Bellinghams Tränen zeigen, was Real Madrid in den Play-offs fehlen wird

Bellingham fällt verletzt aus und verpasst wichtige Spiele für Real.

Bellinghams Tränen zeigen, was Real Madrid in den Play-offs fehlen wird
IMAGO/SOPA Images

Die Bilder sprachen für sich. Jude Bellingham, der nach einem Sprint zu Boden ging, sich an den Oberschenkel fasste und unter Tränen in den Spielertunnel verschwand. Zehn Minuten waren gespielt gegen Rayo Vallecano, dann war der Arbeitstag des Engländers beendet. Eine Szene, die Real Madrid in einer entscheidenden Saisonphase empfindlich trifft. Die Diagnose bestätigt die Befürchtungen: Oberschenkelverletzung links, voraussichtlich einen Monat Pause. Das bedeutet, dass Bellingham mit hoher Wahrscheinlichkeit beide Spiele der Champions-League-Play-offs gegen Benfica Lissabon verpassen wird. Am 17. und 25. Februar steht das Duell mit den Portugiesen an, und Real muss diese Aufgabe ohne seinen vielleicht wichtigsten Spieler lösen. Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Bellingham ist nicht irgendein Mittelfeldspieler im Kader von Carlo Ancelotti. Der frühere Dortmunder hat sich in Madrid zur unverzichtbaren Größe entwickelt, zum Taktgeber im Zentrum, zum Spieler, der Partien mit seiner Dynamik und seinem Torriecher entscheiden kann. Sein Fehlen reißt ein Loch, das sich nicht einfach stopfen lässt. Die Reaktion seiner Mitspieler auf dem Platz zeigte, was Bellingham für diese Mannschaft bedeutet. Sie trösteten ihn, begleiteten ihn emotional in einem Moment, der für jeden Profisportler schwer zu ertragen ist. Denn Bellingham weiß genau, was auf dem Spiel steht. Die Play-offs sind keine Gruppenspiele, in denen man einen schlechten Tag kompensieren kann. Es geht um alles oder nichts. Für Real Madrid kommt diese Verletzung zur Unzeit. Die Königlichen haben in dieser Saison immer wieder mit Personalsorgen zu kämpfen gehabt, und nun fällt ausgerechnet vor dem wichtigen europäischen Doppelpack ein Schlüsselspieler aus. Ancelotti wird improvisieren müssen, wird andere Lösungen finden müssen für das Zentrum. Die gute Nachricht, wenn man sie so nennen will: Real teilte mit, dass das weitere Vorgehen beobachtet werde. Das lässt zumindest einen Funken Hoffnung, dass die Ausfallzeit vielleicht kürzer ausfallen könnte als zunächst befürchtet. Doch darauf zu spekulieren wäre fahrlässig. Die Realität ist: Real Madrid steht vor einer der wichtigsten Aufgaben der Saison und muss sie ohne Bellingham bewältigen. Das ist keine Katastrophe, denn der Kader ist breit genug aufgestellt. Aber es ist ein Rückschlag, der wehtut. Die Tränen von Bellingham im Spielertunnel waren der sichtbare Beweis dafür.