Arbeloas Pokal-Blamage zeigt: Bei Real Madrid darf kein Spiel unwichtig sein

Alonso-Nachfolger übernimmt Verantwortung für die Pleite gegen Albacete

Arbeloas Pokal-Blamage zeigt: Bei Real Madrid darf kein Spiel unwichtig sein
IMAGO/ZUMA Press Wire

Die Selbstanklage kam schnell, vielleicht zu schnell. Álvaro Arbeloa übernahm die volle Verantwortung für das 2:3 gegen Albacete Balompié, einen Zweitligisten, der in der Tabelle auf Platz 17 steht. Das klingt nach Demut, nach einem Trainer, der sich vor seine Mannschaft stellt. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart diese Geste vor allem eines: Hilflosigkeit.

Real Madrid ist im Achtelfinale der Copa del Rey ausgeschieden. Gegen einen Klub, dessen Jahresbudget vermutlich dem Monatsgehalt von Kylian Mbappé entspricht. Arbeloa verzichtete auf seine Topstars und verteidigte diese Entscheidung auch nach der Niederlage. Er würde es wieder genauso machen, sagte er. Ein Team mitgebracht, das gewinnen kann. Das Problem: Es hat nicht gewonnen.

Die Frage ist nicht, ob Arbeloa das Recht hatte, zu rotieren. Jeder Trainer darf seine Aufstellung wählen. Die Frage ist, welches Signal diese Entscheidung sendet. Bei Real Madrid gibt es keine unwichtigen Spiele. Der Verein definiert sich über Titel, über Dominanz, über die Erwartung, jeden Gegner zu schlagen. Wer im Pokal gegen einen Abstiegskandidaten der Segunda División antritt und seine besten Spieler schont, unterschätzt entweder den Wettbewerb oder überschätzt die eigene Kadertiefe.

Moment fürs Geschichtsbuch - aber nicht bei Real Madrid

Arbeloa kam von der zweiten Mannschaft. Er kennt den Verein, er kennt die Strukturen, er kennt die Erwartungen. Genau deshalb hätte er wissen müssen, dass sein Debüt keine Experimentierphase sein darf. Nach der Trennung von Xabi Alonso, der den Supercup gegen Barcelona verlor, stand er unter besonderer Beobachtung. Die Vereinsführung wollte ein Zeichen setzen. Stattdessen bekam sie eine Blamage.

Jefté Betancor Sanchez traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Siegtor für Albacete. Ein Moment, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird – allerdings nicht in die von Real Madrid. Für die Königlichen ist dieses Ausscheiden mehr als eine sportliche Niederlage. Es ist ein Symptom für eine Saison, die aus dem Ruder läuft.

Am Samstag spielt Real in der Liga gegen UD Levante. Arbeloa wird dann vermutlich seine Topstars aufbieten. Er wird versuchen, die Schlagzeilen zu drehen, das Narrativ zu ändern. Doch der Schaden ist angerichtet. Ein Trainer, der nach seinem ersten Spiel bereits von einer Tragödie spricht, hat wenig Spielraum für weitere Rückschläge.

Die Wahrheit ist: Bei Real Madrid zählt nur Erfolg. Erklärungen interessieren niemanden. Arbeloa weiß das. Die Frage ist, ob er auch die Konsequenzen daraus zieht.