zum Inhalt

Alle ACHTung! Bielefeld und Bayern feiern gemeinsam

Inhaltsverzeichnis

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Nicht immer ist die Produktion eines Fußball-Newsletters in der Nacht ein Vergnügen. Gelegentlich muss man sich zum Schreiben eines Aufmachers zwingen, weil sich keiner anbietet. Manchmal drängen sich gleich zwei auf.

Heute zum Beispiel. Ich stecke in einer Zwickmühle. Natürlich ist Arminia Bielefelds Bundesliga-Rückkehr einen Kommentar wert. Man hatte mit HSV  und Stuttgart gerechnet. Aber nicht mit einer Stadt, die es nicht gibt.

Ein wenig später wurde gestern Abend Bayern München Deutscher Meister. Das konnte man erwarten, zugegeben, und es gibt nicht wenige Fever Pit'ch Leser, die eine Art Allergie auf den Rekordmeister entwickelt haben.

Soll man deswegen ignorieren, dass der FC Bayern Historisches geleistet hat - nur weil sie übermächtig sind? Das wäre nicht gerechnet. Auch nicht gegenüber der anderen Hälfte der Fußballfans, die Bayern lieben.

Bleibt die Frage: Bielefeld oder Bayern? Für beide gibt es gute Argumente. Kurioserweise feierten beide Klubs die Acht: Die einen für den achten Aufstieg, die anderen für die achte Meisterschaft in Folge - was zählt mehr?

Am Ende habe ich mich für Bielefeld entschieden. Die Begründung: Die Zeitungen werden heute mit Bayern voll sein. Und Fever Pit'ch möchte ja genau das sein: eine Alternative zum Mainstream. Richtig entschieden?

Einen achtsamen Mittwoch wünscht

Euer Pit Gottschalk

Zurück in der Bundesliga: Wie haben die das gemacht?

Herzlichen Glückwunsch, Arminia Bielefeld!

Schon am Montagabend stieß der Kader von Arminia Bielefeld mit Kaltgetränken auf den Bundesliga-Aufstieg an - dabei fehlte noch ein Punkt. Nun darf dem DSC auch offiziell gratuliert werden. Weil der Hamburger SV nicht gegen Osnabrück gewonnen hat, ist Arminia nicht mehr von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen.

Von Oliver Mucha

Viele reiben sich verwundert die Augen. Nicht der Hamburger SV ist vorzeitig in die Bundesliga aufgestiegen, auch nicht der VfB Stuttgart und schon gar nicht Hannover 96 oder der 1. FC Nürnberg. Arminia Bielefeld hat es allen vor der Saison gehandelten Favoriten in der 2. Liga gezeigt. Nur zwei Niederlagen nach 31 Spielen sind beeindruckend.

Zufällig kommt der Höhenflug nicht. Trainer Uwe Neuhaus hat etwas aufgebaut. Die Mannschaft präsentierte sich als die oft beschworene Einheit. Schon in der vergangenen Saison spielte die Arminia die zweitbeste Rückrunde hinter Aufsteiger Paderborn. Daran hat das Neuhaus-Team nahtlos angeknüpft.

Und während der HSV und Stuttgart von Beginn an mächtig unter Druck standen und mit den hohen Erwartungen zu kämpfen hatten, haben die Bielefelder ihr Ding in Ruhe durchgezogen. Die Bundesliga wird natürlich eine ganz andere Hausnummer. Von Beginn an wird es nur um den Klassenerhalt gehen. Wie schwer das wird, konnten die Bielefelder in dieser Spielzeit beim Nachbarn Paderborn sehen.

Oliver Mucha ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)

Der Hamburger SV patzt Arminia Bielefeld in die Bundesliga

Hamburg schenkt den Sieg gegen Osnabrück her und patzt mit dem 1:1 im Heimspiel Spitzenreiter Arminia Bielefeld zurück in die Bundesliga.

Gebt acht!

"Den Münchnern ist in dieser Saison das Triple zuzutrauen"

Dem FC Bayern München ist nach dem Erreichen des Meistertitels alles zuzutrauen. Doch nicht nur der aktuelle Trainer Hansi Flick hat Anteil am Erfolg.

Von Florian Plettenberg

Können Sie sich noch an den FC Bayern vom 2. November 2019 erinnern?

An besagtem Tag verloren die Münchner 1:5 bei Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft zerfiel in ihre Einzelteile, die Leistung glich einer Offenbarung. In der Kabine rumorte es.

228 Tage später feiert der FC Bayern am 32. Spieltag seinen achten Meistertitel in Folge und den 30. Bundesliga-Triumph der Vereinsgeschichte. Hochverdient und seit Monaten kaum gefährdet. Die Stimmung im Verein ist blendend wie selten.

FC Bayern zum ersten Mal Geister-Meister

Um 21.12 Uhr ist es perfekt: Bayern ist Meister! Zum achten Mal in Folge. Zum ersten Mal vor einer Geisterkulisse.

Mit Zauberlupferpässchen zur Meisterschaft

Bayern reichte wenig, um die 30. Meisterschaft der Vereinsgeschichte zu holen. Der Schiedsrichter half mit.

Die Bayern feiern nach dem 1:0 beim SV Werder Bremen vorzeitig den Titel, weil sie seit Monaten wie aus einem Guss spielen und eingespielt sind. Wanken sie, wie zuletzt gegen Borussia Mönchengladbach, berappeln sie sich und schlagen irgendwann eiskalt zu. Oder sie halten die Null bis zum Schluss, wie in Bremen, weil Manuel Neuer wieder Weltklasse ist.

Vater des Erfolgs ist vor allem Hansi Flick, der nach dem Frankfurt-Debakel für Niko Kovac übernahm. Der Trainer hat nicht nur den Erfolg an die Säbener Straße zurückgebracht, er hat ein Ensemble aus Stars, Diven und Talenten zu einer echten Einheit geformt, sodass ihm selbst die Reservisten bedingungslos folgen.

Flick setzte auf Eingespieltheit statt Rotation, er festigte die Defensive und gab der Mannschaft ihre heißgeliebte Doppelsechs zurück. Er stärkte Führungsspieler wie Thomas Müller und Jérôme Boateng, die unter Kovac schwach waren. Die Corona-Pause wurde genutzt, um sich körperlich in Topform zu bringen.

Hansi Flick: So wechselhaft verlief seine Karriere

Anders als beim Großteil seiner Berufskollegen gab es in der Karriere des neuen Meistertrainers Hansi Flick kein Drehbuch.

Jetzt hat auch der FC Bayern sein Wunderkind

Jamal Musiala könnte noch in der B-Jugend spielen. Doch Trainer Hansi Flick lässt ihn schon bei den Profis trainieren.

Kovac ist an diesem Meistertitel beteiligt; denn unter seiner Regie haben die Bayern in der Gruppenphase der Champions League mit furiosen Auftritten unter Beweis gestellt, dass sie zu Höchstleistungen im Stande sind. Nicht zu vergessen, dass es Kovac war, der Alphonso Davies beim 1:5 in Frankfurt zum zweiten Mal in Folge als Linksverteidiger in der Startelf aufbot und David Alaba erstmals in dieser Saison als Innenverteidiger.

Nicht zu vergessen, dass es Kovac war, der Flick nach München gelotst hat. "Ich bin Niko sehr dankbar dafür", sagte Flick am Dienstagabend im Moment des Erfolgs. In der aktuellen Form ist den Münchnern in dieser Saison das Triple zuzutrauen. "Step by step" will sich Flick zu diesem Ziel hinarbeiten, denn erstmal sei der "Pokal das Ziel".

Unmöglich ist unter Flick beim FC Bayern jedenfalls nichts mehr.

Wirbel um Alphonso Davies - am Ende fliegt er doch

Im Spiel bei Werder kommt Bayerns Alphono Davies in der ersten Halbzeit nach einer Tätlichkeit um die Rote Karte herum. Später fliegt der Kanadier aber doch.

Die anderen

Gladbach bleibt mit Sieg über Wolfsburg im Millionen-Rennen

Borussia Mönchengladbach hat den VfL Wolfsburg mit 3:0 bezwungen. Das Team von Trainer Rose mischt im Champions-League-Rennen weiter voll mit.

Hertha BSC unterliegt dem SC Freiburg 1:2

Hertha BSC hält trotz personeller Probleme gut mit gegen den SC Freiburg, kassiert am Ende aber die dritte Niederlage in Folge.

Union schickt SC Paderborn zurück in die 2. Liga

Nach nur einem Jahr muss der SC Paderborn wieder absteigen. Das bei Union Berlin bedeutet das endgültige Aus.

Aufsteiger macht den Klassenerhalt perfekt

Jubel bei Union Berlin: Die Köpenicker haben sich zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert.

Bundesliga heute im Fernsehen

Eintracht Frankfurt: Kuriose Fakten zum Spiel gegen Schalke 04

Eintracht Frankfurt trifft am 32. Spieltag auf den FC Schalke 04. Wir haben spannende Fakten zum vorletzen Heimspiel in der Commerzbank-Arena.

18.30 Uhr, Sky: Eintracht Frankfurt - Schalke 04

20.30 Uhr, Sky: Borussia Dortmund - Mainz 05, RB Leipzig - Fortuna Düsseldorf, FC Augsburg - TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen - 1. FC Köln

Was sonst noch so los ist

Wechsel von Thomas Meunier zum BVB kurz vor Abschluss

Borussia Dortmund tütet den ersten Neuzugang für die kommende Spielzeit ein. Thomas Meunier soll die Abwehr der Schwarz-Gelben verstärken.

Hand oder nicht Hand – wer blickt noch durch?

Von Alex Steudel

Wir schreiben den 22. Juni 1986. Maradona hat gerade per Kopf das 1:0 gegen England erzielt. Ein aus vielerlei Hinsicht spektakuläres Tor: Erstens, weil Kopfballtore des 1,65 Meter kleinen Argentiniers selten sind. Zweitens sind vor allem Kopfballtore gegen Englands riesige Innenverteidiger selten. Drittens, weil WM ist, und viertens dort ein großes Duell stattfindet, das noch größer wird wegen – fünftens: des Falkland-Konflikts.

Ein magischer Moment, diese 51. Minute. Tor, denkt auch Schiedsrichter Ali Bin Nasser, pfeift und zeigt zum Mittelkreis. Die 114.500 Zuschauer im Atzekenstadion von Mexico-City drehen durch.

Irgendwas stimmt aber nicht. Einige englische Spieler rennen aufgebracht zu Bin Nasser. "Hand!", schreien sie. "Es war Hand!" Glen Hoddle zeigt mit seiner linken Hand auf die rechte, als sei die ein gültiges Beweismittel. Im englischen Fernsehen sieht der Reporter schon die zweite Wiederholung und kann sich immer noch nicht festlegen. "War es Hand?", fragt er vorsichtshalber.

DFB kontert: Guerreiro-Tor zurecht aberkannt

Zwei Tore und ein Elfmeter wurden am Wochenende wegen Hand zurückgenommen. Der DFB erklärt die Szenen nun.

Ja, es war Hand. Und was für eine.

Machen wir uns nichts vor: Viele der schönsten und bleibenden Momente der Weltfußballgeschichte basieren auf Fehlentscheidungen. Manche davon waren so dramatisch, dass wir heute noch darüber streiten. Und uns daran erfreuen, also wenn wir nicht deren Opfer waren. Das ist schön.

Was wäre Fußball bloß ohne eine Szene wie diese, die Maradona später mit der "Hand Gottes" erklärte? Wäre das Spiel damals vielleicht nur durch mit ein langweiliges Abstaubertor entschieden worden?

Und hätte Deutschland 1966 den WM-Tiel gewonnen, wenn das Wembley-Nichttor zurückgenommen worden wäre? Aber dafür nicht 1974, wegen der Schwalbe von Bernd Hölzenbein? Und 1990, hätte da Rudi Völler für seine Flugeinlage Gelb gesehen und Maradona im Gegenzug das entscheidende 1:0 für Argentinien gemacht?

Handspiel in der Bundesliga: Anschein von Willkür

Die Kombination aus komplexer Handspielregel und Videobeweis sorgt immer wieder für eine kaum noch nachvollziehbare Entscheidungsfindung.

"Warten wir mal auf den Videoschiedsrichter", funkt Ali Bin Nasser seine Linienrichter an. "Der wird das gesehen haben." Der Unparteiische hat schon ein Signal aus dem 9400 Kilometer entfernten Kölner Keller, der zentralen Tüv-Stelle des Weltfußballs, bekommen. Er mahnt die englischen Spieler zur Geduld. Wartet, dauert nur noch ein paar Momente.

Maradona steht schon in der eigenen Hälfte, die beiden Hände, darunter die schuldige linke, in den Hüften, den Kopf nach unten geneigt. Er weiß, dass das Tor nicht anerkannt werden wird. War ja auch zu klar, das ganze. "Ich bin so ein Depp", flüstert er. Bin Nasser muss nicht mal zur Außenlinie gehen, um sich die Szene selbst anzusehen. "It is Hand. Maradona Hand. No Goal", funkt es aus Köln. – "You're sure?" – "Yes, sure. Clearly. No Goal. No Goal."

Bin Nasser macht sofort das viereckige Zeichen und deutet dann auf seine Hand. Eine Aufschrei geht durchs Stadion. Kein Tor? 0:0. Er rennt jetzt zu Maradona, der gerade schlechtgewissig den rechten Schuh mit den Spitze in den Rasen klopft, die Hände noch in den Hüften. Bin Nasser zeigt ihm Gelb.

Die Sache ist die: Nicht nur zählt das Tor nicht, Maradona ist auch viel zu sehr mit der Szene, mit sich selbst, mit der Verwarnung und der Angst vor einer Roten Karte beschäftigt, um auf den Gedanken zu kommen, vier Minuten später das schönste Tor aller Zeiten zu schießen.

Klar, der hintere Teil der Geschichte ist erfunden. Das Tor galt damals. Gut so, sagen Nostalgiker heute, denn der Fußball lebe von Fehlern der Spieler genau so wie von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Ich bin auch Nostalgiker, und ich sag's trotzdem nicht. Auch wenn die Wahrheit ein paar schöne Momente der Fußballgeschichte gekostet hätte und kosten wird: Ihnen stehen nämlich Unmengen unschöner Momente gegenüber, auf die wir gut verzichten konnten und können. Deshalb bin ein Fan der Gerechtigkeit und des Videobeweises, wenn er schnell ist.

Die wichtigsten Regeländerungen 2020/21

Das zuständige IFAB hat die Fußballregeln für die kommende Saison veröffentlicht. Auch bei Handspiel gibt es Anpassungen. Nicht zum ersten Mal.

Aber. Ich hadere mit der Handregelung, die in Verbindung mit dem Videobeweis zurzeit einen seltsamen Auswuchs erlebt. Ich glaube, dass sie den Schiris das Leben leicht macht und den Zuschauern und Fans sauschwer. Denn Hand ist jetzt quasi immer Hand, wenn der Ball die Hand berührt.

Jeder, der länger als zwei Tage seines Lebens auf einem Bolzplatz verbracht hat, weiß zum Beispiel, dass Raphael Guerreiro im Spiel Düsseldorf gegen Dortmund niemals Hand spielte, eher er das später zurückgenommene 1:0 erzielte. Keiner, dem du 100 Hand-Szenen der vergangenen Saison und die entsprechenden Entscheidungen vorspielst, wird in dem Material einen roten Faden erkennen. Außer vielleicht den, den die Dortmunder zu erkennen glauben: Dass im Bayern-Strafraum immer ein bisschen weniger Hand gespielt wird als anderswo – siehe gestern Abend in Bremen Boateng.

Kurz: Hand ist das letzte große Entscheidungsproblem im Fußball. Wir brauchen eine Lösung. Eine gute, nicht eine noch kompliziertere wie für die kommende Saison geplant, über die der "kicker" jüngst schrieb: "Ob das die unbefriedigende Handspielregel verbessert, bleibt fraglich."

Sollte alles unvollkommen bleiben, wie es ist, werden in der nächsten Saisonvorbereitung womöglich erste Spieler anfangen zu trainieren, wie man im Strafraum am geschicktesten den Ball an die Hand des Gegners chipt. Dann erst wird der Fußball zum richtigen Glücksspiel. Und das braucht kein Mensch.

Bisschen Werbung muss sein

Dopa(pp)-Aktion: Neue Runde im SPORT1 Doppelpass

Über 300 Dopa-Fans waren schon dabei - jetzt geht es wieder los! Macht mit und werdet als Papp-Fan Teil im Doppelpass am Sonntag. Und das für einen guten Zweck!

Perspektivwechsel

Werner-Transfer: FC Chelsea die richtige Wahl?

Premier League: FC Liverpool seit 30 Jahren im Wartestand

Trainer Jürgen Klopp hat die Wiederaufnahme der Premier League herbeigesehnt. Denn er möchte in Würde Meister werden. Jetzt geht's für ihn wieder los.

Alle mal herschauen!

WM 1970: Wenn ein Spiel zum Mythos wird

Vor genau 50 Jahren verlor Deutschland im „Jahrhundertspiel“ 3:4 nach Verlängerung gegen Italien – das Heft „Mehr als ein Spiel“ erinnert an die epischen 120 Minuten.

Kommentare

Aktuelles