Boniface: Werders gefährliche Wette

Königstransfer ohne Königsklasse: Boniface liefert Posts statt Tore – und wird für Werder zur riskanten Wette.

Boniface: Werders gefährliche Wette
IMAGO/foto2press

Victor Boniface sollte Werder Bremens Königstransfer sein. Doch statt mit Toren sorgt er mit Social-Media-Posts, Fitnessrückstand und Trainerkritik für Schlagzeilen - und weckt böse Erinnerungen an Naby Keita.

„Parallelen gibt es definitiv“, sagt DeichStube-Reporter Daniel Cottäus im Fever Pit’ch Podcast. „Zwei Spieler, die im Verdacht stehen, wenn sie topfit sind, Weltklasse-Qualität auf den Rasen zu bringen. Zwei Spieler, die aber auch mit einer riesen Krankenakte kommen.“

https://open.spotify.com/episode/6u7S04izdKC7K6ADt5PxI9?si=PgsF0wkkR5-Gwjf5zoIHFg

Als Keita im Sommer 2023 ablösefrei aus Liverpool nach Bremen kam, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Doch statt Führungsfigur wurde er zum Dauerpatienten und Querulanten, kam insgesamt auf nur fünf Einsätze, ehe er suspendiert und sang- und klanglos verliehen wurde. 

Parallelen zu Boniface sind unübersehbar. Der Stürmer hatte bereits zwei Kreuzbandrisse in seiner Karriere überstanden und plagte sich immer wieder mit Adduktorenproblemen. Eine Verletzungsgeschichte, an der auch ein geplanter Wechsel zu Milan scheiterte. Und er sorgt aktuell vor allem neben dem Platz für Schlagzeilen, die Werder nicht gebrauchen kann: mit Social-Media-Posts zwischen kryptisch und sexistisch.  Das lässt sich mit den Werten, die Werder nach außen trägt, nicht vereinbaren. Intern ist man aus allen Wolken gefallen“, erklärt Cottäus. Der Verein reagierte öffentlich diplomatisch, bestellte Boniface aber intern zum Rapport beim Vorstand.

Und auch sportlich liefert der nigerianische Stürmer noch nicht wie erhofft. Für ihn steht erst ein Assist in Gladbach auf der Habenseite, gefolgt von einem schwachen Spiel gegen Freiburg, das ihm harte Trainer-Kritik einbrachte: „Mir war es zu viel überall. Er soll sich mehr im Zentrum aufhalten.“ Cottäus präzisiert: „Er lief als Zehner, Achter, teilweise sogar Sechser rum – Effekt hatte das nicht.“ Statt Fixpunkt im Strafraum liefert Boniface bisher vor allem Irritationen. 

Und doch: Der Deal ist typisch Werder. Keine Gebühr, geteilte Gehalt – wirtschaftlich überschaubar, aber sportlich eine Wette mit hohem Risiko. „Wenn man ihn hinkriegt, gehört er zu den Top-3-Stürmern der Liga“, sagt Cottäus. Gelingt es nicht, bleibt Boniface ein belastendes Dauerthema – und Werder hätte einen Fall „Keita 2.0“.

Eines ist klar: Ein zweites Missverständnis dieser Größenordnung kann sich Bremen kaum leisten. Aus dem Ego-Shooter Boniface muss schnell wieder der Tor-Shooter werden. Vielleicht am Freitag - als Joker gegen Bayern.

Takeaways

  • Das Duell Bayern gegen Werder hat eine lange Geschichte.
  • Thomas Schaaf ist eine Legende bei Werder Bremen.
  • Die Biografie von Thomas Schaaf ist ein wichtiges Werk.
  • Horst Steffen bringt frischen Wind ins Team.
  • Victor Boniface sorgt für Aufsehen durch seine Social Media Aktivitäten.
  • Die Mannschaft hat eine positive Stimmung trotz Herausforderungen.
  • Die taktische Ausrichtung von Steffen ist erkennbar.
  • Werder Bremen hat ein softes Saisonziel.
  • Die Verletzungshistorie von Boniface ist besorgniserregend.
  • Das Spiel gegen Bayern wird eine große Herausforderung.