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# Karetsas-Aus: Warum der BVB richtig handelt, indem er wartet
- URL: https://www.feverpitch.de/karetsas-aus-warum-der-bvb-richtig-handelt-indem-er-wartet/
- Published: 2026-09-10T12:10:36.000Z
- Updated: 2026-09-10T12:39:10.000Z
- Description: Der 18-Jährige sackt am Dienstag in der 27. Minute weg, die Ärzte finden bis Donnerstag nichts. Borussia Dortmund verkündet keinen Termin – und trifft damit die einzig vertretbare Entscheidung.
- Author: Redaktion

27\. Minute, Dienstagabend, Champions League: Konstantinos Karetsas klagt über Kreislaufbeschwerden und muss vom Platz. Borussia Dortmund gewinnt am Ende 3:2 gegen den FC Villarreal, doch der 18-Jährige spielt in dieser Nacht keine Rolle mehr auf dem Rasen. Er wird ins Krankenhaus gebracht, zu weiteren Untersuchungen.

Bis heute wissen die Ärzte nicht, warum das passiert ist. Der Ursprung der Kreislaufprobleme ist laut Sportdirektor Ole Book noch nicht gefunden – und genau in dieser Unklarheit liegt der Grund, warum der BVB gerade das einzig Richtige tut: Er stellt die Diagnose über den Terminkalender, nicht umgekehrt.

„Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Es laufen weitere Untersuchungen, wir wollen der Sache ganz genau auf den Grund gehen“, sagt Book am Donnerstag. Kein Rückkehrdatum, keine Wochenprognose, kein beruhigendes Halbwissen für die Öffentlichkeit. Nur der Satz, dass Karetsas am Wochenende gegen den SC Paderborn nicht dabei sein wird, und der andere, der über allem steht: „Es ist klar, dass wir erst einmal die Gesundheit des Menschen und des Spielers in den Vordergrund stellen.“

Dass Book so vorsichtig kommuniziert, ließe sich auch als Routine lesen. Ein Klub, der abwartet, weil er warten muss, weil ihm die Fakten fehlen, weil man nun mal nichts sagt, was man nicht belegen kann. Ein 18-Jähriger, dem es den Umständen entsprechend gut geht – das klingt nach Entwarnung auf Raten, nach einem Fall, der sich in ein paar Tagen von selbst klärt.

Nur bricht ein Körper nicht ohne Grund in der 27\. Minute eines Fußballspiels zusammen. Und solange dieser Grund nicht gefunden ist, wäre jeder Zeitplan geraten. Ein Rückkehrdatum zu nennen, ohne die Ursache zu kennen, hieße, einen Spieler auf einen Rasen zurückzuschicken, dessen Belastung man medizinisch nicht einordnen kann. Der BVB verweigert genau diese Rechnung – und das ist die richtige Reihenfolge.

Die Umkehrung dieser Reihenfolge kennt der Fußball zur Genüge. Termindruck vor Diagnose, Comeback-Fahrpläne, die sich am nächsten schweren Gegner orientieren statt am Befund. Dass Dortmund erst die Untersuchungen abschließen und dann über den weiteren Umgang mit Karetsas reden will, ist im Betrieb dieser Sportart alles andere als selbstverständlich.

Der Preis dafür ist unbequem. Dortmund verliert einen Offensivspieler auf unbestimmte Zeit, ohne zu wissen, ob es Wochen oder länger dauert. Und die Personallage ist ohnehin dünn: Karetsas' Landsmann Giannis Konstantelias fällt bereits seit dem ersten Ligaspieltag mit einem Kreuzbandriss aus, lange. Zwei junge Griechen, die dem Klub fehlen, der eine mit klarer Diagnose, der andere mit gar keiner.

Ein Kreuzbandriss lässt sich planen. Man kennt die Reha, man kennt die Dauer, man kennt das Ziel. Bei Karetsas kennt man nichts davon, und deshalb ist sein Ausfall der schwerere – nicht in der Länge, sondern in der Unsicherheit. Wer nicht weiß, was war, kann nicht wissen, wann es wieder geht.

Am Samstag um 15.30 Uhr empfängt Dortmund Paderborn ohne ihn. Kein Datum, keine Prognose, kein Versprechen – ein Verein, der bei einem 18-Jährigen die Gesundheit vor die Aufstellung stellt, hat verstanden, worum es geht.