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# Freiburg auf Platz 1! Christian Streich schwitzt schon wieder
- URL: https://www.feverpitch.de/freiburg-auf-platz-1-christian-streich-schwitzt-schon-wieder/
- Published: 2026-09-14T04:55:44.000Z
- Updated: 2026-09-14T05:09:09.000Z
- Description: Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel über den Rekordstart der sparsamen Badener und neue Champions-League-Träume
- Author: Alex Steudel
- Tags: #kommentar2

Das Faszinierende am SC Freiburg ist die Außenwahrnehmung: Jeder sieht den Klub anders. Ältere Fußballfans, die nicht jeden Samstag vor dem Fernseher sitzen, halten die Badener immer noch für diese sympathischen Außenseiter, die den Großen manchmal ein Bein stellen. Für die Jüngeren ist Freiburg schlicht ein Bundesliga-Topklub, der ziemlich oft im Europapokal mitspielt.

Aktuell ist der SC nach dem besten Bundesliga-Start der Klubgeschichte (drei Siege, 10:1 Tore) sogar Tabellenführer.

Und Christian Streich schwitzt mal wieder.

Der 61-Jährige hat sich vor zwei Jahren freiwillig von Julian Schuster (41) ablösen lassen, und viele dachten: Okay, das war's jetzt, die Erfolge des SC Freiburg sind untrennbar mit diesem sympathischen Mann verbunden, der als Politikerversion in Sachsen-Anhalt locker die absolute Mehrheit geschafft hätte.

Aber Freiburg spielt ohne Streich noch besser. Hat ein international konkurrenzfähiges Topteam weiter ausgebaut. Erreichte im Frühjahr unter Schuster das Endspiel der Europa League. Ist im Frühherbst das Team der Stunde. 5:0 gegen Mönchengladbach am Samstag. Platz eins, das ist schon was.

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Platz eins vor den reichen Bayern, Dortmundern, Leverkusenern, Leipzigern, die im Sommer 439 Millionen Euro für Spieler ausgegeben haben – die Festgeld-Freiburger nur ein Zehntel davon, obwohl 60 Millionen für Topstar Johan Manzambi, der bei der WM durch die Decke gegangen war, reingekommen sind.

Zwei Transfers haben besonders gut gezeigt, dass Sportvorstand Jochen Saier viel richtig macht: Während zum Beispiel halb Deutschland nach guten Torhütern Ausschau hielt, holte er einfach Mio Backhaus aus Bremen. Und Yannik Engelhardt, der nach Gladbach-Leihe aus Como kam, ist gleich einer der Besten im Team – er traf zweimal gegen Gladbach.

Ich vermute, dass sich mindestens 15 Bundesligamanager fragen: 45 Millionen Euro Transferplus im Sommer, aber sechs Siege in sechs Pflichtspielen und Tabellenführer – wie machen die das bloß?

Christian Streich fragt sich das vielleicht auch. Er hat kürzlich auf Sky beschrieben, dass ihn die Erfolge des SC nicht ganz kalt lassen. 2025 "sagte ich zu Julian: Europapokal ist gut, aber ihr müsst nicht gleich in die Champions League kommen, wenn ich weg bin." Streich weiter: "Da kommen Gedanken auf, wenn man ehrlich ist, wo man denkt: Jetzt arbeiten die Hunde so gut, dass sie in die Champions League kommen. Und ich bin gerade ein Jahr draußen. Ich habe gedacht: Es ist gut, wenn ihr in die Champions League kommt, aber Europa League reicht auch."

2026/27 könnte es nun passieren, dass der Verein Streichs "Saisonziel" verpasst und in die Königsklasse einzieht – Leverkusen, Stuttgart und Frankfurt müssen bloß so weitermachen wie bisher.

Es wäre das erste Mal, dass die Freiburger bei den ganz Großen mitspielen. Real, Barça, ManCity, Arsenal, Paris. Verdient hätten sie es, sie standen ja schon öfter an der Schwelle zum Paradies und haben in letzter Sekunde abgedreht.

"Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir auf Strecke Bodenständigkeit nicht nur predigen, sondern auch leben", warnte Schuster am Wochenende. Er hat recht, aber interessieren würd's mich schon, was es mit dem Sportclub macht, wenn plötzlich in einem Jahr 50, 60, 80 Millionen Euro extra reinkommen.

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