Xabi Alonso, komm' zurück zu uns in die Bundesliga!
Nach der Entlassung bei Real Madrid hatte Pit Gottschalk nur einen Gedanken: dass der Spanier wiederholt, was er schon bei Bayer Leverkusen gemacht hat
Als ich mit dem Bundesliga-Fußball groß wurde, war Bayern München zwar ein bedeutender Verein, aber keine Übermacht. Ständig gab es Mannschaften, die dem damals noch nicht Rekordmeister den Titel streitig machten. Werder Bremen mit Otto Rehhagel. Der 1. FC Köln mit Christoph Daum. Kaiserslautern mit Kalli Feldkamp. Borussia Dortmund mit Ottmar Hitzfeld.
Heute, da Bayern nicht nur Herbstmeister ist, sondern bei elf Punkten Vorsprung schon die Meisterfeier auf dem Münchner Rathausbalkon im Mai organisieren kann - heute sehe ich keine andere Mannschaft weit und breit, die das Zeug zum Titelgewinn in der Bundesliga hat. Nicht Borussia Dortmund. Nicht Eintracht Frankfurt. Nicht VfB Stuttgart. Nicht RB Leipzig.
Und nicht mal Bayer Leverkusen. Als gestern die Nachricht von Xabi Alonsos Entlassung bei Real Madrid reintrudelte, war mein erster Gedanke: Wo stünde der Double-Sieger von 2024 wohl, wenn sein Meistertrainer nicht ein Jahr später nach Spanien gewechselt wäre, sondern den Neuaufbau der Bayer-Mannschaft gemanagt hätte? Ich weiß, das ist verschüttete Milch.
Der Gedanke sei mir trotzdem erlaubt. Wir durften damals hautnah erleben, wie eine einzige Persönlichkeit am Spielfeldrand eine ganz gute Mannschaft zum Erfolgsteam veredelte. Man gab ihm die Zeit, die er in Leverkusen brauchte, und dankte mit Kompetenz und Klasse. Das Ergebnis: die erste Nicht-Bayern-Meisterschaft in einem Jahrzehnt.
Jetzt haben sie ihn bei Real Madrid rausgemobbt, die verwöhnten Stars, die Freiheit wollen und kein Pflichtenheft. Da kannst du als Trainer predigen, wie du willst - bringt nix. Vielleicht war auch der Schatten von Vorgänger Carlo Ancelotti zu lang. Ist mir egal. Am liebsten würde ich Alonso anrufen und ihm sagen: Komm zurück in die Bundesliga! Wir brauchen dich!