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# Wofür steht der FC? Podolski findet keine Antwort
- URL: https://www.feverpitch.de/wofur-steht-der-fc-podolski-findet-keine-antwort/
- Published: 2026-11-07T08:26:27.000Z
- Updated: 2026-11-07T08:38:26.000Z
- Description: Ausgerechnet vor dem Rheinderby vermisst die Klubikone beim 1. FC Köln eine Spielidee. Und hält dem Verein ausrechnet Leverkusen als Vorbild hin.
- Author: Redaktion

„Wofür steht die Mannschaft?“ Diese Frage stellt Lukas Podolski im Kölner Stadt-Anzeiger – und er stellt sie seinem früheren Klub, dem 1\. FC Köln, [vor dem Derby gegen Bayer Leverkusen am Sonntag um 15.30 Uhr](https://www.feverpitch.de/9-bundesliga-spieltag-2026-27/). Dass die Frage offenbleibt, ist die Diagnose.

Denn Podolski beantwortet sie selbst, indem er sie gar nicht beantworten kann. „Bei manchen Mannschaften weißt du, wofür sie stehen. Beim FC wirkt es oft wie ein Durchwursteln – Hauptsache, das Ergebnis stimmt“, sagt der Weltmeister von 2014\. Das ist mehr als eine Momentkritik vor einem Spiel. Das ist der Befund, dass dem FC die Identität fehlt, aus der eine Mannschaft überhaupt erst eine wird. Wer sich so durchwurstelt, verlässt sich aufs Glück wie der Spieler am Spielautomaten bei [NV Casino online](https://nv-casinos.ch/). Und Podolski liefert den Maßstab gleich mit.

Er verweist auf Borussia Dortmund unter Niko Kovac und den SC Freiburg mit Julian Schuster – zwei Klubs, bei denen man erkennt, was auf dem Platz gewollt ist. Beim FC erkennt er das nicht. „Der Kader müsste mehr können, als er auf dem Platz zeigt“, sagt er. Übersetzt heißt das: Das Material reicht, die Form reicht nicht. Und Form auf dem Platz ist die Handschrift eines Trainers.

Genau dort wird Podolski dann vorsichtig. Auf die Frage nach der Arbeit des zuletzt kritisierten René Wagner weicht er aus: „Kein Trainerjob ist einfach.“ Das ist bequem. Wer das Fehlen einer Spielidee beklagt, benennt damit die Aufgabe des Trainers – und schweigt dann über den, der sie zu lösen hätte. Die Lücke in Podolskis Analyse ist so groß wie die, die er dem FC vorhält.

Dass einer so redet, der nach eigener Aussage nicht alle Spiele sieht – „Ich schaue mir nicht alle Spiele an“ –, lässt sich leicht als Gerede vom Rand abtun. Podolski urteilt über Eindrücke aus der Ferne, nicht aus der Trainingswoche. Doch wer die Klubikone zum Außenstehenden erklärt, macht es sich zu einfach. Gerade der Gelegenheitsblick bemerkt, dass eine Mannschaft keine Linie hat – man sieht es, wenn man nur hin und wieder hinschaut. Hier ist er der ehrlichere.

Die eigentliche Ohrfeige kommt zum Schluss, und sie kommt verpackt in ein einziges Wort. „Schade, dass so ein ‚Dorf‘ wie Leverkusen dem FC zeigt, was möglich wäre“, sagt der 41-Jährige. Köln, die große Stadt, das große Stadion, die große Anhängerschaft – und belehrt wird der FC vom kleineren Nachbarn. Podolski räumt ein, dass Leverkusen „einen Konzern wie Bayer im Hintergrund hat, der dir vieles verzeiht und Löcher stopft“. Aber er lässt die Ausrede nicht gelten: „Leverkusen macht mit seinen Möglichkeiten auch gute Arbeit“, das Geld werde dort „selten“ verbrannt.

Damit nimmt er dem FC die bequemste Erklärung weg. Das Geld ist nicht das Problem, wenn der andere mit seinem Geld klüger umgeht. Was fehlt, ist keine Summe, sondern eine Idee, wofür man steht.

Für das Derby selbst hat Podolski dann sehr wohl eine Vorstellung, und sie ist das Gegenprogramm zum Durchwursteln. Leverkusen „von Anfang an aus dem Stadion kicken“, das Stadion müsse „die Hölle sein, keine Familienveranstaltung“, wenn die Hymne läuft, müsse es „brennen“. Das ist Haltung statt Ergebnisverwaltung – ausgerechnet von dem Mann formuliert, der fürs Spiel genau das verlangt, was er der Mannschaft fürs ganze Jahr abspricht.

Neunzig Minuten Wut ersetzen keine Spielidee. Aber einer, der den FC liebt wie kaum ein Zweiter, fragt öffentlich, wofür dieser Klub steht – und bekommt von niemandem beim FC eine Antwort.