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# Schalker Werbe-Kreisel
- URL: https://www.feverpitch.de/schalker-werbe-kreisel/
- Published: 2026-10-08T05:00:59.000Z
- Updated: 2026-10-08T05:00:58.000Z
- Description: Erst „Auf unsere Brust kommt nichts“, dann die Krebshilfe, dann Trigema mit Abstiegsklausel: Schalkes Weg zum Trikotsponsor war ein langer Weg.
- Author: Stefan Appenowitz

Als einige Bundesligisten Anfang der 1970er-Jahre begannen, ihre Brustfläche zu vermarkten, sagte der damalige Schalker Präsident Günter Siebert: „Auf unsere Brust kommt nichts.“ Statt mit einem zahlenden Werbepartner aufzulaufen, beflockten die Knappen ab Januar 1975 ihr Trikot symbolisch mit „Schalke 04“ – allerdings nur sporadisch und nicht bei jedem Spiel. 1978 musste Siebert dann einsehen, dass es für einen Bundesligisten durchaus lukrativ sein konnte, sich einen Brustsponsor zuzulegen. Um nicht als wortbrüchig zu gelten, wählte er mit der „Deutschen Krebshilfe“ eine charmante Übergangslösung.

Für diesen karitativen Zweck bekam Schalke zwar kein Geld, den kommerzkritischen Fans wurde damit aber ein schonender Einstieg in die Trikotwerbung vorgezeichnet. Zur Saison 1979/80 stieg dann Wolfgang Grupp mit seinem Unternehmen Trigema als erster zahlender Trikotsponsor beim FC Schalke 04 ein. Den Kontakt zum Burladinger Textilunternehmen hatte der ehemalige Chef der „Tennis Revue“, René Evers, eingefädelt, in dessen Zeitschrift Grupp regelmäßig Anzeigen schaltete.

Die Verhandlungen bewegten sich bereits Richtung Vertragsabschluss, als ein nicht ganz unwichtiges Detail noch geklärt werden musste: Was passiert bei einem Schalker Abstieg? Die Schalker hielten einen solchen Fall für ausgeschlossen. Doch Wolfgang Grupp ließ sich ein vertragliches Hintertürchen offen. Im Falle eines Abstiegs, so wurde vereinbart, müsse Trigema für die Trikotwerbung gar nichts bezahlen. 1981, nach dem zweiten Vertragsjahr, stiegen die Königsblauen tatsächlich ab und mussten im dritten vertragsgemäß ohne finanzielle Gegenleistung für Grupp werben. 1986/87 kehrte Trigema dann noch einmal für ein Jahr als Trikotsponsor in der Bundesliga zurück.

Nach dem dritten Abstieg binnen sieben Jahren übernahm schließlich 1988 der Sauerländer Autotuning-Spezialist „Reifen Höffken“ für drei Jahre die Schalker Brust. Inhaber und Namensgeber Rüdiger Höffken war damals Schatzmeister bei Königsblau. Weil der reguläre Firmenname ziemlich langweilig ausgesehen hätte, dachte man sich den Kunstnamen „RH Alurad“ aus, der für drei Spielzeiten in einer optisch ansprechenden Form auf die Schalker Trikots geflockt wurde.

Ebenfalls aus dem Sauerland kommt ein Werbepartner, der wie kein zweiter mit dem FC Schalke 04 verbunden ist: die Brauerei Veltins aus Meschede-Grevenstein. Seit fast 30 Jahren bilden Verein und Brauerei eine Einheit. Nach dem sensationellen UEFA-Pokalsieg 1997 (noch mit „Kärcher“, aber bereits im neuen Trikotmodell) übernahm Veltins die Brust der Königsblauen und blieb dort bis 2001\. Seit 2005 ist die Brauerei Namensgeber der Arena auf Schalke und hat diese Rechte im vergangenen Jahr bis zum Ende der Spielzeit 2035/36 verlängert.

*Trikotgeschichte ist das Schwerpunkt-Thema meines neuen zweimonatlichen* [*STOFFKUNDE-Magazins*](https://steady.page/de/stoffkunde/posts/eda7ce97-9f16-4ede-875f-83c61dc18f56)*. Die erste Ausgabe erschien am 5\. Oktober. Die zweite Staffel meines* [*STOFFKUNDE-Trikot-Podcasts*](https://letscast.fm/sites/stoffkunde-der-trikot-podcast-7ad109fb) *geht Anfang November on air. Schaut oder hört doch mal rein und abonniert beides, um in Zukunft keine Ausgabe und Folge zu verpassen.*