-Fall

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Da ist es wieder, das Favre-Gefühl: Kaum passiert Borussia Dortmund eine Niederlage, wird infrage gestellt, was zuletzt bestens funktioniert hat. Das 1:3 bei Lazio Rom in der Gruppenphase der Champions League kann Trainer Lucien Favre reparieren, die Kritik an der Spielweise seiner Mannschaft nicht. Man kennt das schon. Ich erspare mir weitere Ausführungen hier. Ihr kennt meine Meinung. Favre ist auf Dauer keiner für die großen Spiele. Der Glückwunsch geht an RB Leipzig. Der Sieg gestern erfüllt alle Erwartungen.

Einen dauerhaften Mittwoch wünscht

Euer Pit Gottschalk

+++ CHAMPIONS LEAGUE +++

1:3 in Rom! BVB kassiert Rache-Pleite

Ein Champions-League-Auftakt zum Vergessen! Dortmund verklatscht das erste Spiel bei Lazio Rom mit 1:3. Schuld ist ein Ex-Spieler.

2:0! RB Leipzig feiert Angelino

Während der BVB bei Lazio Rom verliert, führt Angelino RB Leipzig zu einem Sieg gegen Basaksehir Istanbul. Es gab weitere Überraschungen.

FC Bayern startet heute die Mission Triple-Verteidigung

"Bayern ist das beste Team der Welt"

Trainer Diego Simeone strebt mit Atlético Madrid einen Sieg in der Allianz Arena in München an - bezeichnet den FC Bayern aber als "mittlerweile bestes Team der Welt". Die Münchner liegen zumindest im direkten Duell vorn.

Von Marco Mader

Die Bilder der magischen Nacht von Lissabon sind noch frisch, und nicht nur Karl-Heinz Rummenigge träumt schon von einer Wiederholung am 29. Mai 2021 in Ankara. "Nachdem wir den Thron in Europa bestiegen haben", sagte der Vorstandschef von Bayern München, "möchten wir so lange wie möglich da oben in der Sonne bleiben."

Am liebsten gleich mehrere Jahre. Wie in den goldenen 70ern.

Nur 59 Tage nach dem Final-Triumph in der Champions League starten die Münchner Alles-Gewinner am Mittwoch mit dem Kracher gegen Atletico Madrid ihren nächsten Angriff auf den Henkelpott. Die Ambitionen sind unverändert hoch. "Wir haben uns vorgenommen, das Triple zu verteidigen. Das hat noch keiner geschafft", sagte Präsident Herbert Hainer.

Das mag arrogant und prahlerisch klingen, doch der Rekordmeister weiß um die Schwere der Aufgabe. "Man ist nun in ganz Europa die gejagte Mannschaft, die jeder unbedingt schlagen will", sagte Thomas Müller: "Sich dagegen immer wieder zur Wehr zu setzen, ist eine enorme Herausforderung."

Das sind die besten Fußballklubs Europas

Wie gut ist der Titelverteidiger FC Bayern ohne Thiago? Wie groß sind die Probleme beim FC Barcelona? Und wer kann das neue Überraschungsteam werden? Hier ist die Rangliste des europäischen Fußballs.

Erster Corona-Fall: Serge Gnabry positiv auf Covid-19 getestet

Erster Corona-Fall beim FC Bayern: Serge Gnabry ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Das teilten die Münchner am Dienstagabend mit. Gnabry gehe es gut, er befinde sich in häuslicher Quarantäne. Spielen kann er heute deshalb nicht.

Das haben die Bayern 2013 schon erfahren. Nach dem ersten Münchner Dreifach-Coup schienen die Voraussetzungen für eine Erfolgsserie ideal: Startrainer Pep Guardiola übernahm von Triple-Vater Jupp Heynckes, seine Champions wurden durch zwei hoffnungsvolle Jungstars namens Mario Götze und Thiago verstärkt. Doch Guardiola scheiterte drei Mal in Serie im Halbfinale und musste zähneknirschend zusehen, wie stattdessen Real Madrid mit vier Triumphen in fünf Jahren eine Ära prägte.

Bayern-Boss Rummenigge übt sich deshalb in Demut. "Es wichtig, dass man allen Gegnern mit Respekt gegenüber tritt", sagte er, und zwar schon in der Gruppenphase. Müller sieht die Bayern dort als Titelverteidiger gegen Atletico, Salzburg und Lok Moskau "sofort unter Zugzwang". Ein "Problem" des Triples sei ja, dass "die Erwartungshaltung enorm hoch bleibt".

Auch Trainer Hansi Flick weiß, dass "Erfolg nur gemietet" ist. Der 55-Jährige wird angesichts seiner Erfolgssträhne bereits als möglicher nächster Bundestrainer gehandelt - da sind Probleme schon in der Gruppenphase nicht eingeplant. "Die Bayern", sagte Atletico-Coach Diego Simeone voller Respekt, "sind ganz klar die Besten von allen. Wegen ihrer Power, ihrer Dominanz, ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart."

Von Real scheint diesmal nicht wirklich etwas zu befürchten zu sein, die Königlichen haben ihren Umbruch wie der FC Barcelona noch nicht abgeschlossen. Wesentlich gefährlicher ist wohl Jürgen Klopps FC Liverpool, auch Paris St. Germain macht sich unter Thomas Tuchel nach der Finalniederlage gegen die Bayern wieder große Hoffnungen. Genau wie Guardiolas Manchester City und Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo.

"Wir erwarten Spiele, die sicherlich nicht einfach werden", sagte Rummenigge und mahnte angesichts der Vielzahl der englischen Wochen "Konzentration" an beim Münchner Starensemble. Müller weiß: "Gerade unser Kopf, das Mentale ist jetzt gefordert." Weil in Corona-Zeiten die körperliche Belastung zudem höher ist als ohnehin schon, sieht er "eine verzwickte Lage".

Zumal hinter Mittelfeldchef Joshua Kimmich noch ein kleines Fragezeichen steht, weil dessen Freundin Lisa Meyer das zweite Kind erwartet. "Wir hoffen, dass er dabei ist. Aber wir müssen abwarten", sagte Flick am Dienstag. Mit Atletico stellt sich den Bayern gleich ein Hochkaräter in den Weg. Im Achtelfinale der vergangenen Saison schaltete Simeones Team Titelverteidiger Liverpool aus, dann aber war gegen Außenseiter RB Leipzig (1:2) Schluss.

Mit Topstürmer Luis Suarez (FC Barcelona) hat sich Atletico prominent verstärkt. Diego Costa, sein kongenialer Partner im wohl ekligsten Angriff Europas, fehlt in München wegen einer Oberschenkelverletzung.

"Sie werden uns vor einige Probleme stellen", sagte Weltmeister Lucas Hernandez über seinen Ex-Klub. Aber, betonte Champions-League-Torschützenkönig Robert Lewandowski: "Wir sind bereit!"

Marco Mader ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)

Champions League heute im Fernsehen

20.15 Uhr, SPORT1: Fantalk

21 Uhr, Sky: Bayern München - Atletico Madrid

21 Uhr, DAZN: Inter Mailand - Mönchengladbach

Gladbach gegen Inter Mailand: Erinnerungen an den Büchsenwurf

Das Ergebnis war ein Paukenschlag, das Resultat Enttäuschung: Im Europapokal der Landesmeister schlug Borussia Mönchengladbach am 20. Oktober 1971 Inter Mailand mit 7:1. Der Wurf einer Dose, die den Italiener Roberto Boninsegna aus den Reihen der Zuschauer vermeintlich traf, veranlasste die UEFA jedoch zur Wiederholung der Partie. Das Ende schrieb Sportgeschichte.

Was sonst noch so los ist

0:3-Niederlagen drohen: Neue Regeln in der Champions League

Wegen der Corona-Pandemie startet die Champions League mit zahlreichen Sonderregeln. Die Uefa droht dabei mehrfach mit 0:3-Spielwertungen.

Männer können doch nähen - aber nur auf Kante

Von Alex Steudel

Seit Jahren lese ich Berichte über Fehlentwicklungen im Fußball, zum Beispiel Misswirtschaft und Korruption. Aber erst jetzt wird mir klar, dass es darin eine Konstante gibt, die mir bisher bloß nie aufgefallen ist.

Männer.

"Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich." Herbert Grönemeyers Uralt-Hit steht nirgends besser als im Fußball, wo Männer seit jeher alles regeln. Wir mussten erst Covid kriegen, um zu erkennen, wie ersetzlich Männer im Fußball in Wirklichkeit sind, denn sie haben Fußball ziemlich runtergewirtschaftet. Ein Beispiel: 13 der 36 männergeführten Profiklubs in Deutschland sollen vor der Insolvenz gestanden haben.

Männer geben im Fußball mehr Geld aus, als sie einnehmen. Männer kaufen viel zu teure Spieler ein. Männer nehmen ohne Sinn und Verstand Kredite auf. Einnahmen aus Mehrjahres-Werbeverträgen werden von Männern am besten sofort und alle auf einmal ausgegeben.

Fehlwirtschaft ist im Fußball längst Programm: Zehn Bundesliga-Klubs haben diesen Sommer trotz Corona mehr Geld für neue Spieler ausgegeben, als sie durch Verkäufe eingenommen haben. In Englands Premier League haben das sogar 19 von 20 Klubs hinbekommen. Und zwar mitten in einer der größten Menschheitskrisen aller Zeiten.

Überall waren Männer am Werk.

Das Beratungsunternehmen Deloitte hat errechnet, dass die Premier League im laufenden Jahr eine Milliarde Euro Verlust macht. Dabei investierten die von Corona und Brexit gebeutelten Engländer im Sommer munter weiter. Chelsea zum Beispiel kaufte Spieler für eine Viertelmilliarde Euro ein.

Mich erinnert das ein bisschen an meine Kindheit. Wenn die Eltern sagten: Hier kriegst du zehn Mark, aber gib nicht alles aus einmal aus. Eine Stunde später lag ein Berg von Kaugummis, Schokolade und Panini-Bildern im Gegenwert von exakt zehnkommanullnull Mark auf dem Kinderzimmer-Boden.

Hätte sich das Kind fünf weitere Mark beim Nachbarskind geliehen und die auch noch ausgegeben, wären wir beim Profifußball.

Deshalb lesen wir jetzt täglich, wie schlecht es diesem Fußball geht: viel schlechter als der normalen Wirtschaft. Klubs wie Chelsea, ManCity, Schalke oder HSV hängen längst am Tropf von Investoren oder Staaten, aber sie treibt weiter nur ein Gedanke an: der an Erfolg. Wenn du Erfolg und Sicherheit haben willst, musst einfach mehr Geld ausgeben. Wenn das nicht klappt und die Not immer größer wird, besorgst du eben noch mehr Geld. So denken unsere Männer im Fußball.

Ein Heimturnier würde helfen

Den vom DFB bei einer WM-Ausrichtung 2027 erhofften Aufschwung für den Fußball der Frauen kann die Nationalelf nicht alleine erreichen.

Corona hat übrigens auch gezeigt, dass es im Profifußball kaum Rücklagen für Krisenzeiten gab. Am 6. Mai las ich einen Artikel, wonach das Geld der Profiklubs in Deutschland doch "bis Mitte Mai" reiche. Männer können also doch nähen. Aber nur auf Kante.

Womöglich denken die Vorstände unserer Profiklubs, "Reserven" seien die Typen, die auf der Ersatzbank sitzen. Mensch, sogar Griechenland hat Reserven!

Die Männer im Fußball machen halt alles anders, sie sind ja unter sich. Und aus Geschlechtersicht ist es auch egal, ob's schiefgeht. Wenn nämlich ein Mann rausfliegt, kommt der nächste Mann. Männer stellen nämlich Männer ein. Und im DFL-Präsidium sitzen: neun Männer. Im DFB-Präsidium: sechs Männer.

Von der Fifa will ich gar nicht erst anfangen. Beim Weltverband wissen sie zwar, wie Geldverdienen geht, dafür versinkt der Laden in Korruption. Eine Männerhand wäscht dort die andere. Längst wissen wir, wie 2006 das Sommermärchen nach Deutschland kam: Es war ein Männerdeal. "Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit", singt Grönemeyer.

Ja, natürlich regeln alles: Männer, Männer, Männer! Im Fußball noch viel mehr als in der Wirtschaft oder im normalen Sport.

Warum bloß? Katja Kraus, 2003 bis 2011 Vorstandsmitglied beim Erstligisten Hamburger SV und damit die große Ausnahme der Männerregel, hat sich vergangene Woche in der Bundespressekonferenz für Diversität ausgesprochen: "Mehr als 95 Prozent der Entscheidungsfunktionen in Aufsichtsräten und Vorständen der Ersten und Zweiten Liga werden von Männern besetzt", sagte sie. "Nahezu keine Frauen. Null Diversität." Die Funktionärsebene, so Kraus, sei "ein hermetisches System, das sich um sich dreht und aus sich selbst nährt".

Natürlich hat sie recht.

Tief im Westen – statt in Frankfurt?

Nordrhein-Westfalen könnte alleiniger deutscher Schauplatz der Frauenfußball-WM 2027 werden. Und was ist mit Frankfurt?

Wieso stemmt sich der Fußball so sehr gegen Frauen? Seht euch nur mal eine Fußball-Talkshow an, in der eine Frau sitzt. Schaut auf die Gesichter der Männer!

Ja, Frauen ticken anders. Frauen wissen nicht auswendig, wann Schalke zum letzten Mal Meister wurde. Können nicht ansatzlos aufzählen, in welchen Jahren Deutschland Weltmeister wurde. Ahnen nicht, dass Robben immer denselben Trick benutzte. All die Dinge, die man wissen muss, wenn man dazugehören will... denken jedenfalls viele Männer. Stimmt aber nicht. Und wenn es in manchen Fällen stimmt, dann, weil Männer mit ihren Seilschaften Frauen im Fußball ausgrenzen, und die dann irgendwann die Lust auf Fußball verlieren. Konsequenz: Frauenvakuum in Vereinen.

Und auch in Fußballredaktionen, so viel Selbstkritik muss sein. Das Magazin "11Freunde" machte sich diese Woche anlässlich der TV-Traditions-Talkshow "Doppelpass" lustig über das geschlossene, mitunter frauenfeindliche Männersystem Fußball. Ich habe mir daraufhin das Impressum der "11Freunde" angesehen: Chefredaktion, CvD, Redaktion, Art Direction: elf Planstellen. Besetzt mit – elf Männern.

Natürlich ist das nicht überall so. Natürlich gibt es auch im Fußball Bereiche, in denen Frauen was zu sagen haben.

Frauenfußball zum Beispiel.

Stimmt natürlich auch nicht. Der erfolgreichste deutsche Frauenfußballklub ist der VfL Wolfsburg. Geschäftsführer: Wolfgang Hotze, Jörg Schmadtke, Tim Schumacher. Cheftrainer: Stephan Lerch. Die zwölf deutschen Frauenfußball-Erstligisten werden von elf Männern und einer Frau trainiert.

Aber eine Frau hat die meisten Tore in der Frauenbundesliga geschossen.

Zum Schluss eine Übung zur Selbstüberprüfung: ein kleiner Fußball-Gendertest quasi. Stellt euch mal vor, in den Führungsetagen der Klubs wären die zehn größten Böcke der vergangenen zwölf Monate von Frauen geschossen worden. Ich wette, eine Menge Leute würden sagen: Da seht ihr mal, Frauen haben keine Ahnung von Fußball!

Na? Den gleichen Satz über Männer habe ich noch nie gehört.

Ich finde, Männer haben jahrzehntelang hinreichend unter Beweis gestellt, dass sie es nicht können – also: Lasst jetzt mal Frauen ran.

Alle mal herschauen!

Neue Gerüchte um europäische Super League

Kommt sie nun doch? Die Gerüchte um eine europäische Superliga haben neue Nahrung bekommen. Und das ausgerechnet in der Coronakrise.

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