> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.feverpitch.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Mario Basler: Am ersten Tag drohte ich Oliver Kahn Prügel an
- URL: https://www.feverpitch.de/mario-basler-am-ersten-tag-drohte-ich-oliver-kahn-prugel-an/
- Published: 2026-09-26T04:32:03.000Z
- Updated: 2026-09-26T04:54:12.000Z
- Description: Der Neue aus Bremen kannte die Geschichte von Andy Herzog beim FC Bayern und wollte sie mit dem Star-Torwart nicht wiederholen. Also klärte er die Rangordnung selbst in der Umkleidekabine.
- Author: Pit Gottschalk

Es ist der erste Tag, Sommer 1996, in der Kabine des FC Bayern. Um Mario Basler herum sitzen Welt- und Europameister, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Mehmet Scholl, und da ist der Torwart, Oliver Kahn. Der Neue aus Bremen wendet sich vor versammelter Mannschaft an den Torwart. Mache Kahn mit ihm, was er mit Andreas Herzog gemacht habe, dann haue er ihm im Spiel „auf die Fresse, ganz einfach“.

So erzählt es Basler im [Legenden-Podcast](https://www.feverpitch.de/calmund-und-hertha-gestoppt-hat-ihn-nur-der-eigene-konzern/) [„Wie war das damals?“](https://open.spotify.com/show/7wzDMrwOwhxUnXfK5VoHed) des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, bei Pit Gottschalk und Christian Pfennig. Eine Laune war der Satz nicht, denn Basler wusste genau, wovon er sprach. Herzog war der Mann, für den er nach München kam, und er hatte gesehen, wie der FC Bayern einen Streit mit seinem Torwart regelt: zulasten des anderen. Also regelte Basler ihn selbst, bevor es ihn gab.

Die Vorlage lieferte die Saison 1995/96\. Im Spiel gegen den VfB Stuttgart packte Kahn seinen Mitspieler Herzog am Kragen, schüttelte ihn und schob ihn aus dem Strafraum. Was danach in der Kabine geschah, hat Herzog 2022 [im Interview mit Spox und Goal erzählt](https://www.sport1.de/news/fussball/bundesliga/2022/01/herzog-dir-gehort-schon-lange-eine-aufs-maul): Er drohte Kahn, beim nächsten Mal zurückzuschlagen, und bekam von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu hören, ihm gehöre „schon lange eine aufs Maul“. Das sei vom Kopf her sein Ende bei Bayern gewesen, sagt Herzog. Nach einer Saison ging er zurück nach Bremen.

Den Tausch hat nach Baslers Darstellung er selbst angeregt. Werder wollte Herzog zurück und ihn loswerden, Herzog fühlte sich in München unwohl, „warum tauscht man einfach nicht die Spieler aus“, fragte Basler. Zwei Tage später rief Manager Hoeneß an. So kam Basler 1996 zum FC Bayern, mit der Vorgeschichte seines Vorgängers im Gepäck.

Kahn stand auf, als Basler fertig war, und [Basler rechnete mit der Rangelei](https://open.spotify.com/episode/4vGGqReVKK6aMUYh8VbNiZ?si=RzPWK0%5FbRVuHzjUf75V0-Q&nd=1&dlsi=807258447631433a). Stattdessen legte ihm der Torwart die Hand auf die Schulter, damit war die Sache für ihn geklärt. Baslers Regel für die Münchner Kabine ist schlicht: „Wenn du natürlich nach München kommst und hast die Hosen voll, dann wirst du gefressen.“

Man kann das für Großmaul-Folklore halten, zumal der Mann, der sie erzählt, auch sonst selten ohne Pointe auskommt. Ein Neuzugang, der dem eigenen Stammtorwart Schläge androht, bevor er ein Spiel für den Klub gemacht hat, beweist erst einmal nur ein großes Ego. Basler begründet seine Ansage mit Qualität. Bei den Standards im Training habe jeder gesehen, dass er helfen könne, Titel zu gewinnen. „Ich hab nie vor irgendeinem Spieler Angst gehabt, ich hab immer Respekt gehabt“, sagt er.

Dieselbe Tonlage pflegte er mit dem Manager. Als Hoeneß ihm ankündigte, er kaufe einen Spieler, und dann sitze Basler auf der Bank, war die Antwort, das sei ihm egal. „Ich hole ne Granate“, sagte Hoeneß. 1999 kam [Paulo Sérgio](https://www.feverpitch.de/paulo-sergio-kompany-muss-wie-hitzfeld-sein/) von der AS Rom, und nach Baslers Erinnerung musste der Brasilianer links spielen, weil rechts einer besetzt war.

Herzog hatte sich gewehrt, nachdem Kahn ihn angegangen war, und verlor. Basler wehrte sich, bevor irgendetwas passiert war. In einer Kabine, in der die Klubführung im Zweifel zum Torwart hielt, war das die einzige Reihenfolge, die funktionierte.