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# Nie mehr Cristiano Ronaldo
- URL: https://www.feverpitch.de/nie-mehr-cristiano-ronaldo/
- Published: 2026-11-06T05:49:00.000Z
- Updated: 2026-11-06T05:53:26.000Z
- Description: Nach der Schlammschlacht mit dem neuen Nationaltrainer Jorge Jesus inszenierte CR7 am Donnerstag staatstragend seinen Abgang.
- Author: Redaktion
- Tags: #kommentar2

"An das portugiesische Volk", sagt Cristiano Ronaldo. Er spricht mit fester, klarer Stimme in seiner Rede an die Nation. Bilder aus seiner Kindheit, seinem Aufstieg und seiner großen Karriere flimmern über den Bildschirm. Vor diesem Moment haben sich der Superstar und seine Fans immer gefürchtet.

Doch nun ist "der Tag gekommen", sagt Ronaldo - nach 23 Jahren, drei Titeln, 146 Toren in 234 Spielen und all den Dramen. Schluss. Aus. Vorbei. Ronaldo spielt nie mehr für Portugal. Nur wenige Tage nach dem emotionalen Abschied von Argentiniens Legende Lionel Messi, seinem alten Rivalen, verlässt mit ihm der nächste ganz Große die schillernde Fußballbühne.

Nach der Schlammschlacht mit dem neuen Nationaltrainer Jorge Jesus inszenierte Ronaldo am Donnerstag staatstragend seinen Abgang. Im hochgeknöpften weißen Polohemd sitzt der 41-Jährige auf einem Sofa und verliest in weiches Licht getaucht seine fünfminütige Abschiedserklärung. "Ich gehe mit erhobenem Haupt, stolz auf den Weg, den ich gegangen bin, und im Bewusstsein, dass ich alles gegeben habe, was ich für Portugal hatte", sagt Ronaldo.

In seiner Botschaft spricht er von Siegen, "die ich nie vergessen werde. Es gab Niederlagen, an die zu denken mir bis heute schwerfällt". Und er habe "auch versagt, ich habe auch gelitten, es gab Momente, in denen ich den Portugiesen nicht das geben konnte, was ich mir so sehr gewünscht hatte. Aber ich habe niemals aufgegeben", betont Portugals Rekordtorschütze und richtet Worte an seine Mitspieler: "Ich hatte das Privileg, euer Kapitän zu sein. Aber kein Kapitän geht allein. Und ihr seid Teil meiner Geschichte."

Unvergessen im Nationaltrikot bleibt der Europameistertitel 2016\. Als Ronaldo im Finale verletzt vom Platz musste und in der Schlussphase wie ein Trainer wild mit den Armen rudernd von der Seitenlinie aus sein Team dirigierte. "Ich wollte gewinnen, ich wollte der Beste sein, ich wollte Geschichte schreiben", sagt Ronaldo, der 2003 im Alter von 18 Jahren sein Debüt für Portugal gab und neben dem EM-Titel zweimal die Nations League gewann (2019, 2025), rückblickend.

Für Aufsehen sorgte Ronaldo zuletzt allerdings nicht mehr sportlich. Ende September kam es sogar zum Eklat, nachdem er das Trainingslager der Portugiesen im Streit mit Jesus vorzeitig verlassen hatte. Anschließend warf der Angreifer von Al-Nassr dem Coach vor, sein Wort gebrochen zu haben, ihm Einsatzzeit zu gewähren. Der Verband FPF belegte Ronaldo deshalb mit einer 30-tägigen Sperre und einer Geldstrafe von 255 Euro. Ronaldo entschuldigte sich später bei Mitspielern und Fans, betonte zunächst aber, seine Karriere in der Nationalmannschaft fortsetzen zu wollen.

Der Zwist mit dem Verband dürfte spätestens seit Donnerstag beigelegt sein. Die Selecao verabschiedete ihr "ultimatives Symbol" Ronaldo "in tiefer Dankbarkeit" und kündigte eine "angemessene Würdigung" zum Abschied an. "Obrigado, Capitão!", hieß es: "Cristiano Ronaldo hat Portugals Namen zu Ruhm verholfen und Generationen junger Menschen inspiriert, die davon träumen, in seine Fußstapfen zu treten. Für viele von uns ist er der beste Spieler aller Zeiten!"

Ronaldo, der Junge aus dem kleinen Funchal auf Madeira, geht als einer der Größten. Doch am Ende fehlte ihm die Kraft, die Schnelligkeit und die Power, die ihn in den Glanzzeiten seiner Karriere immer ausgezeichnet hatten. Und so macht er den Weg frei für eine neue Generation. "Portugal", betont Ronaldo ganz am Ende seiner pathetischen Videobotschaft, "wird immer ein Teil von mir sein. Auf immer."