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3:3 in England! Aber WM-Sorgen bleiben

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!

Inzwischen weiß ich nicht mehr, welche Baustelle ich bei der Nationalelf zuerst nennen soll. Den Sturm, weil's zu keinem Tor gegen Ungarn reicht? Die Abwehr, weil man die Engländer gestern zum Toreschießen eingeladen hat? Oder doch die Schaltzentrale, weil niemand die Balance zwischen Defensive und Offensive findet? Zwei Monate vor dem WM-Start in Katar gibt die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick zu viele Rätsel auf.

Einen durchsichtigen Dienstag wünscht

Euer Pit Gottschalk

3:3 in England! Aber die WM-Sorgen bleiben

Torwartfehler rettet Unentschieden für Deutschland

Torwartfehler rettet Unentschieden für Deutschland

Gündogan und Havertz bringen das DFB-Team in Führung. Dann schießt England drei Tore in elf Minuten, ehe der Torwart patzt.

Von Oliver Mucha und Thomas Nowag

Hansi Flick wusste nicht so recht, was er von diesem wilden Fußball-Klassiker halten sollte. Seine müden Stars trauerten konsterniert dem verpassten Prestigesieg hinterher. Zwei Monate vor der WM in Katar ist die DFB-Auswahl weit von der erhofften Titelform entfernt. Im Klassiker von Wembley gegen England gab sie beim letzten Härtetest vor dem Turnier eine 2:0-Führung aus der Hand und kam nur zu einem 3:3. Flick hat noch jede Menge Arbeit.

"Die erste Halbzeit war ausgeglichen, in der zweiten haben wir verdient 2:0 geführt. Dann haben wir individuelle Fehler gemacht - es darf nicht passieren, dass wir so eine Führung hergeben", sagte Flick bei RTL: "Aber wir sind wieder zurückgekommen, das ist das Positive."

Seine Elf schließt die Nations League als Gruppendritter vor Absteiger England ab. Vor dem WM-Auftakt gegen Japan am 23. November bleiben Flick nur noch sechs Trainingseinheiten und der Test eine Woche zuvor im Oman, um seine Stars doch noch bereit zu machen für die aktuell illusorisch erscheinende Mission fünfter Stern.

Die beiden England-Legionäre Ilkay Gündogan (52., Foulelfmeter) und Kai Havertz (67.) per Traumtor brachten Deutschland in Führung. Vor dem 0:1 war Jamal Musiala gefoult worden. Luke Shaw (72.) und der eingewechselte Mason Mount (75.) schlugen für die Three Lions zurück. Nach einem Foul von Nico Schlotterbeck an Jude Bellingham verwandelte Harry Kane den Elfmeter (83.) zum 3:2, Havertz glich nach einem Torwartfehler aus (87.).

Kai Havertz erzielt das 3:3

Kai Havertz erzielt das 3:3

Deutschland und England trennen sich nach einer unterhaltsamen zweiten Halbzeit Remis. Beide Teams verpassen die Trendwende.

Die beiden wichtigsten Personalien: Havertz rückte für den glücklosen Timo Werner in die Sturmspitze, Anführer Thomas Müller musste für Youngster Musiala weichen. Letzteres war laut Flick keine Grundsatzentscheidung gegen Müller, die Frage nach dem Bayern-Routinier "stellt sich für mich überhaupt nicht", betonte er.

Was er von seiner Mannschaft 58 Tage vor dem WM-Start sehen wollte? "Absolute Präsenz, Dominanz, Selbstvertrauen." Ersatzkapitän Joshua Kimmich machte seine Kollegen vor seinem 70. Länderspiel lautstark heiß, die DFB-Elf lief aggressiv und mutig an. Doch auch mit Havertz und Musiala fehlten das Überraschungsmoment, die Kreativität und das Tempo.

England war nach fünf Spielen ohne Sieg auf Sicherheit bedacht und empfing den Gegner mit einer Fünferkette. Dennoch hatte der EM-Zweite die große Chance zur Führung, als Raheem Sterling bei einem Konter am herausragend reagierenden Marc-Andre ter Stegen scheiterte (25.).

Auf der anderen Seite kam Thilo Kehrer nach einem Trikotzupfer im Strafraum zu Fall, Flick protestierte jedoch nur halbherzig (31.). Was ihm viel mehr missfiel: Sein Team kam kaum in gefährliche Räume. Ter Stegen musste erneut gegen Sterling nach schnellem Umschalten retten (44.), Kimmichs Weitschuss strich knapp vorbei (45.+2).

Werner, der für den unauffälligen Jonas Hofmann kam, sollte mit Beginn der zweiten Halbzeit den Angriff beleben. Havertz rückte auf die Zehn, Musiala nach rechts. Von dort zwang der Münchner nach einer weiteren Parade von ter Stegen gegen Sterling (49.) seinen Gegenspieler Harry Maguire zunächst zu einem Fehlpass und sogleich zum Elfmeterfoul. Gündogan verwandelte sicher unten rechts zu seinem 16. Länderspieltor.

Weil die Hausherren jetzt ihre Vorsicht aufgaben, taten sich endlich Räume in der Tiefe auf, in die immer wieder Werner geschickt wurde. Der Leipziger vergab mehrere Chancen zur Vorentscheidung. Die schien Havertz nach einem weiteren Maguire-Fehler per Schlenzer in den Torwinkel besorgt zu haben, doch Flick jubelte zu früh.

Oliver Mucha und Thomas Nowag sind Redakteure beim SID

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