> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.feverpitch.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Schalkes Problem liegt vorne
- URL: https://www.feverpitch.de/schalkes-problem-liegt-vorne/
- Published: 2026-10-19T04:38:00.000Z
- Updated: 2026-10-19T04:37:59.000Z
- Description: Vier Tore in sechs Spielen, kein einziger Stürmer trifft: Karamans Wutrede verdeckt, was der Kader des Bundesliga-Aufsteigers im Angriff nicht hergibt.
- Author: Redaktion

Über 62.000 Fans in der Schalker Arena warten seit dem Abstieg 2023 auf ein Bundesliga-Heimtor. Gegen den FSV Mainz 05 warteten sie wieder vergebens, und sie gingen zum dritten Mal ohne eigenen Treffer nach Hause. 0:1, die erste Heimpleite – und Mainz-Torhüter Alexander Schwolow musste erst in der 74\. Minute den ersten Schuss auf sein Tor abwehren.

Kenan Karaman, der Kapitän, nahm danach kein Blatt vor den Mund. „Das war unser schlechtestes Spiel bis jetzt“, sagte er, „unser Zweikampfverhalten war unterirdisch.“ Harte Worte, ehrliche Worte. Nur zielen sie an der Stelle vorbei, an der Schalke wirklich klemmt. Denn dieses Team hat kein Einstellungsproblem, das sich mit lauteren Ansagen in der Kabine lösen ließe: Es hat ein Sturmproblem.

Die Zahlen sind eindeutig. Vier Tore in sechs Bundesligaspielen, so wenig wie kein anderes Team – Schalke stellt die schwächste Offensive der Liga. Kein einziger Stürmer hat bislang getroffen, auch Altstar Edin Dzeko nicht, der gegen Mainz bis zu seiner Auswechslung nach einer Stunde völlig in der Luft hing. Nullnummern gegen Bayern München und gegen Mitaufsteiger SV Elversberg, nun die Pleite gegen Mainz. Drei Heimspiele, kein Tor.

Karaman sieht die Schuld bei der Mannschaft, nicht beim Angriff. „Wir müssen Edin natürlich auch einsetzen“, sagte er, „da sind wir als Mannschaft in der Pflicht. Sonst kann er auch nicht viel machen.“ Das klingt nach Verantwortung, nach einem Kapitän, der seine Leute in die Pflicht nimmt statt den Mann vorne anzuzählen. Ein ehrlicher Satz.

Nur dreht er die Sache um. Ein Angriff, der auf die Zuarbeit der anderen warten muss, um überhaupt sichtbar zu werden, ist kein Angriff, auf den man bauen kann. Dzeko hing eine Stunde in der Luft, und als er ging, kam Schalke erst in der letzten halben Stunde zu Offensivaktionen. Wer in sechs Spielen viermal trifft, hat nicht zu wenig Zuspiele – er hat vorne niemanden, der aus dem, was kommt, ein Tor macht.

Das Lob des Kapitäns fiel bezeichnend aus. „Zur Halbzeit hätte man alle bis auf Loris auswechseln können“, sagte Karaman über Torhüter Loris Karius, der mit zahlreichen Paraden einen höheren Rückstand verhinderte und die Partie bis zum Schlusspfiff offenhielt. Der Beste beim Heimspiel gegen Mainz stand im eigenen Tor. Das ist für sich schon eine Diagnose.

Trainer Miron Muslic nannte die Worte seines Kapitäns „eine klare Analyse, aber auch eine ehrliche“. Beides stimmt. Was in der Analyse fehlt: Auch die beste Einstellung ersetzt nicht den Stürmer, der trifft. Dzekos Rückkehr in die Startelf sollte vorne für Durchschlagskraft sorgen, doch sie hat das Kernproblem nicht gelöst – sie hat es sichtbar gemacht.

Karaman kann sein Team jede Woche wachrütteln, und vielleicht wird das Zweikampfverhalten besser. Am Torverhältnis ändert das nichts, solange niemand vorne weiß, wie man den Ball ins Netz bringt. Schalkes schwächste Offensive der Liga ist keine Frage der Mentalität, sie ist eine Frage des Personals – und dieses Personal hat in sechs Spielen bewiesen, dass es nicht reicht.