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# Diese eine (Hass-)Liebe
- URL: https://www.feverpitch.de/diese-eine-hass-liebe/
- Published: 2026-08-23T19:28:08.000Z
- Updated: 2026-08-23T19:28:35.000Z
- Description: Der Fußball ist zurück in unser aller Leben und zeigt schon nach dem ersten Wochenende, warum wir ihn so lieben. Und leider auch, warum wir ihn manchmal so hassen.
- Author: Matthias Esch

Düsseldorf, erste Pokal-Runde. Ein kühler Spätsommerabend. Der Fußball ist zurück und es fühlt sich merkwürdig an. Normalerweise ist dieses erste Wochenende der neuen Spielzeit für mich ein absolutes Highlight. An diesem Sonntag wird es überschattet von den Bildern aus Mannheim. Raketen, die aus dem Lautern-Block auf die Tribüne fliegen. Mannheim-Fans, die den Platz stürmen. Auch in der Pommesschlange der Düsseldorfer Arena ist es das Gesprächsthema Nummer 1.

Ist das Teil der deutschen Fußballkultur - nein! Hassen wir diese Seite des Fußballs - ja! Da sind sich die Düsseldorfer Fans einig. Überraschend ernste Gespräche für einen Sonntagabend.

Sportlich ernst ist die Lage in Düsseldorf definitiv. Der Traditionsverein ist vollkommen unnötig und selbstverschuldet in die 3\. Liga abgestiegen. Wegen eines einzigen Tores, das am Ende fehlte. In der NRW-Landeshauptstadt kennt man das bereits. Auch im Mai 2024 fehlt der Fortuna nur ein einziges Tor. Damals um in die 1\. Liga aufzusteigen. Wäre das geglückt, würde man regelmäßig gegen etablierte Erstligisten spielen.

Diese Möglichkeit gibt es jetzt nur noch im DFB-Pokal. Der SC Freiburg ist so ein etablierter Erstligist, und er zeigt an diesem Tag warum. Er lässt das Spiel ein Weilchen vor sich hinlaufen und schlägt dann eiskalt zu wie ein Raubtier, das ein Panda-Junges entdeckt. Höler sorgt bereits in der 18\. Minute für Ernüchterung.

Die Düsseldorfer Fans sind grummelig. Irgendwie gefällt ihnen, dass ihre Mannschaft läuferisch und kämpferisch dagegen hält. Klar ist ihnen aber trotzdem, dass es nichts wird gegen die abgezockte Mannschaft aus dem Breisgau. Und mit "irgendwie-Fußball" gewinnt man nunmal nichts.

Freiburgs Trainer Julian Schuster steht stumm an der Seitenlinie. Mit seinem Lucky Luke-Charme begeistert er eine ganze Region. Der Mann hat Christian Streich beerbt, wie schwer geht es? Auszumachen scheint es ihm nichts.

Mit der selben Leichtigkeit besiegt seine Mannschaft an diesem Abend die Fortuna, am Ende hoch. Mit 5:1\. Dass zwischen der 18\. und 71\. Minute dabei kein Tor fällt, wird Julian Lucky Luke Schuster in seiner Analyse ansprechen. Die Dominanz der Freiburger stört es am Ende allerdings nicht.

Apropos Ende. So richtig rankommen lassen die Freiburger die Düsseldorfer von Alexander Ende nie. Wie bei einem Radrennen, in dem der Ausreißer ab und zu den Abstand zum Feld kürzer werden lässt und am Schluss dann doch davonzieht. Düsseldorf gelingen immerhin zwei Treffer, einer davon zählt nicht. So geht es für die Mannschaft wieder zurück in den harten 3.Liga-Alltag.

Gleich fünf Derbys warten auf die Fortuna und auch das restliche Teilnehmerfeld dieser Liga ist nicht gerade eine Laufkundschaft. Es klingt fast nach der Bundesliga. In der man dem SC Freiburg auch in diesem Jahr wieder eine Menge zutrauen darf.

Dieser Pokalabend zeigt viel, was wir am Fußball lieben. Lustige Gespräche, ein entspanntes Miteinander und eine friedliche Atmosphäre. Da ich für feverpitch als Reporter vor Ort sein darf, bin ich mit meiner Akkreditierung überall dabei. Bei der Pressekonferenz, auf der Pressetribüne, am Rasen. Überall herrscht eine entspannte und angenehme Atmosphäre. Es wird gefachsimpelt. Es riecht nach Bratwurst, Bier und Gras.

Diese Seite am Fußball lieben wir, so sehr. 95 Prozent aller Fußballspiele sind so. Vielleicht sollten wir das nicht vergessen. Und dennoch sollten die fünf Prozent der Spiele, die so fürchterlich eskalieren wie das in Mannheim, ernst genommen werden. Hoffentlich gibt es eine Lösung, die so etwas nicht mehr auftreten lässt. Damit wir das Wort "Hass-Liebe" streichen können und der Fußball wieder unsere wahre Liebe wird.