Absage in Bremen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft

Wetterbedingt wurde das Spiel abgesagt, Sicherheit hat Vorrang.

Absage in Bremen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft
IMAGO/STEINSIEK.CH

Der Winter hat die Bundesliga fest im Griff, und das ist keine Metapher. Nach der Absage des Spiels zwischen St. Pauli und RB Leipzig trifft es nun auch Werder Bremen gegen Hoffenheim. Schneesturm "Elli" hat das Weserstadion in eine unbespielbare Zone verwandelt. Die DFL spricht von flächendeckenden Vereisungen und erheblichen Schneeverwehungen. Der Stadionbetreiber erklärt die Arena für nicht betriebsfähig. Das ist die nüchterne Realität. Man kann darüber diskutieren, ob der deutsche Profifußball besser auf solche Situationen vorbereitet sein müsste. Man kann fragen, warum Rasenheizungen und moderne Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen, wenn der Winter einmal wirklich zuschlägt. Aber diese Diskussion führt am Kern vorbei. Die Entscheidung zur Absage war richtig und alternativlos. Es geht nicht nur um den Rasen. Es geht um Zehntausende Menschen, die sicher ins Stadion und wieder nach Hause kommen müssen. Norddeutschland kämpft seit Tagen mit massiven Verkehrsproblemen. Der Bahnverkehr ist gestört, Schulen bleiben geschlossen. Wer in dieser Lage ein Bundesligaspiel durchdrücken will, handelt verantwortungslos. Die DFL hat einen Nachholtermin angekündigt, der zeitnah bekannt gegeben werden soll. Das klingt nach Routine, ist aber für beide Vereine eine logistische Herausforderung. Der Spielplan ist eng getaktet, Europapokal und DFB-Pokal fressen zusätzliche Termine. Bremen und Hoffenheim werden improvisieren müssen. Für Werder ist die Absage sportlich ärgerlich. Die Mannschaft von Ole Werner hat zuletzt Stabilität gefunden und wollte den Schwung mitnehmen. Hoffenheim wiederum steckt in einer schwierigen Phase und hätte die Partie vielleicht lieber heute als morgen gespielt. Doch solche Überlegungen sind zweitrangig, wenn die Sicherheit auf dem Spiel steht. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Fußball nicht über den Dingen steht. Er ist Teil einer Gesellschaft, die gerade mit einem harten Winter ringt. Die Bundesliga muss das akzeptieren, auch wenn es Einnahmen kostet und Planungen durcheinanderbringt. Die Absage ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft. Der Fußball wird zurückkehren, wenn der Schnee geschmolzen ist. Bis dahin gilt: Sicherheit geht vor. Das ist keine revolutionäre Erkenntnis, aber offenbar eine, die man gelegentlich wiederholen muss.